Minenjagdboot „Fulda“ mit Ziel Mittelmeer gestartet
Die „Fulda“ ist auf dem Weg ins Mittelmeer. (Archivbild) Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Das deutsche Minenjagdboot „Fulda“ steht für einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus bereit. Nun ist die Besatzung von Kiel aus gestartet - näher an das mögliche Einsatzgebiet.
Kiel. Im Vorgriff auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus ist das Minenjagdboot „Fulda“ der Deutschen Marine von Kiel aus in Richtung Mittelmeer unterwegs. Begleitet von den Klängen des Marinemusikkorps Ostsee und einer Wasserfontäne der Feuerwehr verließ die „Fulda“ um 14.15 Uhr den Marinestützpunkt. Die Marine will Boot und Besatzung näher an das mögliche Einsatzgebiet bringen, sollte es zu einem internationalen Marineeinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus kommen.
Für den Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Axel Deertz, zeigt der Einsatz, „mit welcher Wucht globale Sicherheitsfragen in unseren Alltag eindringen“. Die Marine leiste permanent ihren Beitrag, verzugslos und bedrohungsangepasst auf eine Vielzahl von Herausforderungen zu reagieren. „Das tun wir mit der kleinsten Flotte aller Zeiten, die wir gerade komplett neu und umbauen. Alles, was fahren kann, fährt.“
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat eine deutsche Beteiligung an einem internationalen Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus angeboten. „Voraussetzung für ihren tatsächlichen Einsatz vor Ort bleiben ein effektives Ende der Kampfhandlung, die Zustimmung des Deutschen Bundestages und ein entsprechender völkerrechtlicher Rahmen“, sagte Deertz. Unter Führung Frankreichs und Großbritanniens bereitet ein internationales Bündnis einen möglichen Marineeinsatz nach einem Ende der Kampfhandlungen vor.
Das kann die „Fulda“
Neben der aus 42 Soldatinnen und Soldaten bestehenden Stammcrew sind vier Minentaucher an Bord. Die 1998 in Dienst gestellte „Fulda“ verfügt über eine Taucherdruckkammer. Die insgesamt zehn Boote der Frankenthal-Klasse, zu der sie gehört, sind mit Drohnen ausgerüstet, die auf verschiedene Arten Gegenstände wie Minen orten können. Anschließend können Minentaucher die Sprengkörper unschädlich machen. Neben autonomen Drohnen, die ein bestimmtes Seegebiet selbstständig erkunden, stehen gelenkte Unterwasserdrohnen zur Verfügung, die über eine Kamera und einen Greifer verfügen.
Andere, sogenannte Hohlstablenkboote der Seehund-Klasse können zudem magnetische und akustische Signaturen von Schiffen simulieren, um Minen gefahrlos zur Detonation zu bringen.
Nach Marineangaben kann die „Fulda“ auf extrem leise Schleichfahrt gehen, um selbst der Gefahr durch Minen zu entgehen. Die Minenjagdboote besitzen einen Rumpf aus nicht-magnetischem Stahl. Zudem haben die Boote eine Magnet-Eigenschutz-Anlage. Diese kann Magnetfelder unterdrücken, die durch elektrische und elektronische Systeme an Bord entstehen.