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Frost im Kreis Stade

TNewsblog: Gefahr von Eisregen - Unterricht am Montag fällt aus

Bereits am Freitag fiel die Schule aus.

Bereits am Freitag fiel die Schule aus. Foto: Marcus Brandt/dpa

Der Landkreis hat entschieden: Am Montag ist keine Schule. Zudem wurde ein Spaziergänger in Horneburg beinahe von einem Eiszapfen getroffen und in Neukloster gab es einen Wasserrohrbruch.

Von Redaktion Sonntag, 11.01.2026, 11:00 Uhr

Landkreis. Nach dem Sturmtief „Elli“ bleibt es weiter winterlich und besonders glatt auf den Straßen. Deswegen fällt am Montag erneut die Schule aus.

Schulausfall wegen Glätte-Gefahr

Für die kommenden Tage wird zwar Tauwetter erwartet, doch vorher droht Glatteis. Die Wetterdienste warnen vor Eisregen am Montagvormittag. Deshalb hat Landrat Kai Seefried entschieden, dass der Unterricht am 12. Januar vorsorglich ausfallen wird, wie der Landkreis Stade mitteilt.

„Trotz eines Unterrichtsausfalls stellen die Schulen eine Betreuung für diejenigen Schülerinnen und Schüler sicher, die nicht zu Hause bleiben können und deswegen zur Schule kommen“, so Pressesprecher Daniel Beneke.

In den Berufsbildenden Schulen Stade II und III sowie der Berufsbildenden Schule Buxtehude fällt lediglich der Präsenzunterricht aus. Es findet Distanzunterricht statt. „So ist sichergestellt, dass die Auszubildenden zum Beispiel nicht stattdessen zu ihren Ausbildungsbetrieben fahren müssen“, sagt Beneke.

Die Entscheidung sei vor dem Hintergrund der Fürsorgepflicht gegenüber den Schülerinnen und Schülern und im Gleichklang mit weiteren Landkreisen getroffen worden, betont Landrat Kai Seefried.

Zwar sei der voraussichtlich am Montagmorgen einsetzende Schneefall kein Problem, doch der dann im Laufe des Vormittags folgende Eisregen drohe zu kritischen Situationen im Straßenverkehr zu führen.

Eiszapfen-Alarm in Horneburg

Eigentlich wollte ein Spaziergänger in Horneburg am Sonntagmittag nur das Winterwetter genießen. In der Straße am Vordamm nahm sein Ausflug ein jähes Ende. Ein Eiszapfen löste sich von der Dachrinne und verfehlte den Mann nur knapp.

Mit einem Einreißhaken rückte die Feuerwehr den Eiszapfen zuleibe.

Mit einem Einreißhaken rückte die Feuerwehr den Eiszapfen zuleibe. Foto: Hellwig

Der rief daraufhin gegen 12.30 Uhr die Feuerwehr, die mit 18 Einsatzkräften ausrückte. Am Ort eingetroffen, stellte die Freiwillige Feuerwehr Horneburg fest, dass von den teils meterlangen Eiszapfen, die an der Dachrinne eines Wohnhauses hingen, erhebliche Gefahr ausging. Während ein Teil der Einsatzkräfte den Vordamm absperrte, entfernte ein Trupp von einer Wohnung unterhalb des Dachs aus alle Eiszapfen mit einem Einreißhaken.

Dennis Dalchau, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Horneburg, rät Spaziergängern, Ausschau nach Eiszapfen zu halten. Sollten sich welche über dem Weg befinden, „besser die Straßenseite wechseln“. Er appelliert außerdem an Hauseigentümer, das Eis zu entfernen. Wenn das nicht gefahrlos möglich sein sollte? „Dann die Feuerwehr rufen, lieber einmal mehr als einmal zu wenig“.

Wasserrohrbruch in Neukloster

Am Sonntag, um 7 Uhr wurde ein Wasserrohrbruch an der Kreuzung B73/Jorker Straße in Buxtehude-Neukloster festgestellt.

Der Schaden bestand offenbar bereits seit Donnerstag, blieb wegen der Eis- und Schneemassen aber zunächst unbemerkt.

Arbeiter reparieren einen Wasserrohrbruch in Jork im Januar 2026.

Die Reparatur-Arbeiten gestalteten sich wegen der winterlichen Temperaturen zunächst als schwierig. Foto: Vasel

Es war wichtig, dass der Rohrbruch entdeckt wurde, weil das Wasser an der abschüssigen Straße in Richtung der Bahngleise floss. Mit Blick auf den Montag und die drohende Glätte hätte dies neben dem Straßen- auch den Bahnverkehr zum Erliegen bringen können.

