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TMischt sich Landrat Seefried zu viel in Stader Themen ein?

Zuletzt sorgten zwei Großeinsätze der Polizei im Altländer Viertel in Stade für Schlagzeilen.

Zuletzt sorgten zwei Großeinsätze der Polizei im Altländer Viertel in Stade für Schlagzeilen. Foto: Vasel

Stade fehlt zurzeit ein richtiger Bürgermeister. Das fällt immer wieder auf. Aber es gibt starken Ersatz.

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Von Lars Strüning
11.07.2026, 19:05 Uhr

Landkreis. Landrat Kai Seefried kann das Vakuum in der Stader Stadtverwaltung offenbar nicht mehr mit ansehen. Er mischt sich verstärkt in die Stadtthemen ein.

Landrat Seefried ist Wortführer bei Stader Themen

Beim Krisenmanagement rund um die Chemieindustrie in Stade ist er bereits Wortführer. Beim schrecklichen Sechsfachmord in der Dankersstraße war er früh am Tatort und zeigte Präsenz. Und jetzt nimmt er sich das Altländer Viertel vor. Das ist nun wirklich Angelegenheit der Stadt.

Doch während die eher schläfrig und passiv mit dem Thema umgeht, hat der omnipräsente und hyperaktive Seefried zum Krisengipfel eingeladen. Bitte nicht falsch verstehen: Das sind alles wichtige Themen, und der Landrat bringt auch was voran.

Vielleicht denkt er auch an seinen eigenen Wahlkampf. Schließlich will er am 13. September wiedergewählt werden. Ein Kontrahent könnte ihm dabei im Weg stehen - und dann gerade noch von der AfD.

Die Ersten rollen schon mit den Augen

Während in der Stadt schon einige mit den Augen rollen wegen Seefrieds Engagement und das teils für übergriffig halten, wird immer mehr deutlich, wie sehr ein hauptamtlicher Bürgermeister als Chef der Verwaltung fehlt, der Themen setzt, Schwerpunkte formuliert, politisch agiert.

Die potenziellen Nachfolger bringen sich derweil in Stellung. Sechs sind es an der Zahl. Sehr aktiv auf Social Media sind Arne Kramer (CDU) und Kai Koeser (SPD), die quasi ein Fernduell bestreiten. Enrico Bergmann (FDP) holt gerade auf und zieht den Zorn von Jörg Baumann (Gemeinsam etwas ändern) auf sich.

Wahlkampf läuft an: Baumann kontra Bergmann

„Kultur ist zu teuer, hat er gesagt“ - sagt Bergmann in einem Reel über Baumann. Der FDP-Mann bezieht sich auf einen TAGEBLATT-Artikel, in dem der parteilose Baumann die hohen Kosten in Millionenhöhe fürs Stadeum anprangerte.

Zu der Kritik steht er, sagt Baumann, aber er fühlt sich missverstanden, spricht von Gerüchten, mit denen er immer wieder konfrontiert werde. Es gehe ihm nicht darum, die Kultur komplett runterzufahren. Bergmann sei unfair.

Kai Koeser reagiert auf eine „öffentliche Debatte“ zu erweiterten Ladenöffnungszeiten in Stade, die aber gar nicht stattfindet. Also: Er ist dagegen, will einen Aktionsplan und reagiert damit auf einen Vorschlag des Ministerpräsidenten aus Sachsen-Anhalt ...

Der Wahlkampf kommt in Schwung mit bunten Blüten. Ob die Protagonisten in Stade bei der derzeitigen Gemengelage in der Stadt auf die richtigen Themen setzen, darf bezweifelt werden. Der Landrat scheint da etwas cleverer zu sein.

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