TNeue Schätzung: Kostenexplosion bei Sanierung der Halepaghen-Schule
Der Trakt C (links) der Halepaghen-Schule stammt aus dem Jahr 1958 und wurde 2020 um eine Mensa erweitert. Der Trakt B (rechts) wurde 1961 errichtet. Foto: Sulzyc
Es wird nicht bloß teurer - es wird erheblich teurer. Buxtehudes Politiker staunten nicht schlecht angesichts der neuen Kostenschätzung für die Sanierung der HPS. Warum wird es so teuer?
Buxtehude. Die Sanierung der Halepaghen-Schule (HPS) in Buxtehude wird teurer. Davon war bereits im Juni die Rede, wie das TAGEBLATT damals berichtete. Erstmals wurden jetzt Zahlen im Buxtehuder Bauausschuss öffentlich, die diese Befürchtung belegen.
Eine Kostenschätzung nannte Sabine Sommer von der IWB Ingenieurgesellschaft. Nach der Teilkündigung des bisherigen Generalplaners plant die IWB im Auftrag der Stadt Buxtehude die Modernisierung der Halepaghen-Schule neu.
So viel kostet die Sanierung der Altbauten
Demnach wird allein die Altbau-Sanierung fast 26,8 Millionen Euro kosten. Mit 23,5 Millionen Euro veranschlagte die Stadt Buxtehude im Dezember 2024 die Kosten - für die Altbauten und den mittlerweile in Betrieb genommenen Neubau zusammen. Was allein der Neubau gekostet hat, nannte die Verwaltung bisher nicht.
Eine fehlende Kostentransparenz kritisierte deshalb Bauausschussmitglied Frank Lange-Lietz (Grüne). Er verlangte, eine Vergleichbarkeit der früheren Planungskosten mit der jetzigen Kostenschätzung offenzulegen. Die Verwaltung versprach, das nachzuholen.
Nächste Hiobsbotschaft
T Zustand der Halepaghen-Schule noch schlimmer als bisher bekannt
„Der Sanierungsbedarf ist höher als im ersten Anlauf“, sagte Architektin Sabine Sommer lediglich. Das war dem Bauausschussmitglied Heinrich Bröhan (CDU) nicht präzise genug. 120 Seiten soll die Kostenschätzung umfassen. Bröhan verlangt, sie einzusehen. Weil dadurch Wettbewerbsrechte des Ingenieurbüros berührt seien, empfahl ihm die Verwaltung, auf dem Wege der Akteneinsicht vorzugehen.
Technisch auf dem neuesten Stand
Eine Folge der deutlichen Kostensteigerung wird sein: Anders als im Neubau werden die alten Gebäude der Halepaghen-Schule aus den Baujahren 1958 bis 1963 nicht so umgebaut werden, dass neueste pädagogische Konzepte ermöglicht werden.

Die Halepaghen-Schule in Buxtehude: Der Sanierungsbedarf ist höher als ursprünglich erwartet. Foto: Sulzyc
„Es geht nur um Notwendiges“, machte Sommer im Bauausschuss deutlich. Das sind zum Beispiel die Ertüchtigung des Brandschutzes, die Erneuerung der Toiletten, maroden Sporthallenböden und Dachdeckungen. Technisch werde die Schule nach der Sanierung den neuesten Standard bieten, versicherte Sommer.
Zurzeit handelt es sich um eine Vorentwurfsplanung. Das ist ein frühes Stadium, in dem Abweichungen noch zulässig sind. Der Vorentwurf der IWB gilt aber als gründlich und über das übliche Maß hinaus präzise. So haben die Planer Bauteile öffnen und untersuchen lassen.
Untersuchung auf gefährliche Schadstoffe
Mögliche Gefahren von Schadstoffen in der Bausubstanz wurden untersucht. Das Ergebnis: „Zum derzeitigen Zeitpunkt ist nichts bedenklich“, sagte Sommer. Die Untersuchungen ergäben keinen Anlass zu Ängsten und Sorgen für Eltern, Schüler und Angestellte.
Die Holzpfähle, auf denen die Halepaghen-Schule gründet, seien offenbar in gutem Zustand. Hochstehendes Grundwasser konserviere das Holz. Ob die Gründung einer zusätzlichen Belastung standhalten wird, müsse nun nachgewiesen werden, sagte die Architektin.
So sieht der weitere Zeitplan aus
Eine genauere Entwurfsplanung (Leistungsphase 3) soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen sein. Im dritten Quartal 2026 würden Bauantragsunterlagen eingereicht. Die Baugenehmigung wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2027 erwartet.
Wann die Sanierung der Schule beendet sein wird, blieb im Bauausschuss offen. Gebaut wird bei laufendem Schulbetrieb. Schüler weichen jeweils in den E-Trakt aus. Unterricht in Containern ist nicht vorgesehen.
Das empfiehlt der Bauausschuss
Der Bauausschuss empfahl, die Vorentwurfsplanung fortzuführen. Nur Heinrich Bröhan stimmte dagegen. Er verlangt mehr Informationen: „Mir ist die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen nicht weit genug erläutert“, sagte er dem TAGEBLATT.
Bleibt eine Kostenexplosion ausgeschlossen? Stadtbaurätin Michaela Springhorn: „Bei Bestandssanierungen ist die Gefahr, dass man zu neuen Erkenntnissen kommt.“
Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.