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Fußball-Regionalliga

TNach Pleite gegen Werder: D/A beantwortet die Trainerfrage

Christopher Schepp kann es nicht fassen. D/A vergibt Hochkaräter und verliert in der Nachspielzeit 0:1 gegen Werder Bremen II.

Christopher Schepp kann es nicht fassen. D/A vergibt Hochkaräter und verliert in der Nachspielzeit 0:1 gegen Werder Bremen II. Foto: Jörg Struwe

Die Krise beim Fußball-Regionalligisten verschärft sich. Da hält es Präsident Rigo Gooßen im Nachgang mit Schlagersänger Heintje.

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Von Daniel Berlin
27.08.2026, 21:05 Uhr

Drochtersen. D/A-Präsident Rigo Gooßen zitiert am Donnerstag aus einem Schlager von Heintje: „Es kann nicht immer nur die Sonne scheinen.“ Die Heimniederlage in der Fußball-Regionalliga Nord gegen den SV Werder Bremen II ist da gerade mal ein paar Stunden her. Die SV Drochtersen/Assel kassierte das 0:1 vor knapp 1000 Zuschauern in der Nachspielzeit nach einem Konter.

Luca Höcker heißt der Bremer Spieler, der D/A in der 93. Spielminute noch tiefer in die sportliche Krise schoss. Höcker riss sich vor Freude das grün-weiße Trikot vom Leib und jubelte ausgelassen mit seinen Kollegen vor dem neuen Drochterser Vereinsheim. Vor der Tribüne, wo die VIPs sitzen. Von dort schaute auch der Präsident zu, der sich womöglich im Kopf schon sein obligatorisches Statement für die Pressekonferenz zurechtlegte.

D/A setzt auf das Prinzip Hoffnung

Gooßens erste Reaktion hörte sich ruhig - aber in Teilen durchaus vernichtend - an. „Das ist ein blamables Ergebnis für die Mannschaft“, sagte er. „Es gibt Zeiten, da denkt man, man hat alles verkehrt gemacht.“ Gooßen setzt auf das „Prinzip Hoffnung“.

Natürlich kommt in Drochtersen die Trainerfrage auf nach solch einem Spiel. Werder Bremen II war als Tabellenvorletzter angereist. Und natürlich sind Verein und Umfeld hinterher immer schlauer, wenn es um den im Sommer zusammengestellten Kader geht, der D/A eigentlich zum Pokalsieg und in die 3. Liga schießen sollte. Aber mit einem Tag Abstand differenziert Gooßen auf TAGEBLATT-Nachfrage und agiert entgegen der üblichen Mechanismen im Fußballgeschäft.

Trainer Oliver Ioannou wird auch am nächsten Spieltag gegen den VfB Lübeck an der Seitenlinie stehen.

Trainer Oliver Ioannou wird auch am nächsten Spieltag gegen den VfB Lübeck an der Seitenlinie stehen. Foto: Jörg Struwe

Chefcoach Oliver Ioannou bleibt im Amt. „Ich konnte nicht erkennen, dass der Trainer Fehler gemacht hat“, sagte Gooßen am Donnerstag. D/A brauche ein Erfolgserlebnis. Der „Glücksmoment“ fehle. Das müsse sich schnellstens ändern. Die sportliche Durststrecke sei „eine missliche Situation“. „Aber das gibt es im Fußball“, sagte Gooßen. Der Vereinsboss sagte aber auch, dass es „irgendwann mal Konsequenzen geben“ müsse, wenn der Erfolg ausbleibe.

30 Flanken und 20 Abschlüsse

Gegen Werder Bremen II bestimmte D/A 85 Minuten lang das Spiel. In der Anfangsphase traf der Gast den Pfosten. Da hatten die Drochterser Glück. Aber dann segelten im Spielverlauf 30 Flanken in und durch den Bremer Strafraum. 20 Abschlüsse standen in der D/A-Statistik.

Sportdirektor Sören Behrmann hat sich die Zahlen genau angesehen. Tom Sanne vergab Hochkaräter. Jorik Wulff scheiterte. Alla Aid Hamid vergab. Dominique Ndure stürmte mit unfassbarem Tempo auf das Werder-Tor zu, verlor dabei aber den Ball. Bremens Keeper Stefan Smarkalev war an diesem Abend der beste Mann auf dem Platz.

Beim Toreschießen kann kein Trainer der Welt von der Bank aus helfen. Aber er kann seinen Spielern „mehr Gier und Entschlossenheit“ eintrichtern. Das sind zwei Attribute, die Oliver Ioannou am Mittwochabend fehlten. Fahrlässig sei seine Mannschaft mit den Chancen umgegangen. „Die Niederlage ist sehr enttäuschend. Wir haben viel investiert. Das tut sehr weh“, sagte der Chefcoach.

Drochtersen agiert so offensiv wie noch nie

Ioannou hatte gegen Werder seine ganze Offensivpower auf den Rasen geschickt. Christopher Schepp, Tom Sanne, Sean Busch und Alla Aid Hamid spielten in der Besetzung noch nie von Anfang an zusammen. Nico von der Reith spielte nach seiner Verletzung wieder in der Innenverteidigung. Die Defensive agierte sogleich wesentlich besser als in den vergangenen Wochen.

Fast 1000 Menschen hielten es auf den Tribünen mit D/A. Nach den namhaften Verpflichtungen im Sommer und dem vom Verein definierten Anspruch, in die 3. Liga aufsteigen zu wollen, stiegen die Erwartungshaltungen bei den Fans. Die rieben sich nicht nur während des Bremen-Spiels verwundert die Augen, sondern gingen bereits an anderen Tagen zuvor enttäuscht nach Hause.

Hat D/A den richtigen Kader zusammengestellt?

D/A schied im Pokal aus und läuft bereits am fünften Spieltag den Topclubs hinterher. Der VfB Oldenburg und Weiche Flensburg haben bei 13 Zählern bereits jetzt sieben Punkte mehr auf der Habenseite als Drochtersen. Der Kritik, dass der Kader doch nicht so gut zusammengestellt wurde, muss sich Sportdirektor Sören Behrmann stellen.

„Das muss ich aushalten“, sagte er. Den einen oder anderen Fehler räume er ein. Aber letztendlich fallen solche Gedanken auch in die Kategorie „hinterher ist man immer schlauer“. „Wir müssen schnellstmöglich eine Mannschaft werden“, sagte Behrmann.

Beim VfB Lübeck spielt D/A bereits am Samstag, 29. August, ab 16 Uhr wieder um Punkte. Der VfB steht am Tabellenende. Drochtersen setzt auf das Prinzip Hoffnung und auf Stürmer, die das Tor treffen.

Die Zeile im Lied von Heintje geht übrigens so weiter: „Es muss auch ab und zu der Himmel weinen.“ Umgedeutet auf die sportliche Situation bei D/A könnte das ein Trost sein. Es kommen auch wieder bessere Tage.

D/A um Dominique Ndure brachte gegen Werder viel Offensivpower auf den Platz, traf aber das Tor nicht.

D/A um Dominique Ndure brachte gegen Werder viel Offensivpower auf den Platz, traf aber das Tor nicht. Foto: Jörg Struwe

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