TNeubau der Hochschule 21: So steht es um das Millionenprojekt
Die Visualisierung des Büros akyol kamps Architekten zeigt den geplanten Erweiterungsbau an der Hochschule 21 in der Schnittperspektive. Das Gebäude im Hintergrund ist die Albert-Schweitzer-Schule. Foto: akyol kamps Architekten
Niedersachsens Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung besucht die Hochschule 21 in Buxtehude. Womit die Hochschulleitung Melanie Walter (SPD) beeindruckt.
Buxtehude. Auf ihrer Sommertour durch das Land möchte Niedersachsens Ministerin für Europa, Melanie Walter (SPD), zeigen, wie die EU die Regionen stärkt.
Bei ihrem Besuch in Buxtehude hatte Melanie Walter allerdings keinen Scheck zur Förderung des derzeit größten Vorhabens der Hochschule 21 mitgebracht. Das war auch nie vorgesehen: Der geplante Neubau für ein Zentrum für innovative Technologien zur nachhaltigen Entwicklung (ITN) ist kein von der EU bezuschusstes Projekt.
Vizepräsident Thorsten Hermes (vorne links) führt Niedersachsens Europaministerin Melanie Walter durch die Hochschule 21 zu mehreren Laboren. Foto: Sulzyc
Größter Zuschussgeber ist aber das Land Niedersachsen. Mit 3,25 Millionen Euro fördert es das Bauvorhaben - insgesamt 5,5 Millionen Euro wird der Erweiterungsbau kosten.
20 Minuten später als erwartet trifft die Ministerin im Auto an der Hochschule ein. Mit ihren Besuch demonstriert Melanie Walter, wie das Land Niedersachsen die Stadt Buxtehude und den Landkreis Stade stärkt. Die Europaministerin ist ja auch Ministerin für Regionale Landesentwicklung.
So viel Kredit muss die Hochschule aufnehmen
So wird der Neubau auf dem Gelände des früheren Sportplatzes der Albert-Schweitzer-Schule finanziert: 3,25 Millionen Euro gibt das Land, 222.000 Euro der Landkreis Stade, 444.000 die Stadt Buxtehude; den Restbetrag, rund 1,5 Millionen Euro, bringt die Hochschule 21 selbst auf. Dazu wird sie einen Kredit aufnehmen, sagt Geschäftsführer Marcus Hübner.
Was die Hochschule 21 von vielen anderen privaten Hochschulen unterscheidet: „Wir gehören nicht zu einem Konzern“, sagt Marcus Hübner der Ministerin. Stattdessen sind 13 öffentlich-rechtliche Institutionen Gesellschafter: zum Beispiel die Städte Buxtehude und Stade, die Industrie- und Handelskammer Elbe-Weser und vier Kreditinstitute.
Baubeginn soll Anfang 2027 sein, der Rohbau bis Ende 2027 stehen. Voraussichtlich Ende August 2028 könnte der Erweiterungsbau fertig sein. Die Zahlen stammen aus einer Präsentation im vergangenen Jahr. Bleibt es dabei? „Der Zeitplan ist ehrgeizig“, antwortet Marcus Hübner auf Nachfrage dem TAGEBLATT.

Zum Gruppenbild mit ihren Gastgebern steht Niedersachsens Europaministerin Melanie Walter (2. von links) auf dem späteren Baufeld des geplanten Erweiterungsbaus der Hochschule 21. Der Neubau soll auf dem von der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule als Sportplatz genutzten Gelände entstehen. Foto: Sulzyc
Auf insgesamt 1200 Quadratmeter Nutzfläche entstehen Hallen- und Laborflächen. Ein zusätzlicher Hörsaal ist vorgesehen, dazu Projekträume. Das Foyer im Neubau bietet Platz für Ausstellungen und Veranstaltungen.
Mit dem Erweiterungsbau will die Hochschule den Austausch zwischen Unternehmern, Studenten und Wissenschaftlern fördern, erfährt die Ministerin bei ihrem Besuch. Und die zeigt sich beeindruckt: „Das Konzept überzeugt“, sagt Melanie Walter. Weil neue interdisziplinäre Räume entstünden. Genau so müssten sich Forschung und Lehre entwickeln.
Das sagt die Ministerin über die Hochschule 21
Die Ministerin findet wertschätzende Worte für die Hochschule 21. Einige kleine und mittlere Unternehmen in Niedersachsen seien weit weg von Universitäten und Forschungseinrichtungen. Dass die Hochschule 21 in den ländlichen Raum wirke, sei so unglaublich wertvoll, sagt Melanie Walter.
T Buxtehuder Studenten von 1966 kehren an die Hochschule zurück
Bei dem gut eine Stunde dauernden Besuch beeindruckt die Hochschule 21 die Ministerin noch mit einem zweiten Projekt: Seit dem vergangenen Jahr erforscht die Hochschule 21, ob ein Trainingsprogramm aus Dänemark Pflegebedürftige, die zu Hause leben, gesünder macht. Es basiert auf einer App.
Dieses Projekt fördert die EU in Buxtehude
Ein Zwischenergebnis verrät Professorin Lydia Neubert: Das Trainingsprogramm mache die Menschen gesünder, sagt sie. Das Projekt mit Namen Selfit läuft bis Ende des Jahres und gilt als eine Antwort auf den Fachkräftemangel in der Pflegebranche. Nachweisbar hätten die teilnehmenden Pflegebedürftigen (Durchschnittsalter: 82 Jahre) auch die Angst vor Stürzen abgelegt.
402.800 Euro Förderung für das Projekt Selfit stammen aus dem Europäischen Sozialfonds. Und so zeigt der Besuch der Europaministerin dann doch noch, wie die EU nach Buxtehude hineinwirkt.
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