TNach Engpässen: So steht es um die Blutreserven im Landkreis Stade
Anette Hell, Fachärztin für Transfusionsmedizin an den Elbe Kliniken Stade-Buxtehude, rät: „Wer kann, spende Blut. Es kann Leben retten.“ Foto: Oliver Berg/dpa (Archiv)
Zu Jahresbeginn fehlten dem DRK viele Blutspender, auch im Landkreis Stade. Hatte der Spendenaufruf Erfolg? Und haben die Elbe Kliniken aktuell genug Blut für Patienten?
Landkreis. Am 5. Januar spürten sie es in Oldendorf auf den Blutspendeliegen. Ferien, Erkältungswellen und das Winterwetter: Beim Blutspende-Termin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Oldendorf kamen deswegen 25 Prozent weniger Blutspender.
Etwa 650 Menschen spenden jährlich ihr Blut in Oldendorf, im Schnitt sind es an jedem der fünf Termine ungefähr 130 Menschen. Bei dieser Blutspende kamen mehr als 30 Lebensretter in spe weniger durch die Umstände des Winters.
Das DRK warnte deshalb Mitte Januar bundesweit, dass Blutspenden fehlen. Um die 15.000 Blutspenden werden täglich in deutschen Kliniken, Krankenhäusern und Arztpraxen gebraucht. Der Appell ans Volk machte sich bemerkbar, unter anderem in Buxtehude.
DRK-Kreisverband freut sich über positiven Spendenaufruf
Knapp einen Monat später erlebte das DRK am 2. Februar in den Stadtwerken Buxtehude einen Ansturm auf die Blutspendebänke. Doch nicht jeder, der bereit war, durfte spenden. Hier konnten sich Spender bislang spontan Blut abnehmen lassen. Denn ohne Termin ging an diesem Tag nichts.
DRK warnt: Deutschlandweit fehlen Blutspenden
„Nach den Aufrufen des DRK und des Blutspendedienstes haben wir tatsächlich wieder eine steigende Spendenbereitschaft wahrgenommen“, sagt der DRK-Kreisverband Stade. Das bedeute nicht, dass genügend Spenden vorhanden seien.
Im Januar lagen weniger Spender auf den Liegen, im Februar waren es mehr und teilweise so viele, dass nicht jeder spenden durfte: Wie steht es also aktuell um die Blutreserven im Landkreis?
Knappe Blutkonservendepots im Landkreis Stade, aber gutes Management
„In den Elbe Kliniken sind die Blutkonservendepots aktuell knapp bestückt, für manche Blutgruppen gibt es nur wenig Nachschub vom DRK-Blutspendedienst“, sagt Anette Hell, Fachärztin für Transfusionsmedizin an den Elbe Kliniken Stade-Buxtehude.
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Hell beruhigt die Lage aber: „Wir können bisher durch gutes Vorrats- und Ausgabemanagement alle Patienten versorgen und mussten auch noch keine Operationen verschieben.“
Sinkende Spendenbereitschaft in Deutschland: Eine Blutgruppe ist Allrounder
„Uns fehlen Spender“, sagt Heinz Schlegel, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Oldendorf. In Deutschland ist die Lage ernst. Denn Deutsche spenden weniger Blut als noch vor zehn Jahren. 2015 registrierte das Paul-Ehrlich-Insitiut 4,14 Millionen Vollblutspenden, 2024 waren es mit 3,59 Millionen mehr als 13 Prozent weniger.
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Dringend werde Nachschub der Blutgruppe 0 benötigt, sagt Schlegel, da es als universelles Spenderblut gilt und auch bei Patienten anderer Blutgruppen eingesetzt werden kann.
Blutspenden als Teamsport und lebensrettende Aktion
Blutspenden kann durch gemeinsame Ziele Teamgeist fördern, erklärt Schlegel an einem Beispiel. Der FC Oste/Oldendorf nahm an der Niedersächsischen Blutspendemeisterschaft des Norddeutschen Fußball-Verbandes teil und spendete von allen Teilnehmern das drittmeiste Blut. 140 Vereinsmitglieder ließen sich Blut abnehmen. Die Belohnung: ein neuer Trikotsatz.
Blut kann jeder spenden, der einen Lichtbildausweis beim Termin dabei hat und mindestens 18 Jahre alt ist. Nach oben gibt es keine Altersgrenze, aber im Idealfall sollten Erstspender jünger als 60 Jahre alt sein und alle Spender sich „gesund und fit“ fühlen, sagt Schlegel. Ärzte prüfen vor der Blutabnahme Gesundheitszustand und Blutwerte.
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Anette Hells Appell ist daher: „Wer kann, spende Blut. Es kann Leben retten.“ Der DRK-Kreisverband ermutigt: Die Spende dauert nur eine Stunde - eine Stunde, die für einen anderen Menschen über Leben und Tod entscheiden könne.
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