TLindemann-Pläne: Neue Wohnhäuser und ein Ärztezentrum in Stade
Der Neubau am Pulverweg in Stade ist bewusst mit hellerem Klinker geplant. Foto: Lindemann
Die Wako in Stade ist Geschichte. Ihr altes Firmengelände hat dagegen Zukunft: Die Lindemann-Gruppe will dort ein medizinisches Zentrum errichten. Nur eines von vielen Projekten.
Stade. Die bundesweit tätige Kötter Security Gruppe hat 2024 die in Stade beheimatete Wako Gruppe übernommen. 2026 fand die endgültige Umfirmierung statt. Mehr als 800 Mitarbeiter waren betroffen. Die Wako Gruppe bestand 120 Jahre.
Wako steht für Wach- und Kontrolldienst. Stade war der Stammsitz der Gruppe mit etwa 250 Beschäftigten vor Ort. Unter anderem wurde die Wako für die Sicherheit am Stader Kernkraftwerk eingesetzt. Das Unternehmen gab den ehemaligen Sitz in der Brinkstraße nahe des Bahnhofs auf und sitzt jetzt in der Schiffertorsstraße. Stade ist nach Kötter-Angaben eine von 90 Niederlassungen bundesweit.
Ein Augen- und ein Zahnarzt schielen nach Stade
Lindemann hat sich das Grundstück in der Brinkstraße gesichert und will die gute, weil zentrale Lage am Bahnhof jetzt veredeln. Nach jetzigem Stand der noch frühen Planungen wird der Altbestand abgerissen und ein Neubau für ein medizinisches Versorgungszentrum errichtet.

Das Gebäude der Wako nahe des Stader Bahnhofs. Lindemann hat es sich gesichert und will es zu einem medizinischen Zentrum entwickeln. Foto: Strüning
Ein Augen- und ein Zahnarzt haben Interesse bekundet, die bisher noch nicht in der Stadt ansässig sind. Auch Räume für psychiatrische Therapien seien nachgefragt worden, so Lindemann-Vertriebsleiter Mario Thomaschewsky. Insgesamt werden 1200 Quadratmeter Nutzfläche in vier Gewerbeeinheiten auf drei Etagen geschaffen.
Am Bauantrag wird noch hausintern gearbeitet, diesen will Lindemann Mitte des Jahres abgeben bei der Stadt. Neben diesem zentralen gewerblichen Vorhaben hat das Unternehmen diverse Wohnbauprojekte im gesamten Landkreis für 2026 im Portfolio.
In Harsefeld wurde, wie berichtet, bereits Richtfest gefeiert in der alten Gärtnerei am Gierenberg. Hier entstehen 14 Wohnungen in verschiedenen Größen für Kapitalanleger oder Selbstnutzer. Die Fertigstellung ist für den Spätsommer geplant.
Vier neue Wohnungen in der Harsefelder Straße
In der Harsefelder Straße 97 in Stade hat Lindemann eine Immobilie erworben, die abgerissen wird. Hier sollen vier Wohneinheiten hochgezogen werden mit zwei oder drei Zimmern. Der Bauantrag ist gestellt, das Lindemann-Team rechnet mit dem Baustart in der zweiten Jahreshälfte.
Im Pulverweg in Stade-Hohenwedel wächst demnächst ein Haus mit sechs Wohnungen unterschiedlicher Größe in die Höhe. Hier wird bewusst mit hellem Klinker - und nicht mit den typisch roten Steinen - gearbeitet, damit Architektur und Fassade zum Umfeld passen, sagt Thomaschewsky. Für dieses Objekt können sich Mietinteressenten bereits melden. Baustart soll im Sommer sein, die Bauzeit ist mit einem Jahr veranschlagt.
Häuser in Schölisch werden abgerissen
In Stade-Schölisch hat Lindemann drei Grundstücke erworben, und zwar in der Schölischer Straße 21, 23, 29. Die alten Häuser werden abgerissen, weil eine Sanierung wirtschaftlich nicht darstellbar ist, sagt Thomaschewsky: „Der Sanierungsstau ist zu groß.“ Hier sollen zwölf Zwei- oder Drei-Zimmer-Wohnungen entstehen, womöglich auch als bezahlbarer Wohnraum mit Unterstützung durch öffentliche Gelder.

Die Visualisierung der Pläne in der Hinterstraße in Hollern-Twielenfleth. Foto: Lindemann
In Hollern-Twielenfleth will Lindemann möglichst zeitnah in der Hinterstraße bauen. 22 Wohneinheiten sind geplant, die aber wohl erst 2027 umgesetzt werden können, weil zuvor Tennet einen alten Strommast abbauen muss. „Das ärgert uns sehr“, sagt Lindemann-Geschäftsführer Friedrich Witt zu der Verzögerung.
Zwei Großprojekte: Finanzamt und Gummi-Schmidt
In Horneburg ist die Bebauung des Dankersquartiers abgeschlossen. Alle 25 Wohnungen sind bezogen, zwei stehen noch zum Verkauf als Anlageobjekt.
In der Pipeline sind auch noch die Großaufträge altes Finanzamt und Gummi-Schmidt, beide in Stade beheimatet. Gemeinsam mit der Buxtehuder Wohnungsbau-Firma HBI hat sich Lindemann das 14.400 Quadratmeter große Grundstück an der Harburger Straße gesichert, wo jetzt noch das Finanzamt steht. Ein neues ist im Benedixland in Stade im Bau. Im Camper Park sollen einmal 160 Wohnungen in sechs Blöcken entstehen.
Neue Bauvorhaben
T Wohnungen und ein Gewerbehof: Was Lindemann in Stade plant
Die Neubebauung des ehemaligen Fabrikgeländes von Gummi-Schmidt in direkter Nachbarschaft zur Altstadt ist ein außergewöhnliches Projekt. Die alten Gebäude zwischen Burggraben und Freiburger Straße sind bereits abgerissen.
Nicht zuletzt: Lindemann ist auch in Hamburg aktiv. In Volksdorf sollen sieben Stadthäuser entstehen mit jeweils fünf Zimmern und einer Wohnfläche von knapp 150 Quadratmetern.
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