Die Firma Wähler, spezialisiert auf Tief- und Rohrleitungsbau, rückte an und trennte ein großes Stück der Kreisstraße auf.

Die Bodenarbeiten gestalteten sich wegen der winterlichen Temperaturen zunächst als schwierig. Mit einem speziellen Sauger und einem Bagger entfernten die Arbeiter Sand und Wasser aus der Grube, um die Trinkwasserleitung auszutauschen, wie René Back von den Stadtwerken dem TAGEBLATT bestätigt.

Die Reparatur soll im Laufe des Sonntags abgeschlossen werden.

Acht Haushalte sind derzeit ohne Wasser. Das Trinkwasser wurde erst gegen Mittag abgedreht, sodass die Betroffenen sich noch Vorräte anlegen konnten.

Segelschiff soll geborgen werden

Der wohnungssuchende Segler, der am Freitag während des Wintersturms auf der Elbe bei Grünendeich havariert und auf einer Sandbank gestrandet war, lobt Bürgermeister Timo Gerke für seine Hilfe. „Der beste Bürgermeister, den man sich wünschen kann“, so Kapitän Jan Giese.

Gerke hatte den Hamburger abgeholt und eine Unterkunft besorgt.

Das Segelschiff soll am Montag aus der misslichen Lage befreit werden.

Das Segelschiff soll am Montag aus der misslichen Lage befreit werden. Foto: Hellwig

Für Montag ist geplant, dass Giese mit einem Kleinboot zu seinem Segelschiff fährt. Anschließend soll das Schiff in den Hafen von Grünendeich geschleppt werden.

Dort will der Kapitän sein rund zehn Meter langes Segelschiff überprüfen und bei Bedarf kleinere Reparaturen durchführen. Im Großen und Ganzen habe das Schiff die Havarie aber gut überstanden, so Giese.

Der Kapitän räumte ein, dass die Fahrt bei diesem Wetter ein Fehler war. „Noch einmal würde ich so eine Fahrt bei dem Wetter nicht machen, das war eher schlecht geplant“, sagte Giese.

Der Müll wurde am Freitag nicht abgeholt. Das hatte der Kreis bereits am Donnerstag angekündigt.

Der Müll wurde am Freitag nicht abgeholt. Das hatte der Kreis bereits am Donnerstag angekündigt. Foto: Richter

Zahlreiche Müllhaufen im Kreis

Wie das Foto vom Fischmarkt (siehe oben) beispielhaft zeigt, liegen in Stade in der Altstadt vor vielen Geschäften große Haufen Gelber Säcke unter Schneedecken.

Sie wurden am Freitag nicht planmäßig abgeholt. Das wurde am Donnerstag zwar angekündigt, aber offenbar haben das viele nicht mitbekommen.

Der Müll wird erst bei der nächsten planmäßigen Abholung mitgenommen. Der Landkreis weist darauf hin, dass bei der nächsten Abholung des Restabfalls Müllsäcke dazu gestellt werden können.

„Dafür können handelsübliche Müllsäcke genutzt werden – es müssen nicht die kostenpflichtigen orangefarbenen Müllsäcke besorgt werden“, heißt es in der Mitteilung.

Einsatzkräfte im Dauereinsatz

Seit Samstagabend hat die Leitstelle wieder auf Normalbetrieb umgestellt. Zuvor waren die Einsatzkräfte im Dauereinsatz.

Bei den seit Freitag über den Notruf gemeldeten Unfällen oder Stürzen gab es 21 Verletzte, teilt Landkreis-Sprecher Daniel Beneke mit. Ein Mann verletzte sich schwer bei einem Verkehrsunfall.

Die Feuerwehr wurde von Freitag bis Sonntagmittag knapp 50 Mal alarmiert. Häufig waren es technische Hilfeleistungen und kleinere Einsätze. Fahrzeuge mussten freigeschleppt werden, weil sich etwa Rettungswagen festgefahren hatten.

Polizeisprecher Rainer Bohmbach bestätigt, dass sich die Lage zusehends entspannt hat. Von Samstag bis Sonntag habe es nur drei Glätteunfälle ohne Verletzte und drei festgefahrene Fahrzeuge gegeben.

Im Kreis Rotenburg gab es die meisten Unfälle auf der A1 und im Südkreis.

