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Schüler-Projekt

NS-Zeit in Stade: Ein Audio-Stadtrundgang in mehreren Sprachen

Mit eigener Stimme in mehreren Sprachen: Schülerinnen und Schüler der BBS II in Stade haben den Audio-Stadtrundgang zur NS-Zeit in Stade jetzt selbst übersetzt und eingelesen.

Mit eigener Stimme in mehreren Sprachen: Schülerinnen und Schüler der BBS II in Stade haben den Audio-Stadtrundgang zur NS-Zeit in Stade jetzt selbst übersetzt und eingelesen. Foto: Richter

„Das spricht ganz andere Leute an als sonst“, sagt Muhammad über den Audio-Stadtrundgang zur NS-Zeit in Stade. Er und seine Mitschüler von der BBS II haben ihn in mehrere Sprachen übersetzt.

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Von Anping Richter
Samstag, 13.06.2026, 14:50 Uhr

Stade. „Babys und Kleinkinder wurden ihren Müttern von den Nazis weggenommen und mussten verhungern. Wie die Menschen damals je nach ihrer Herkunft in Gruppen aufgeteilt wurden, hat mich richtig traurig gemacht“, sagt die Schülerin Kannupret über ihre Arbeit an den neuen Versionen des Audioguides in mehreren Sprachen.

Das Unrecht der Nazizeit wird fühlbar

Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule (FOS) Wirtschaft haben den Stadtrundgang zum Anhören selbst entwickelt und sind dafür mit dem Zivilcouragepreis 2024 ausgezeichnet worden. Basierend auf den antifaschistischen Stadtrundgängen des Lokalgeschichtsforschers Michael Quelle informiert der Audioguide nicht nur, sondern lässt die Zuhörer auch das Grauen des Unrechtsregimes fühlen.

Wie die Schülerin Hatun berichtet, wurden die Übersetzungen ins Spanische und Englische zuerst mit Unterstützung künstlicher Intelligenz angefertigt. Anschließend mussten sie prüfen, ob die Übersetzung korrekt war, um sie dann in einfacher Sprache in eigene Worte zu fassen. Auch die Lehrkräfte sahen sich das Ganze noch einmal an, bevor der letzte Schritt erfolgte: das Einsprechen mit verteilten Rollen.

Auch die Familie beteiligt sich am Projekt

Yuna und Abud haben die Texte ins Arabische übersetzt, ihr Mitschüler Roman Hornostai hat die Übersetzung ins Ukrainische übernommen. Für ihn wurde das Einsprechen zum Familienprojekt, bei dem seine Mutter und seine Schwester mitwirkten. „Sehr engagiert und ausdrucksstark“, wie Lehrerin Sabine Stellamans-Wramba und seine Mitschüler versichern.

„Es gibt 25-Jährige, die behaupten, dass das alles gar nicht stimmt und nie passiert ist“, sagt Hatun. Deshalb sei es gut, beim Stadtrundgang vor Ort zu sehen und zu hören, was damals in der eigenen Stadt passierte.

Der antifaschistische Stadtrundgang ist neben Deutsch nun auch auf Englisch, Spanisch, Arabisch und Ukrainisch abrufbar auf der Internetseite der BBS II oder per QR-Code auf Flyern, die in den jeweiligen Sprachen erstellt wurden.

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