Straßenverkehr

TNach drei Jahren Sperrung: Stade bekommt eine neue Brücke

Die Brücke ist seit Jahren nur einspurig befahrbar.

Die Brücke ist seit Jahren nur einspurig befahrbar.

12.000 Fahrzeuge passieren täglich die marode Brücke auf der Landesstraße 111 in Bützfleth-Kreuel. Seit August 2023 ist sie gesperrt. Jetzt tut sich was, dank des Sondervermögens des Bundes.

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Von Lars Strüning
11.07.2026, 05:50 Uhr

Stade. Milliarden steckt der Bund in den Ausbau der teils maroden Infrastruktur. Das wirkt sich jetzt auch konkret im Land Niedersachsen und im Landkreis Stade aus. Drei Projekte profitieren davon: vor allem der Obstmarschenweg zwischen Stade und Wischhafen im Zuge der Landesstraße 111. So hat es jetzt das Land mitgeteilt, das die Bundesgelder verteilt.

2027 starten die Bauarbeiten am Obstmarschenweg

So sollen die Bauarbeiten in Bützfleth-Kreuel für den Neubau einer Brücke über den Kanal im kommenden Jahr aufgenommen werden. Hier ist die Fahrbahn halbseitig gesperrt. Eine Ampel regelt den Verkehr. Zwei Jahre später, im Jahr 2029, wird auf der gleichen Straße ein paar Kilometer entfernt die Ortsdurchfahrt in Drochtersen-Barnkrug saniert.

In beiden Fällen hatte sich die Stader Landtagsabgeordnete Melanie Reinecke für einen schnellen Baubeginn starkgemacht. Unter anderem war sie mit einem Bruchstück der abbröckelnden Fahrbahn der Landesstraße in Barnkrug bei der Landesbehörde für Straßenbau in Stade vorstellig geworden und hatte Anfragen im Landtag gestellt.

Melanie Reinecke besucht die Landesbehörde für Straßenbau in Stade mit einem Bruchstück der L111 in Barnkrug.

Melanie Reinecke besucht die Landesbehörde für Straßenbau in Stade mit einem Bruchstück der L111 in Barnkrug. Foto: Privat

„Das freut mich sehr“, sagt sie als erste Reaktion auf die aktuellen Ausbaupläne. Gerade für Motorradfahrer sei die Strecke in Barnkrug gefährlich.

Neue Brücke neben der alten Querung über den Kanal

Die fast 90 Jahre alte Brücke über den Bützflether Kanal ist schwer angeschlagen. Das bestätigte eine Schadensanalyse. Was einerseits alarmierend war, hatte auch Vorteile: Der Brückenneubau kletterte in der Priorität nach oben.

Damit die alte Brücke bis zum Abschluss des Neubaus hält, bleibt diese gewichtsbeschränkt und einseitig gesperrt. Fahrzeuge, die schwerer als 24 Tonnen sind, benötigen für die Überfahrt eine Sondergenehmigung.

Der Brückenneubau, der die bisherige Querung des Bützflether Kanals ersetzt, soll nördlich direkt neben die alte Brücke gesetzt werden. Die Kosten waren einst auf fünf Millionen Euro taxiert worden.

Die Freude über den Brückenneubau ist parteiübergreifend. „Die Nachricht ist ein wichtiges Signal für Stade und Kehdingen, insbesondere für die Menschen in Borstel und Bützfleth“, sagt Stades SPD-Bürgermeisterkandidat Kai Koeser. Dass der Ersatzneubau verbindlich in die Landesplanung aufgenommen wurde, sei ein großer Schritt nach vorn, sagt er.

Sanierung auch von Hollenbeck nach Ahlerstedt

Auch die Stader Geest profitiert von der Umsetzung des vom Land aufgelegten 500-Millionen-Programms für die kommenden drei Jahre in Sachen Straßenbau. Für 2027 ist auch eine Fahrbahnsanierung der Landesstraße 124 zwischen Ahlerstedt und Hollenbeck vorgesehen.

Mit dem Mehrjahresbauprogramm 2027–2029 schlägt Niedersachsen nach eigenem Bekunden ein neues Kapitel im Landesstraßenbau auf. Erstmals veröffentliche das Land ein Programm, das die wichtigsten Straßenbauvorhaben nicht nur für das kommende Jahr, sondern für die nächsten drei Jahre transparent darstelle. 500 Millionen Euro fließen bis 2029 in Straßen, Brücken, Radwege und in die weitere Infrastruktur des etwa 8000 Kilometer langen Landesstraßennetzes.

Möglich werde die Investitionsoffensive durch die Kombination aus dem regulären Landeshaushalt und dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) des Bundes. Zusammen stünden dem Landesstraßenbau künftig 170 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Damit können jedes Jahr 200 bis 300 Kilometer sanierungsbedürftiger Fahrbahnen erneuert werden.

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