Im Kreis Rotenburg gab es die meisten Unfälle auf der A1 und im Südkreis. Foto: Polizei

„Wir können dennoch weiter nur empfehlen, die Fahrweise den Straßenverhältnissen anzupassen, mehr Zeit einzuplanen und gelassen zu bleiben“, so Bohmbach. Autofahrer sollten insbesondere beachten, dass Schneemassen an den Straßenrändern dafür sorgen, dass die Straßen enger sind und Fahrer aufeinander Rücksicht nehmen.

Die Schneemengen und das Chaos seien längst nicht mit der Katastrophe 1978/79 vergleichbar, als der Schnee den Landkreis Stade lahmlegte. Viele Menschen nutzten das Wochenende hingegen, um das Auto stehenzulassen und mit Familie und Freunden das Winterwetter zu genießen.

Mehr Unfälle im Nachbarkreis

Aufgrund des starken Schneefalls und den Sturmboen waren nicht nur die Räumdienste von Freitag bis Samstag im Dauereinsatz, teilt die Polizei Rotenburg mit.

In diesem Zeitraum kam es im gesamten Kreisgebiet zu ungefähr 70 Verkehrsunfällen. „Positiv ist hier anzumerken, dass es lediglich bei drei Unfällen zu leichten Personenschäden kam“, Polizeihauptkommissar Daniel Schröder.

Bus und Bahnverkehr normalisiert sich

Die Busse im Landkreis Stade fahren bereits seit Samstagmorgen, bis auf wenige Ausnahmen, wieder im Normalbetrieb, so Daniel Beneke.

Auch Start-Unterelbe, das Unternehmen hatte am Freitag den Betrieb bis auf Weiteres eingestellt, fährt längst wieder.

Anders sieht es bei der S-Bahn aus. „Die aktuelle Wetterlage führt auch am Sonntag noch zu Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr“, heißt es auf der Seite der S-Bahn Hamburg.

Die S-Bahnen verkehren demnach teilweise noch in geringerer Taktdichte und mit Unterbrechungen des normalen Linienweges: Die Linie S5 von Neugraben nach Stade fährt alle 60 Minuten.

Diese Wetterwarnungen gelten

Nach einer bitterkalten Nacht mit Minusgraden im zweistelligen Bereich ist es auch tagsüber noch einmal eisig im Norden.

In Hamburg werden heute Höchsttemperaturen von minus 8 bis minus 9 Grad erreicht, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. In Stade ist es mit Temperaturen um minus 4 und minus 7 Grad nur bedingt wärmer. Am Abend soll sich die gefühlte Temperatur auf minus 14 Grad belaufen.

Neben einer Warnung vor Frost, gibt es eine Warnung vor markanter Glätte.

Warnung vor Glätte: So soll das Wetter am Montag werden

Am Montagfrüh zieht von Westen Niederschlag auf, teilt der DWD mit. Nach einer kurzen Schneephase geht der Niederschlag in Regen über, der auf kalten Böden gefriert.

„Es besteht verbreitet Gefahr vor Glatteis“, begründet der DWD seine Unwetter-Vorabinformation. Es ist mit erheblichen Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen zu rechnen.

Viele im Landkreis Stade bastelten sich neue Mitbewohner.

Viele im Landkreis Stade bastelten sich neue Mitbewohner. Foto: Kehden

Im Laufe des Mittags setzt sich von Südwesten eine deutliche Milderung durch und die Lage entspannt sich, heißt es.

Sporthallen und Abfallwirtschaftszentren bleiben geschlossen

Viele Sporthallen waren am Wochenende gesperrt, darunter die Hallen in der Samtgemeinde Lühe, Gemeinde Jork und die unter der Trägerschaft des Landkreises Stade.

Auch am Montag bleiben einige Sporthallen geschlossen, darunter die Sporthallen im Buxtehuder Stadtgebiet, wie die Stadt Buxtehude mitteilt. Dies gilt auch für die Sporthallen bei den Schulen des Landkreises Stade.

Die Stadt Buxtehude begründet die Entscheidung mit der außergewöhnlichen Wetterlage der vergangenen Tage und spricht von „Gründen der Vorsorge und zur Gewährleistung der Sicherheit aller Nutzerinnen und Nutzer“.

Über die Wiedereröffnung der Hallen wird nach erneuter Bewertung entschieden und gesondert informiert.

Die Abfallwirtschaftszentren in Stade-Süd und Buxtehude-Ardestorf bleiben am Montag ebenfalls geschlossen. (lw/bv/hw/dh/dpa)

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