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Medizinische Versorgung

TNeue Hausärztin eröffnet Praxis in Buxtehude: Sind noch Termine frei?

Dr. Johanna Lemb (von links) mit Praxismitarbeiterin Astrid Kaltenborn und der medizischen Fachangestellten Sonja Tomforde in Lembs Hausarztpraxis an der Bahnhofstraße in Buxtehude.

Dr. Johanna Lemb (von links) mit Praxismitarbeiterin Astrid Kaltenborn und der medizischen Fachangestellten Sonja Tomforde in Lembs Hausarztpraxis an der Bahnhofstraße in Buxtehude. Foto: Sulzyc

In Niedersachsen bleiben hunderte Niederlassungsmöglichkeiten für Hausärzte unbesetzt. In Buxtehude hat eine zusätzliche Praxis eröffnet. Wer ist die neue Ärztin?

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Von Thomas Sulzyc
Sonntag, 18.01.2026, 05:50 Uhr

Buxtehude. Weil besonders viele Hausärzte fehlen, fielen Buxtehude und Nachbargemeinden 2024 auf: der fünftschlechteste Wert bei der Hausärztedichte in Niedersachsen. Ärztemangel herrscht vielerorts in dem Bundesland. 561 freie Niederlassungsmöglichkeiten für Haus- und Fachärzte blieben 2025 unbesetzt.

Da wirkt das wie ein Glücksfall: Am vergangenen Montag hat in Buxtehude eine neue Allgemeinmedizinerin ihre Arbeit aufgenommen. Die Praxis von Dr. Johanna Lemb (41) befindet sich an der Bahnhofstraße 24. Noch in dem Gebäude: eine Kinderarztpraxis, eine Facharztpraxis für Dermatologie und eine Filiale der Hamburger Sparkasse.

Diese Fachausbildungen hat die neue Hausärztin

Medizin studiert hat Johanna Lemb in Göttingen. Dann folgten Fachausbildungen zur Anästhesistin, Notärztin und Intensivmedizinerin bis zur Fachärztin für Allgemeinmedizin. Aufgewachsen ist sie im Landkreis Cuxhaven.

Vor allem im ländlichen Raum fehlen Ärzte. Städte und Gemeinden überall in Deutschland versuchen mit eigenen Förderprogrammen, Mediziner dazu zu bewegen, sich auf dem Land niederzulassen.

Johanna Lemb dagegen ist zu der Erkenntnis gelangt: „Ich arbeite lieber auf dem Land.“ Dazu zählt für sie auch die Stadt Buxtehude mit ihren 41.000 Einwohnern. Mehrere Magazine über das Landleben liegen im Wartezimmer ihrer Praxis aus.

Den Alltag als angestellte Medizinerin in großen Städten kennt Johanna Lemb: Die Charité in Berlin, das Unispital in Zürich und das Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf waren Stationen ihrer Karriere. Möglicherweise daraus ist der Wunsch gereift: „Ich möchte selbstständig sein.“

Für jeden Patienten einen Plan

Auf die Frage nach ihrem persönlichen Stil als Hausärztin, antwortet Johanna Lemb: „Jeder Patient soll nach einem Besuch bei mir mit einem Plan hinausgehen.“ Ein Plan, dass könne ein Gespräch, ein Medikament, ein Untersuchungsergebnis oder die Aussicht auf ein Untersuchungsergebnis sein. „Jeder soll verstehen, warum er hier war.“

Dabei dürften Menschen aus Spanien, Süd- und Mittelamerika eine Fähigkeit von Buxtehudes neuer Hausärztin zu schätzen wissen: Johann Lemb spricht fließend Spanisch. Ihr Ehemann ist Spanier. Die Sprache hat sie in einem Jahr Aufenthalt in Guatemala gelernt und während eines Auslandssemesters in Chile vertieft.

Deutsche gehen im internationalen Vergleich häufiger zum Arzt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das kritisiert. Deutschland diskutiert die Wiedereinführung einer Praxisgebühr.

Nach dem ersten Eindruck in Buxtehude und im Vergleich zu ihrer früheren ärztlichen Tätigkeit in Hamburg sagt Johanna Lemb: „Der Anteil der Patienten, die wirklich krank sind, ist in Buxtehude höher.“

Nimmt die Praxis noch neue Patienten auf?

Wie sehr die zusätzliche Hausarztpraxis in Buxtehude offenbar gebraucht wird, macht das deutlich: In der Woche nach Eröffnung und in dieser Woche seien alle Termine vergeben.

Aber: „Wir nehmen noch Patienten auf“, sagt Johanna Lemb. „Nächste Woche gibt es freie Termine.“ Termine buchen Patienten auf der Internetseite: www.mein-hausarzt-buxtehude.de. Mit Patienten tritt die Arztpraxis über eine App in Kontakt.

Strategien gegen den Ärztemangel auf dem Land

Niedersachsen versucht, einem Ärztemangel auf dem Land entgegenzuwirken. Für Neuniederlassungen oder Anstellungen im ländlichen Raum kann die Kassenärztliche Vereinigung eine Förderung in Form eines Investitionskostenzuschusses bis zu 60.000 Euro gewähren.

Mit einem Stipendium in Höhe von bis zu 1.000 Euro pro Monat fördert der Landkreis Stade in seinem Projekt Landgang Studenten der Humanmedizin und mit einem Stipendium bis zu 500 Euro Ärzte in der Facharztweiterbildung. Die finanzielle Förderung ist geknüpft an die Verpflichtung, für zwei bis fünf Jahre im Landkreis in einer Praxis oder einem Krankenhaus ärztlich tätig zu sein.

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