TNiemand stellt im Jugendhandball mehr Bundesliga-Teams als der Kreis Stade
BSV-Trainer Marc Hünerbein und die weibliche A-Jugend jubeln auch in der neuen Saison wieder auf Bundesebene. Foto: Felix Schlikis/Lobeca.de
Während ein ganzes Bundesland nur drei Teams in den Jugend-Bundesligen hat, schickt der Kreis Stade gleich sechs Mannschaften an den Start. So haben sie es geschafft.
Landkreis. 148 Mannschaften spielen in der neuen Saison in den Jugend-Bundesligen. Sechs davon kommen aus dem Landkreis Stade. Kein anderes Kreisgebiet in Deutschland stellt mehr Bundesliga-Teams im Nachwuchsbereich.
Wie außergewöhnlich die Bilanz für einen Landkreis mit rund 208.000 Einwohnern ist, zeigt der Vergleich mit Hamburg. Das Bundesland mit seinen 1,4 Millionen Einwohnern schickt nur drei Mannschaften in die höchste Spielklasse.
Handball-Oberliga
T VfL Horneburg sichert sich Meisterschaft und Aufstieg
VfL Horneburg
Der VfL Horneburg hat sich im deutschen Jugendhandball einen festen Platz erarbeitet. Die männliche A-Jugend tritt 2026/27 in der 2. Bundesliga an - mit Gegnern wie Empor Rostock und dem Bergischen HC. Trainer Stefan Hagedorn hat das Team über Jahre kontinuierlich auf diesem Niveau gehalten.
Die männliche B-Jugend kehrt nach einem Jahr Pause in die Bundesliga zurück. Die Qualifikation über die Relegation war bis zur letzten Spielminute offen - Horneburg löste das Ticket dennoch. „Wir werden in der Bundesliga sicherlich nicht als Favorit an den Start gehen“, sagt Teambetreuer Kai Minkus, „aber vielleicht gelingt es uns, dem einen oder anderen großen Namen ein Bein zu stellen.“

Die männliche B-Jugend des VfL Horneburg ist zurück in der Bundesliga. Foto: Szymanska-Minkus
Buxtehuder SV
Die weibliche A-Jugend des Buxtehuder SV geht als amtierender Deutscher Meister in die neue Saison. Trainer Marc Hünerbein führte das Team mit einer Machtdemonstration im Finale gegen den TV Hannover-Badenstedt zum Titel.
In der weiblichen B-Jugend verlief die vergangene Spielzeit schwieriger: Nach einer starken Vorrunde belegte das Team in der Meisterrunde den letzten Platz. Die Qualifikation für die neue Saison absolvierte der BSV wieder geradlinig und sicherte sich den Bundesliga-Startplatz.
Die Qualität der Buxtehuder Jugendarbeit hat die Liga im März mit einer Auszeichnung untermauert: Als eines von nur drei Bundesliga-Teams erhielt der BSV das Jugendzertifikat mit Stern.
Zudem gehört der BSV zu einem von nur dreien in Deutschland, die vier Mannschaften auf höchstem Niveau stellen: Neben den beiden Jugend-Bundesligateams spielen die Frauen in der Bundesliga und die zweite Mannschaft in der 3. Liga. Vergleichbare Strukturen haben nur Vize-Meister Borussia Dortmund und der HC Leipzig.
JSG Fredenbeck/Stade/Harsefeld
In der weiblichen A-Jugend hat sich die JSG Fredenbeck/Stade/Harsefeld nach drei Qualifikationsrunden erneut für die Bundesliga qualifiziert. „Die Mannschaft hat die Quali geschafft, ohne ein Spiel zu verlieren“, freut sich Jugendkoordinator Hajo Klintworth.

Die JSG Fredenbeck/Stade/Harsefeld feiert zusammen mit dem Anhang. Foto: Verein
Dass A-Jugendliche in der vergangenen Saison bereits für die HSG Fredenbeck/Stade in der Frauen-Regionalliga eingesetzt wurden, sieht Klintworth als sehr positiven Teil der Entwicklung: „Das macht später den Sprung in die Damen nicht so schwer.“ Die gesammelte Erfahrung habe sich auch auf die A-Jugendspiele ausgewirkt. Das Schema dürfte sich künftig wiederholen.
In der weiblichen B-Jugend-Bundesliga ist die JSG so etwas wie eine Institution: Sie gehört, mit dem BSV, zu den Gründungsmitgliedern und war in jedem bisherigen Jahrgang vertreten.
Das Kunststück gelingt abermals ohne Leistungszentrum im Hintergrund. In der Qualifikation setzte sich die JSG unter anderem gegen den Nachwuchs des Frauen-Bundesligisten VfL Oldenburg durch. Diese Kontinuität zeigt Wirkung: Der Zulauf an Talenten wächst.
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