TNeuer Höhepunkt an Himmelpfortens Grundschule
Die Treppe ins Obergeschoss ist ein Hingucker und zugleich Lerntreppe, Aufenthaltsort, Sitzmöbel oder kleine Tribüne. Foto: Klempow
Rasant geht es mit dem neuen Trakt der Grundschule Himmelpforten voran. Draußen klotzen die Steinsetzer auf dem Schulhof ran - und so sieht es im Inneren des Neubaus aus.
Himmelpforten. Am Donnerstag kommen die Schülerinnen und Schüler. Deshalb setzen die Gartenbauer alles daran, dass das Schulhofpflaster bis dahin fertig ist. Himmelpfortens Grundschulleiter Franz Schmitz-Kerckhoff ist erstaunt, wie schnell das Pflaster wächst - und auch, was sich im Inneren des neuen Trakts allein in den letzten Tagen getan hat.
Bauleiter Tom Lutter von Kümper + Schwarze führt durch das Gebäude. Der ehrgeizige Zeitplan, zum Beginn des neuen Schuljahrs und mit dem Start des Ganztagsbetriebs fertig zu sein, ist nicht zu halten.
Dass der Plan auch von optimalem Bauwetter im Winter abhängt, hatten die Verantwortlichen vorsorglich angemeldet. Prompt verdonnerte der Winter mit reichlich Minusgraden das Bauunternehmen zur Zwangspause.
Umzug in den Herbstferien
Die zwei Monate werden nun hinten drangehängt. „Und weil ein Umzug im laufenden Betrieb eher schwierig ist, soll der in den Herbstferien stattfinden“, sagt Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke. Die Samtgemeinde als Schulträger investiert rund sieben Millionen Euro in die Grundschule Himmelpforten. Damit der Ganztagsbetrieb mit Mensa und nötigen Differenzierungsräumen Fahrt aufnehmen kann.

Im Gespräch: Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke, Schulleiter Franz Schmitz-Kerckhoff und Bauleiter Tom Lütter vom Bauunternehmen Kümper + Schwarze. Foto: Klempow
Im Küchenbereich der Mensa sind Elektroinstallateure am Werk. Der große Raum vor der Essensausgabe, die später mit einem Rollladen verschlossen werden kann, soll Platz für 100 Kinder beim Mittagessen bieten. Über eine Schiebetür kann ein zweiter Raum weiteren Platz bieten. „Ein Multifunktionsraum“, sagt Tom Lutter. Große Fenster lassen viel Licht herein. Auch eine Terrasse wird es geben.
Plan bis zur letzten Steckdose
Auch der Entwurf der Schule stammt von Kümper + Schwarze. Vorarbeit bis ins Detail steckt im Bau: Auch die Lage der letzten Steckdose wurde vorher festgelegt. „Das war aufwendig“, sagt Schmitz-Kerckhoff. Umso entspannter ist es für ihn jetzt, den Fortschritt am Bau zu beobachten. Mit Bauleiterin Sandra Terpe hatte die Schule immer eine Ansprechpartnerin vor Ort.

Der Neubau ist zum Teil mit roten Platten an der Fassade verkleidet. Der Westtrakt links wird bis zu den Herbstferien die improvisierte Mensa beherbergen. Nach dem Bezug des Neubaus wird er abgerissen. Foto: Klempow
Um das Gebäude sorgen rote Platten schon für Farbe an der Fassade, in den nächsten Wochen zieht das Rot auch in die Innenräume. Auf den Fluren wird rotes Linoleum verlegt.
Für die Klassenräume hat sich das Kollegium etwas anderes gewünscht. „Nicht bunt, aber freundlich“, sagt der Schulleiter. Die Wände werden weiß, das Linoleum auf dem Boden hat einen grauen Farbton.
Räume für lautes und leises Spielen
Im Erdgeschoss steht der Ganztagsbetrieb im Mittelpunkt. Dort gibt es auch zwei Bewegungsräume. Einen Raum für leises, einen für lautes Spielen und zwei weitere Betreuungsräume. Auch die Toiletten haben Außentüren zum Schulhof. Der Architekt probiert Neues aus: Statt Fliesen hat er Kautschuk geplant.

Julian Schnarje von der Firma Scholz aus Stade schneidet Kautschuk passend. Statt Fliesen wird das weiche Material auf dem Boden und an der Wand der Sanitärräume verlegt. Foto: Klempow
Julian Schmarje und sein Kollege von der Firma Scholz in Stade haben das weiche Material in dunklem Grau schon auf dem Boden verlegt und schneiden es jetzt für die Wände zu. Einer der Vorteile: Der fließende Übergang von Wand zu Boden als Hohlkehle macht das Verfugen am Boden überflüssig und erleichtert die Reinigung.
Treppe als Treffpunkt in der Pausenhalle
Zentrum und Hingucker im neuen Trakt ist die Treppe ins Obergeschoss. Neben den eigentlichen Stufen gibt es einen breiten Sitzbereich. So dient sie zugleich als Tribüne, als Lerntreppe und Treffpunkt in der Pausenhalle.

Der Werkraum hat einen abgeteilten Materialraum, in dem auch ein Brennofen für Töpferarbeiten Platz hat. Foto: Klempow
Die großen Fenster im Obergeschoss lassen Licht und im Bedarfsfall auch Luft fürs Lernen herein. Hier gibt es vier Klassenräume. Jeweils zwei sind über einen Differenzierungsraum miteinander verbunden. Vor den großen Fenstern fehlen Geländer - für die Sicherheit sorgt eine fest installierte zweite Glasscheibe.
Lärmschutz im Klassenraum
Der Werkraum wird mit einem Brennofen ausgestattet, außerdem gibt es einen Forscherraum. Akustikdecken dämpfen die Lautstärke. „Zusätzlich sorgen Wandabsorber aus Stoffbahnen für Lärmschutz an den Wänden“, sagt Lutter. Auf dem Dach produziert eine Photovoltaikanlage Strom, geheizt wird mit einer leistungsstarken Wärmepumpe.

Auf dem neuen Schulhof sind taktile Streifen eingebaut, die Sehbehinderten die Orientierung erleichtern. Foto: Klempow
Und welche Klassen dürfen in den Herbstferien in den Neubau ziehen? Das steht noch nicht fest, sagt Schmitz-Kerckhoff, eine erste Klasse auf jeden Fall.

Baustelle: Mit roten Platten ist die Fassade des Neubaus verkleidet. Die Außentüren der WC-Räume im Erdgeschoss stehen offen. Foto: Klempow
Das letzte Schuljahr war geprägt durch die Baustelle. Bis zu den Herbstferien improvisiert die Schule im Endspurt. Die Mensa wird vorübergehend im alten Westtrakt eingerichtet. „Da macht auch unser Caterer, die Qualifizierungsküche, problemlos mit“, so der Schulleiter. Ist der Neubau bezogen, wird der Trakt abgerissen.

Links und rechts hinter der Treppe befindet sich der Haupteingang. Foto: Klempow
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