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Neubau

TKinnerhus Ahrenswohlde wird abgerissen – Kommune präsentiert Kita-Pläne

Das alte Gebäude der Kita in Ahrenswohlde: Hier wird bis August 2027 ein Neubau entstehen.

Das alte Gebäude der Kita in Ahrenswohlde: Hier wird bis August 2027 ein Neubau entstehen. Foto: P. Meyer

Die Kita in Ahrenswohlde wird durch einen Neubau ersetzt, der der Gemeinde alle Möglichkeiten offenhält. Ein gefällter Baum sorgte zudem für Spekulationen. Die Kita war in die Schlagzeilen geraten.

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Von Pauline Meyer
Donnerstag, 19.02.2026, 13:50 Uhr

Ahlerstedt. Es soll ein Neubau der Möglichkeiten werden: Dat Kinnerhus in Ahrenswohlde wird im August 2026 abgerissen. Das über einhundert Jahre alte Gebäude entspricht schon lange nicht mehr den energetischen und brandschutztechnischen Anforderungen. Was die Gemeinde Ahlerstedt genau plant und wie der aktuelle Sachstand ist, darüber hat Bürgermeister Uwe Arndt jüngst auf der Sitzung des Bauausschusses informiert.

„Mit dem Neubau werden wir genug Kapazitäten haben, um flexibel zu reagieren“, freut sich Uwe Arndt. Der Bauantrag für das neue Kinnerhus wurde Anfang des Jahres beim Landkreis Stade gestellt, eine Ausschreibung wird derzeit durch die Fachplaner vorbereitet. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Neubau mit dem neuen Kitajahr 2027/28 fertiggestellt und bezugsbereit sein. Vorgesehen ist eine zweizügige Kita mit circa 385 Quadratmetern Nutzfläche. Die Kosten liegen bei etwa 1,8 Millionen Euro.

Dat Kinnerhus geriet vor rund zwei Jahren in die Schlagzeilen, als die Gemeinde einen Sicherheitsdienst engagieren musste. Hintergrund waren Streitigkeiten mit den direkten Nachbarn, die im selben Gebäude wohnten. Diese sollen Erzieherinnen angepöbelt und Gegenstände aus dem Fenster geworfen haben. 14 Mal musste die Polizei ausrücken.

Ahrenswohlde will auf alles vorbereitet sein

Das neue Kita-Gebäude wird etwas größer sein, als das Bestandsgebäude. „Wir planen üppig“, betont Arndt. „Die Kinder brauchen die Möglichkeit, sich auszutoben und danach zur Ruhe zu kommen.“ Dafür sind die beiden Gruppenräume mit angrenzendem Differenzierungs- beziehungsweise Schlafraum sowie ein Spielflur vorgesehen. Das Kinnerhus werde vom Prinzip her ähnlich umgesetzt, wie die Kita Regenbogen und die Kita De Dörpskinner in Ahlerstedt. Auch die hat das Büro Klindworth Architekten aus Sittensen realisiert.

Eine Visualisierung der Kita Dat Kinnerhus.

Eine Visualisierung der Kita Dat Kinnerhus. Foto: Klindtworth

Großer Wert werde beim Neubau auf Flexibilität gelegt. „Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt“, sagt Uwe Arndt. „Aber wir wollen gewappnet sein.“ Etwa für den Fall, dass eine Ganztagsbetreuung eingeführt werden würde. Die Kita ist daher so konzipiert, dass es alle Möglichkeiten gibt, Räume umzufunktionieren.

Im Dachgeschoss ist beispielsweise eine Nutzung für Mitarbeiterräume möglich. Die sind derzeit im Erdgeschoss eingeplant. Falls irgendwann der Ganztag eingeführt werden würde, könnte man dort eine Industrieküche installieren - die passenden Anschlüsse dafür sind bereits eingeplant.

Auch der Eingangsbereich ist für den Fall der Fälle vorbereitet. Das bedeutet, dass die Tür ein wenig nach links versetzt ist. Im Inneren - dort wo jetzt nur eine ausklappbare Bodentreppe vorgesehen ist, könnte später eine feste Treppe in das Dachgeschoss führen. Vorgesorgt ist auch für eine mögliche Erweiterung in der Zukunft: Die hintere Seite des Gebäudes, die zum Spielplatz führt, wird ohne Fenster errichtet. So ließe sich dort - falls nötig - einfacher ein Anbau umsetzen.

Für den Übergang gehts im Sommer nach Wangersen

Optisch soll sich der Neubau am benachbarten Dorfgemeinschaftshaus und dem Feuerwehrgerätehaus orientieren. Farb- und Materialwahl sollen ähnlich sein. Ein roter Klinker ist vorgesehen, Dachpfannen und Fenster werden dementsprechend ausgesucht. „Es war den Bürgern wichtig, dass sich das Gebäude in die Umgebung einfügt“, erklärt Arndt. Der Entwurf fand auch im Ausschuss große Zustimmung. Als positiv bewertete Dr. Hans-Martin Kallenberger von der SPD etwa die Flexibilität und die eingeplanten PV-Module, die auf der Hälfte des Dachs verbaut werden sollen.

Die alte Eiche neben dem Feuerwehrhaus musste gefällt werden - sie war nicht mehr zu retten.

Die alte Eiche neben dem Feuerwehrhaus musste gefällt werden - sie war nicht mehr zu retten. Foto: P. Meyer

Für die Zeit des Baus werden die Kinder aus dem Kinnerhus ausziehen müssen - ein Pavillon sei in Ahrenswohlde keine Lösung. Stattdessen geht es übergangsweise in den Nachbarort: Die 27 Kinder ziehen im Sommer für ein Jahr in die leerstehende Kita in Wangersen. Da die dortige Turnhalle bereits mitgenutzt werde, sei das praktisch, so Arndt. Was mit dem Gebäude in Wangersen danach passiert, stehe aber noch nicht fest.

Baumfällung hat nichts mit Neubau zu tun

Spekulationen rund um den Neubau entstanden im Ort zum Beginn der Woche an anderer Stelle: Neben dem Feuerwehrhaus, gegenüber des Kinnerhus, wurde eine hunderte Jahre alte Eiche gefällt. Doch mit dem Abriss und Neubau der Kita habe das nichts zu tun, erklärt Uwe Arndt. „Es war ein wirklich sehr schöner Baum“, sagt er. „Aber er war krank und musste leider gefällt werden.“

Die Gemeinde habe in den vergangenen Jahren kostspielige Maßnahmen unternommen, um den Baum zu retten. Doch auch das Aussägen durch einen Baumpfleger habe nicht helfen können, so der Bürgermeister. Darum musste die Eiche nun gefällt werden.

Hinweis der Redaktion: In der ersten Version des Artikels war von „circa 385.000 Quadratmetern Nutzfläche“ die Rede. Wir haben den Fehler korrigiert.

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