TKonzert im Isovinyl: Auf Buxtehudes kleinster Bühne lebt der Rock’n’Roll
Mit Gülnihal und Ümmühan kommen zwei junge Musikerinnen auf die Isovinyl-Bühne, die ihr deutsch-türkisches Lebensgefühl musikalisch zum Ausdruck bringen. Foto: Jan Iso Jürgens
Live-Musik statt Songs vom Plattenteller: Immer mal wieder wird das Isovinyl zu Buxtehudes wohl kleinster Bühne. Die Konzertereignisse leben von besonderen Verbindungen.
Buxtehude. In den nächsten Tagen ist im Isovinyl ordentlich Möbelrücken angesagt. In dem Buxtehuder Plattenladen am Westfleth 15 herrscht am Wochenende nämlich wieder Ausnahmezustand. Gleich zwei Konzertabende sorgen hier Freitag und Sonnabend dieser Woche für außergewöhnliche Konzerterlebnisse.
Congoroo feiern ein Wiedersehen im Isovinyl
Die Band Congoroo rockt nicht zum ersten Mal den Buxtehuder Plattenladen. Entstanden ist der Kontakt über René Biernath und ein Band-Interview für „Renés Redekiste“. Seit der Buxtehuder Musikblogger im Vorbeigehen auf das Geschäft von Jan Iso Jürgens stieß, machen die beiden Musikfans gemeinsame Sache. Mittlerweile verwandeln sie den Laden in regelmäßigen Abständen in eine Live-Location.

Erinnerungsfoto mit Congoroo im Kreis der Konzertorganisatoren. Foto: Isovinyl
„Wir gingen eigentlich davon aus, dass der Auftritt hier für Congoroo eine einmalige Angelegenheit wäre“, erzählt Jan Iso Jürgens von der Premiere 2024. Die Musiker aus Halle an der Saale waren aber so begeistert von dem Ort, dass sie dem Publikum sogleich ein Wiedersehen ankündigten. Im Zuge ihrer aktuellen „The End Is Here“-Tour spielen sie nun schon zum dritten Mal auf Buxtehudes wohl kleinster Konzertbühne. Es ist direkt das zweite Konzert nach ihrem Release-Auftakt in Halle.
Buxtehuder Bühne wird nach draußen erweitert
Bevor die Band aus Halle ihr neues Album vorstellt, sind die Musiker von Myde als Wachmacher gefragt. Sie starten das Live-Event am 9. Oktober um 18 Uhr mit einem schwungvollen Set samt frischer Songs. In der Umbaupause und zum Ausklang des Abends unterhält DJ Monsieur LeCacque alias Carsten van der Lieth die Gäste.

Weil in den Plattenladen von Jan Iso Jürgens nur wenig Publikum passt, wird der Konzertauftritt auch nach draußen auf die Straße übertragen. Foto: Isovinyl
Das Konzertevent bekommt am Freitag noch eine zweite Ebene. Die Auftritte von Myde und Congoroo werden zusätzlich nach draußen übertragen. Vor dem Geschäft können so mehr als die 35 Leute im Laden selbst dem Live-Erlebnis auf außergewöhnlicher Bühne beiwohnen.
Für das Unterstützerticket gibt es eine Überraschung
Um das Erlebnis für alle offen zu halten, ist der Eintritt bewusst frei. Gleichzeitig sind die Reisekosten für Bands enorm gestiegen. Deshalb bauen die Veranstalter auf Unterstützung durch das Publikum.
Wer möchte, kann den Konzertauftritt mit dem Kauf eines Unterstützertickets (ab 15,03 Euro, erhältlich über Eventbrite) finanziell honorieren. Supporter erhalten dafür ein kleines Überraschungspaket. Die an der Veranstaltung Beteiligten überreichen darin eine Kleinigkeit von ihrer Kunst.
Das Isovinyl schafft neue Verbindungen
Die musikalische Verbindung zwischen Halle und Buxtehude ist bestes Beispiel für die Idee der Ladeneröffnung. „Mein Antrieb ist nicht der Verkauf von Platten, sondern Leute zusammenzubringen, die sonst vielleicht nicht viel miteinander zu tun haben“, erklärt Fotograf und Musikliebhaber Jan Iso Jürgens. Genau aus diesem Grund gibt er gleich am nächsten Tag zwei jungen Singer-Songwriter-Talenten aus der Region die Bühne, die das Isovinyl als Ort entdeckt haben und auf ihn zugekommen sind.
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Begleitet von Talha, stehen am Sonnabend, 10. Oktober, um 17.30 Uhr Gülnihal und Ümmühan am Mikrofon. Über die Musik bringen sie ihr Lebensgefühl zwischen zwei Kulturen zum Ausdruck. Um die türkischen Texte zugänglich zu machen, erklären die Musikerinnen ihre geschriebenen Songs vorab auf Deutsch.
In Erinnerung an Opa und einen legendären Club
Der Zeitpunkt des Ausnahmewochenendes hat für Jan Iso Jürgens eine besondere Bedeutung. Am 9. Oktober wurde sein vor langer Zeit verstorbener Großvater geboren. Der hatte seine berufliche Arbeitsstätte an einem legendären Ort, der ebenfalls mit unvergessenen Konzertmomenten verbunden ist.
Der Opa war letzter Obermeister der Hufschmiede-Innung in Schleswig-Holstein. Einst arbeitete er als Angestellter für das Hippodrom an der Reeperbahn in Hamburg. Das wurde 1960 dann zum Top Ten Club umgebaut, wo die Beatles 1961 für 92 Abende spielten. Für den Ladeninhaber ist das ein wunderbarer Anlass: „Wir leben so den Rock ‘n‘ Roll weiter, den es an seinem früheren Wirkungsort gegeben hat.“
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