TLetzte Ruhe unter Bäumen: Friedhof Brest soll saniert werden
Für die Sanierung und die Einführung einer neuen Bestattungsmöglichkeit auf dem Brester Friedhof beantragt die Verwaltung eine finanzielle Förderung. Unter anderem soll auch die Toranlage erneuert werden. Foto: P. Meyer
Auf dem Brester Friedhof soll bald eine neue Bestattungsform möglich werden - auf Wunsch der Bürger. Das sind die ersten Pläne der Verwaltung.
Brest. Der Friedhof in Brest soll in den kommenden Jahren umfassend umgestaltet werden. Das war unter anderem Thema in der letzten Sitzung des Ausschusses für Klima, Umwelt, Bau, Verkehr und Friedhof der Samtgemeinde Harsefeld.
Gepflegte Grabstätten auf dem Friedhof in Brest. Foto: P. Meyer
Neben einer Aufwertung der Außenanlagen soll erstmals auch eine Bestattung unter Bäumen ermöglicht werden. Für die bietet der Friedhof Brest laut Landschaftsarchitekten beste Voraussetzungen.
Der Trend geht zu kleinen Bestattungen
Hintergrund der Neugestaltung ist der Wunsch der Bresterinnen und Brester, den Friedhof stärker an die veränderten Bedürfnisse der Menschen anzupassen. „Zunehmend finden Bestattungen in kleinen Gruppen im engsten Familienkreis statt, während groß angelegte Trauerfeiern eher die Ausnahme bilden“, so Landschaftsarchitekt Hans-Dieter Windler aus Tarmstedt in seinem Bericht zum zweiten Vorentwurfsplan.
Gleichzeitig steige das Interesse an naturnahen Bestattungsformen - wie etwa einer Bestattung unter Bäumen. Dafür biete der Friedhof Brest gute Voraussetzungen. Auf dem Gelände hat sich in den vergangenen Jahren ein kleiner Jungwald entwickelt, der künftig als Bereich für Baumbestattungen genutzt werden könnte.
Pavillon, Sitzbänke und Wasserzapfstellen
Nach den Plänen des Landschaftsarchitekten soll das Waldstück behutsam ausgelichtet und mit geschwungenen, wassergebundenen Wegen erschlossen werden. Ziel sei ein barrierearmer Zugang für Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen sowie eine höhere Aufenthaltsqualität. Insgesamt soll der Friedhof zu einem modernen „Ort der Begegnung, des Gedenkens und der Gemeinschaft“ weiterentwickelt werden.

Diese Visualisierung des Landschaftsarchitekten Hans-Dieter Windler zeigt, was auf dem Friedhof Brest möglich ist. Foto: Geformte Natur/H.-D. Windler
Die Planungen entstanden gemeinsam mit einem Arbeitskreis Friedhof Brest sowie der Kirchengemeinde Bargstedt als Eigentümerin des Geländes.
T Bunte Särge und Urnen: Paar gibt dem Tod Farbe
T Mehr Solar auf Dächern: Harsefeld plant gezielten Ausbau
Darüber hinaus sind zahlreiche weitere Maßnahmen vorgesehen. Freie Grabflächen sollen einheitlich mit Stauden bepflanzt, standortfremde Nadelgehölze entfernt und zusätzliche Wasserzapfstellen eingerichtet werden. Neue Sitzbänke, die Sanierung der Toranlage und des Ehrenmals sowie eine ansprechendere Gestaltung der Kompostanlage sollen ebenfalls zum neuen Erscheinungsbild beitragen.

Die Friedhofskapelle auf dem Brester Friedhof soll saniert werden. Ein Ziel: Ein hellerer Innenraum durch Abschaffen der Sichtblenden. Foto: P. Meyer
Auch die Pflasterflächen rund um die Friedhofskapelle sollen erneuert werden, um Stolperfallen zu minimieren. Ein überdachter Pavillon könnte zudem eine flexible Nutzung ermöglichen: für Andachten, rituelle Gestaltung oder als Sitzmöglichkeit für Besucher.
Ressourcen sparen: Kapelle bleibt stehen
Die Kapelle selbst bleibt nach aktuellem Stand erhalten. Statt eines ursprünglich diskutierten Neubaus soll das Gebäude mit überschaubarem Aufwand saniert werden. Geplant sind unter anderem die Erneuerung des maroden Pultdachs sowie der Rückbau der Sichtblenden vor den Fenstern, damit der Innenraum heller und freundlicher wirkt. Nach Einschätzung der Verwaltung kann die Kapelle so noch viele Jahrzehnte genutzt werden. Gleichzeitig spart der Erhalt des Gebäudes Ressourcen, weil ein Abriss und Neubau vermieden werden.
Tod ohne Angehörige – Wer trägt die Bestattungskosten?
Norddeutschland
T Sternenkind-Bestattung in Niedersachsen: Diese Regeln gelten
Die Gesamtkosten der urpsprünglichen Planung liegen bei 131.500 Euro für die Außenanlagen sowie weiteren knapp 66.300 Euro für die Arbeiten an der Kapelle. Auf Vorschlag der Verwaltung sollen die Kosten für die Neugestaltung der Außenanlagen aber auf maximal 100.000 Euro begrenzt werden. Für beide Maßnahmen könnte eine Förderung aus dem Dorfentwicklungsprogramm beantragt werden. Der Fördersatz liegt derzeit bei 55 Prozent.
Wunsch auf Förderung auch in Ahlerstedt und Bargstedt
Im Ausschuss regten zudem Uwe Arndt und Ulrich Rathjens, die Bürgermeister der Gemeinden Ahlerstedt und Bargstedt, an, vergleichbare Fördermöglichkeiten bei entsprechenden Voraussetzungen auch für ihre Friedhöfe zu prüfen.

Der Friedhof Brest: Zwischen dieser Bank und der Kapelle könnte nach Plänen des Landschaftsarchitekten ein Pavillon entstehen. Foto: P. Meyer
Priorität liegt jetzt aber erstmal auf Brest, denn hier ist Eile geboten: Die Samtgemeinde kann den Förderantrag nur noch bis zum 30. September stellen. Danach endet das Dorfentwicklungsprogramm für die Verbunddorfregion Kutenholz-Brest.
Wird der Antrag bewilligt, soll die Umsetzung der Maßnahmen im Jahr 2027 erfolgen. Die erforderlichen Haushaltsmittel sollen im kommenden Haushalt eingeplant werden.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.