TLehrermangel in Buxtehude: So ist die Situation an den 10 Schulen
An der Realschule Süd werden 639 Schüler unterrichtet. Foto: Wisser
In Buxtehude fällt nach wie vor viel Unterricht aus. Grund: zu wenig Lehrer. Eine aktuelle Analyse des Schulelternrats liefert Zahlen.
Buxtehude. In Buxtehude fällt an den Schulen regelmäßig Unterricht aus. Wie in der gesamten Region fehlen auch hier Lehrer. Der städtische Schulelternrat hat für die zehn allgemeinbildenden Schulen in Buxtehude konkrete Daten ermittelt.
Laut amtlichen Angaben hat sich die Unterrichtsversorgung in Buxtehude verbessert. Sie liegt nun bei 95,1 Prozent, im Vorjahr waren es 93,5 Prozent. Zum Stichtag 28. August 2025 betrug der schulformübergreifende Wert für den Landkreis Stade 91,1 Prozent. Landesweit liegt die Unterrichtsversorgung im Schnitt bei 97,2 Prozent.
Schulen in Buxtehude: Trotz Fortschritten weiterhin Defizite
Marc Höper, Vorsitzender des Stadtelternrats, warnt jedoch vor Optimismus: „Das ist nur eine Momentaufnahme. Zwei langfristig erkrankte Lehrkräfte an einer Schule können das Bild komplett verändern“, sagt er. Gut versorgte Schulen in Buxtehude müssen Lehrer an schlechter versorgte, auch außerhalb der Stadt, abstellen. „In der Realität fällt an den Buxtehuder Schulen mehr Unterricht aus, als die Zahlen der Landesschulbehörde widerspiegeln“, erklärt Höper.
In der Realität fällt an den Buxtehuder Schulen mehr Unterricht aus, als die Zahlen der Landesschulbehörde widerspiegeln.
Jede Lehrkraft, die nach der Erhebung der Zahlen vom Schulstart 2025 ausfällt, wird in dieser Statistik nicht berücksichtigt. Höper kritisiert zudem, dass es keine Informationen zu den vom Land Niedersachsen finanzierten Sozialpädagogik-Stellen gibt.

Marc Höper, Vorsitzender Stadtelternrat Buxtehude. Foto: privat
Die Hauptschule am Schulzentrum Süd in Buxtehude hat weiterhin die größten Probleme. Die Unterrichtsversorgung verbessert sich zwar für das Schuljahr 2025/2026 auf 80,6 Prozent, im Vorjahr lag sie bei 72,3 Prozent. Das war der schlechteste Wert einer allgemeinbildenden Schule im Landkreis Stade. Auch mit dem verbesserten Wert bleibt die Schule in Buxtehude aber das Schlusslicht.
Erhöhter Förderbedarf an den Haupt- und Realschulen
Konkret bedeutet das: Von 501,5 Unterrichtsstunden finden nur 404,5 Stunden statt. Die Schule deckt den Grundbedarf (322,2 Stunden) ab, aber vom Zusatzbedarf (179,5 Stunden) fällt vieles aus.
Unterrichtsversorgung
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Unterrichtsausfall
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Die schlechte Unterrichtsversorgung betrifft nicht nur Buxtehude. Besonders Haupt-, Real- und Oberschulen leisten oft unter schwierigen Bedingungen wichtige Arbeit bei der Integration von Kindern aus migrantischen Milieus und der Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Einschränkungen. An der Hauptschule Süd haben von 149 Schülern 66 Deutsch nicht als Muttersprache, 53 sind Inklusionskinder. Diese Daten stammen von der Stadt Buxtehude.

Die Hauptschule am Schulzentrum Süd hat den größten Lehrermangel der Schulen in Buxtehude. Foto: Wisser
Auch an der benachbarten Realschule Süd hat sich die Situation verbessert. Die Unterrichtsversorgung stieg auf 90,4 Prozent, im Vorjahr lag sie bei 84,3 Prozent. 45,70 Prozent der Schüler (292 von 639) sind ausländischer Herkunft, 35 sind Inklusionskinder. Hauptschule und Realschule planen, sich in den kommenden Jahren zu einer Oberschule zusammenzuschließen.
Grundschule Stieglitzweg: Unterrichtsversorgung gesunken
Besorgniserregend sind die neuen Zahlen für die Grundschule Stieglitzweg. Hier, im Buxtehuder Süden, ist die Unterrichtsversorgung auf 88,5 Prozent gesunken, im Vorjahr lag sie bei 104,5 Prozent. Die Schule steht bei der Neuorganisation der Buxtehuder Grundschulen im Fokus. Unabhängige Gutachter haben festgestellt, dass mindestens ein Teil der Schule, insbesondere die Pavillons, mittelfristig abgerissen werden müssen.
Im Rahmen des Masterplans soll geklärt werden, ob in Ottensen eine neue Grundschule gebaut wird. Diese könnte als Ausweichquartier für die Schüler der Grundschule Stieglitzweg während einer Sanierung dienen. Derzeit werden dort einschließlich der Außenstelle Ottensen 344 Kinder unterrichtet, 88 davon haben Deutsch nicht als Muttersprache, 14 sind Inklusionskinder. Der Masterplan wird am 19. März bei einer gemeinsamen Sitzung von Schul- und Bauausschuss vorgestellt.
Abordnungen belasteten gut versorgte Schulen
Der Lehrermangel sollte an den Grundschulen nicht zu Unterrichtsausfall führen, da die Zeiten von 8 bis 13 Uhr gesetzlich garantiert sind. Andere Schulen wie zum Beispiel die beiden Buxtehuder Gymnasien Halepaghen-Schule und Gymnasium Süd müssen mit ihren Lehrkräften den Unterricht an den Grundschulen sicherstellen. Der Unterrichtsausfall verlagert sich dadurch von den Grundschulen an die weiterführenden Schulen.
Die Unterrichtsversorgung der anderen Buxtehuder Grundschulen:
- Altkloster plus Außenstelle Hedendorf: 97,3 Prozent, 334 Schüler
- Harburger Straße: 97,5 Prozent, 335 Schüler
- Neukloster: 97,4 Prozent, 92 Schüler
- Rotkäppchenweg: 98,8 Prozent, 382 Schüler
Die Unterrichtsversorgung an den weiterführenden Schulen:
- Integrierte Gesamtschule: 95,6 Prozent, 1061 Schüler
- Gymnasium Süd: 98,1 Prozent, 1056 Schüler
- Halepaghen-Schule: 98,5 Prozent, 982 Schüler

An der Realschule Süd werden 639 Schüler unterrichtet. Foto: Wisser
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