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Ermittlungen eingestellt

TMissbrauchs-Vorwürfe: Mahnwache macht Familie von Schülerin Mut

Über 200 Personen kamen am Dienstagabend zur Mahnwache auf den Dorfplatz.

Über 200 Personen kamen am Dienstagabend zur Mahnwache auf den Dorfplatz. Foto: Birgit Pape/bz

Im Juni 2025 wurde ein damals 14-jähriges Mädchen aus der Gemeinde Gnarrenburg mutmaßlich Opfer einer Sexualstraftat im Jugendzentrum. Am Dienstagabend kamen 200 Menschen auf dem Dorfplatz zusammen.

Von Birgit Pape, bz 09.09.2026, 15:35 Uhr

Gnarrenburg. Die mutmaßliche Tat geschah damals in den Räumen des Jugendzentrums. Die Jugendliche soll dort von drei männlichen Jugendlichen sexuell misshandelt worden sein. Der Tatvorwurf in einer Ende Juli vergangenen Jahres aufgegebenen Anzeige bei der Polizei lautet Vergewaltigung. Die Ermittlungen gegen die drei Jugendlichen wurden von der Staatsanwaltschaft Stade nach über einem Jahr eingestellt.

Es wurde kein Gerichtsverfahren eröffnet. „Weil den Beschuldigten eine strafbare Handlung mit der für die Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit nicht nachgewiesen werden kann“, begründete Staatsanwältin Julia Lüth die Entscheidung. Voraussetzung für eine Strafbarkeit sei, „dass der Widerwillen des Opfers für einen objektiven Dritten erkennbar gewesen wäre“, hieß es weiter in der Begründung.

Mutter: Tochter ist bis heute schwer traumatisiert

Die Anwältin der Anzeigenerstatterin hat gegen diesen Bescheid Beschwerde eingelegt. Über diese Beschwerde entscheidet nun die Generalstaatsanwaltschaft Celle. Die Mutter der damals 14-Jährigen hat im Gespräch mit der „Bremervörder Zeitung“ betont, dass ihre Tochter bis heute schwer traumatisiert sei und unter den Geschehnissen im JUZE leide.

Auch in überregionalen und sozialen Medien waren die Geschehnisse immer wieder Thema. Über soziale Medien wurde vor ein paar Tagen dann auch zu einer Mahnwache unter dem Motto „Gnarrenburg steht hinter Frida“ eingeladen. Über 200 Menschen kamen am Dienstag auf den Gnarrenburger Dorfplatz. Initiatorin ist die Kuhstedterin Yasmin Deppe.

„Ich habe keinen direkten Kontakt zur Familie des Mädchens, aber mich und viele andere hat diese Tat aufgewühlt. Ich wollte das nicht einfach unter den Tisch fallen lassen und habe deshalb diese Mahnwache organisiert und angemeldet“, erklärt Yasmin Deppe. „Sie ist nicht allein, wir sehen sie und stehen hinter ihr, möchten wir mit dieser Mahnwache dem Mädchen signalisieren“, betont Deppe. Die Initiatorin verzichtete bewusst auf laute Reden. „Wir wollen nicht schreien, nicht urteilen, sondern einfach da sein“, erklärte Deppe. Die Versammlung sei unpolitisch, betonte die Initiatorin.

Laut Polizei verlief die Mahnwache ohne polizeiliche Vorkommnisse und wurde gegen 20.10 Uhr beendet.

„Zahlen wir jetzt gerne die Anwaltskosten der Familie“

Die Teilnehmer zeigten sich betroffen wegen der mutmaßlichen Tat im JUZE. „Ich habe selbst Kinder und möchte nicht, dass so etwas totgeschwiegen wird. Hoffentlich gibt es doch noch einen Prozess. Ich wünsche mir Gerechtigkeit“, sagte ein junger Mann aus Basdahl. An der Mahnwache nahmen auch die Mutter, Großmutter sowie eine Tante und ein Onkel des Mädchens „Frida“ teil, deren richtiger Name aus Personenschutzgründen nicht genannt wird. „Wir sind sehr bewegt, wie viele Menschen gekommen sind. Auch aus weiter entfernten Orten“, sagt der Onkel in der „Bremervörder Zeitung“.

Nun erklärte die Familie in einem sozialen Medium, dass sie den Teilnehmern von ganzem Herzen für ihre Wertschätzung danke. „Das hat uns in dieser schweren Zeit sehr viel Kraft gegeben“, betont die Familie.

Ein anderer Teilnehmer hätte sich noch viel mehr Resonanz bei der Mahnwache gewünscht. „Viele Leute, die sonst überall mitreden, sind heute Abend nicht da. Das ärgert mich“, erklärte der Mann. Er und ein Freund würden die Familie des mutmaßlichen Opfers unterstützen. „Wir wollten ganz konkret etwas tun und nicht nur reden, deshalb zahlen wir jetzt gerne die Anwaltskosten der Familie. Wir möchten das Mädchen in dieser Situation nicht alleine lassen“, betont der Mann abschließend.

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