TMehr Sicherheit für Schulkinder: Horneburg plant neue Fahrradstraße
Horneburger Kinder sollen zukünftig sicherer mit dem Fahrrad im Ort fahren können (Symbolbild). Foto: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn
Zu eng von Autos überholt, Ärger mit Elterntaxis: Fahrradfahrer in Horneburg stoßen auf viele Hindernisse. Jetzt hat der Flecken einen Plan gefasst, um die Situation zu verbessern.
Horneburg. Wer das Auto stehen lässt und sich auf das Fahrrad schwingt, braucht sichere Wege. Im Flecken Horneburg teilen sich Rad- und Autoverkehr meist dieselbe Fahrbahn, wodurch es immer wieder zu Konflikten zwischen Verkehrsteilnehmern kommt. Eine neue Fahrradstraße soll dies zukünftig verbessern.
Kurz vor Weihnachten kamen die Mitglieder des Fleckenrats zusammen, um über die Verbesserung der Fahrradstrecken in der Gemeinde zu beraten. Bereits im September hatte Ratsmitglied Verena Wein-Wilke (Grüne) einen Antrag im Umweltausschuss eingebracht, den Grünen Weg in eine Fahrradstraße umzugestalten. Der Beschluss des Fleckenrats geht jetzt noch weiter: Einzelne Straßen des Wohnquartiers sollen vom Baugebiet Blumenthal bis zum Ortskern zur Fahrradstraße werden.
Verkehrsexperte sieht Voraussetzungen für Fahrradstraße
Dass der Flecken sich fahrradfreundlicher aufstellen will, ist keineswegs neu. Bereits im November 2015 gründete sich eine Arbeitsgruppe aus engagierten Bürgern und Ratsmitgliedern, um konkrete Ideen für ein Radwege-Konzept zu sammeln. Jüngst informierte der Verkehrsplaner Lothar Zacharias aus Hannover im Ausschuss über die Unterschiede verschiedener Verkehrsmodelle und die jeweiligen gesetzlichen Vorgaben.
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Grundsätzlich gilt: Eine Fahrradstraße dürfen nur Radverkehr sowie sogenannte Elektro-Kleinstfahrzeuge wie beispielsweise E-Scooter befahren. Nebeneinanderfahren ist hier ausdrücklich erlaubt. Über Zusatzzeichen wie etwa „Anlieger frei“ oder „Pkw frei“ dürfen auch Autofahrer die Fahrradstraße befahren. Für alle Verkehrsteilnehmer gilt jedoch maximal Tempo 30.
Viele Anwohner mit Fahrrad unterwegs
Um eine Fahrradstraße anzuordnen, muss eine hohe Radverkehrsdichte entweder bereits vorhanden oder zu erwarten sein. Das ist beispielsweise in Wohnquartieren wie Horneburg-West der Fall. Im Bereich des Grünen Wegs ist bereits eine Tempo-30-Zone eingerichtet. Zudem ist der Weg zu schmal, sodass Autos langsamere Fahrradfahrer nicht überholen dürfen.
Das führte im Ausschuss zur Diskussion darüber, was sich durch eine Fahrradstraße konkret verbessern würde. Fahrradfahrer hätten laut Zacharias durch eine Fahrradstraße zwar nur geringe rechtliche, dafür aber psychologische Vorteile.
Schulkinder profitieren von Fahrradstraße
In normalen Straßen würden Radfahrer oft verbotswidrig auf Gehwege ausweichen, um den Kfz-Verkehr nicht aufzuhalten. In einer Fahrradstraße hingegen wären sie die Hauptnutzer, was zu mehr Selbstbewusstsein führe. Insbesondere Kinder auf dem Weg zur Schule oder zu den Sportanlagen würden davon profitieren. So könnte sich das Aufkommen an Elterntaxis um Schulen und Kitas reduzieren.
Kostentechnisch sei eine Fahrradstraße günstig umsetzbar, da nur Markierungen und Schilder notwendig wären. Eine reine Fahrradstraße ohne Kfz-Verkehr schloss der Verkehrsexperte aus, da dies die Anwohner beim Erreichen ihrer Grundstücke einschränken und den Autoverkehr möglicherweise in die Schanzenstraße verlagern würde.
Neue Fahrradbox am Bahnhof soll kommen
Konkret soll die neue Fahrradstraße entlang Grüner Weg über Schanzenstraße und Bürgermeister-Löhden-Straße bis zum Bürgermeister-zum-Felde-Weg führen. Mit deutlicher Mehrheit stimmte der Fleckenrat für die Umsetzung. Grünen-Ratsmitglied Wein-Wilke nannte den Beschluss „eine wegweisende Entscheidung.“
Zusätzlich soll auf dem P&R-Parkplatz am Grünen Weg südlich der Bahngleise eine überdachte Fahrradbox gebaut werden. Dort sollen zukünftig bis zu 24 Fahrräder Platz finden, da die bisherige Fahrradbox nördlich der Bahn nicht mehr ausreicht. Die Box soll direkt neben den Schwerbehindertenparkplätzen entstehen. So sollen Fahrräder und E-Bikes vor Diebstahl, Vandalismus und Witterung besser geschützt werden. Für die neue Fahrradbox kalkuliert die Gemeinde mit Kosten von etwa 25.000 Euro.
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