TNeue Konzepte gefragt: Wie sich Schule in Zukunft verändern muss
Was brauchen Schulen aktuell? Auf der Bühne im Deck 2 diskutieren (von links) Ulrich Felgentreu, der Landtagsabgeordnete Pascal Mennen, Lars Majewski und Amalien Meyer mit dem Publikum. Foto: Svenja Weil
Die gute Nachricht: 1800 neue Lehrerstellen will die Landesregierung schaffen. Die schlechte Nachricht: Im Kreis Stade wird die Unterrichtsversorgung schlecht bleiben. Warum?
Buxtehude. Der Grünen-Ortsverband Buxtehude/Apensen hatte zur Diskussion mit Pascal Mennen, dem schulpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion, eingeladen. 20 Interessierte kamen am Montagnachmittag ins Deck 2 der Malerschule in Buxtehude, darunter Ratsleute aus Apensen und Buxtehude, Vorstandsmitglieder des Stadtelternrates und Lehrkräfte.
Der Landtagsabgeordnete Mennen vertrat die grüne Kultusministerin Julia Willie Hamburg. Deren Besuch wünschen sich Ortsverband und Buxtehuder Stadtelternrat schon länger, wie Amalien Meyer, Sprecherin des Ortsverbandes in ihrer Begrüßung berichtete.
Schulpolitischer Sprecher vertritt Ministerin
Anstelle der Ministerin gab Mennen einen Überblick über die Leitlinien und bisherigen Schritte grüner Schulpolitik in der niedersächsischen rot-grünen Landesregierung. Dabei wurde er auf der Bühne flankiert vom Buxtehuder Ratsherren Ulrich Felgentreu sowie Lars Majewski, Sprecher des Ortsverbandes.
Mennen blickt auf zehn Jahre Berufspraxis als Lehrer zurück. Er betonte vor dem Hintergrund der eigenen Erfahrung, wie notwendig eine Veränderung im Schulwesen sei.
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Unterricht, in dem eine Lehrkraft etwas vormache und alle Kinder einer Klasse genau das Gleiche zum gleichen Zeitpunkt nachmachten, sei nicht mehr zeitgemäß. Schule müsse sich verändern hin zu individuellen Lernwegen, Lehrkräfte sollten keine Vorturner mehr sein, sondern Coaches. Er verwies auf den vom Kultusministerium initiierten Freiräume-Prozess. Dieser ermögliche es Schulen, ohne viel Bürokratie neue Unterrichtskonzepte zu erproben.
1805 neue Lehrkräftestellen geplant
Ganz frisch brachte Mennen den am Montagvormittag bekanntgegebenen Haushaltsentwurf der Landesregierung mit. Darin sind Mittel für 1805 neue Lehrkräftestellen in den Jahren 2027 und 2028 vorgesehen. Außerdem sind Gelder für mehr Sozialarbeit sowie multiprofessionale Arbeit an Schulen etwa mit Erziehern und Therapeuten eingeplant.
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Trotz aller Bemühungen werde aber das Thema Fachkräftemangel, von dem bekanntermaßen die Landkreise Stade und Cuxhaven besonders stark betroffen seien, die Schulen in Niedersachsen noch etwa zehn Jahre belasten, so Mennens ehrliche Einschätzung. Der Landkreis Stade hat niedersachsenweit die schlechteste Lehrerversorgung.
Ministerium: Keine bewusste Blockadehaltung
In den Fragen aus dem Publikum spiegelten sich die Sorgen um schlechte Unterrichtsversorgung, Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung sowie Konkurrenz der Schulen bei der Lehrkräftegewinnung wider.
Auch der schlechte Zustand vieler Schulgebäude wurde angesprochen. Marc Höper, Vorsitzender des Stadtelternrates, berichtete von frustrierenden Erfahrungen bei der Kommunikation mit den Behörden, beispielsweise bei Anfragen zur Schülerzahlenentwicklung.
Dies deckte sich mit Erfahrungen Mennens. Der gestand, dass Ministerin Hamburg zwar einiges politisches Gewicht habe, gerne vieles grundsätzlich ändern würde, aber der Mittelbau in der Verwaltung oft eher träge sei. Hier sei keine bewusste Blockadehaltung zu unterstellen, sondern für viele erfahrene Mitarbeitende seien Neuerungen ungewohnt und fremd.
Einigkeit: Schule braucht hohe Priorität in Politik
Einig waren sich Publikum und Referent - auch in Vertretung der Ministerin - dass Schule eine hohe Priorität in der Politik verdiene und das System grundlegend reformiert gehöre - insbesondere, weil die Schüler durch Corona anders sozialisiert seien als vor zehn Jahren.

Rund 20 Gäste nutzten die Gelegenheit zum Informieren und Diskutieren über grüne Schulpolitik. Foto: Svenja Weil

Pascal Mennen, schulpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Landtag. Foto: Svenja Weil
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