TNoch eine Saison bis zur großen Sanierung im Bützflether Freibad
Schwimmmeisterin Hannah Andreasson hat die Badenden und die Technik im Blick. Foto: Richter
Ab 11. Mai ist das Bützflether Freibad wieder geöffnet. Zurzeit wird alles für die Saison vorbereitet - im Hintergrund aber auch schon für die große Sanierung 2027.
Stade. „Lockere oder beschädigte Fliesen können wir uns nicht erlauben - wegen der Verletzungsgefahr“, erklärt Hartmut Meyer, der Vorsitzende des Bützflether Freibadvereins. Schon damit ist eine ganze Menge zu tun: Das große Sportbecken, das Nichtschwimmerbecken, das tiefe Sprungbecken, das Babybecken, der Einschwimmkanal - alles ist mit Fliesen ausgekleidet.
Dr. Hartmut Meyer, der Vorsitzende des Trägervereins. Foto: Richter
Für die Saison, die am 11. Mai beginnt, ist aber schon alles so gut wie fertig, berichten Hannah Andreasson und Andreas Klar. Die beiden Schwimmmeister nutzen die Wintersaison nicht nur, um Überstunden abzubauen, sondern auch, um Fliesen zu erneuern, die Technik zu warten und die Außenanlagen auf Vordermann zu bringen. Immerhin hat das Bad mit Liegewiesen und dem jetzt wieder einsatzfähigen Beachvolleyballfeld insgesamt 8650 Quadratmeter Nutzfläche.

Die Schwimmmeister Andreas Klar und Hannah Andreasson bereiten das Schwimmerbecken auf den Betrieb vor. Foto: Richter
Noch vor drei Jahren konnte das Freibad zum Saisonbeginn nicht öffnen, weil es an Fachkräften fehlte. 200 empörte Bützflether versammelten sich vor dem geschlossenen Tor und forderten die Öffnung. Ein neuer Vorstand übernahm die Regie und die Personalsuche.
Fachkräftemangel ist inzwischen behoben
Mit Erfolg: „Wir sind abgedeckt. Für sehr heiße, volle Tage und für Notfälle hätten wir aber gerne noch ein paar Vertretungen in Reserve“, berichtet Hartmut Meyer. Junge Leute mit Rettungsschwimmerschein könnten sich auf diese Weise etwas dazuverdienen.
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Auch die Zusammenarbeit mit der Stader Bädergesellschaft trägt dazu bei, dass es jetzt gut läuft. Die Kollegen aus Stade unterstützen bei Bedarf. Trotzdem ist das Freibad auf seine ehrenamtlichen Helfer angewiesen: Im Garten und bei der Instandhaltung, beim Kassendienst und teilweise auch als Rettungsschwimmer sind sie im Einsatz. Familien, die 10 Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Kopf leisten, können als Dankeschön eine Jahreskarte für nur 100 Euro erhalten.
Dass die Bützflether ihr Freibad lieben, haben sie bewiesen. Eine Schließung des großzügig angelegten Freibads aus den 70er Jahren steht nicht mehr zur Debatte, die Sanierung ist beschlossene Sache: 2027 geht es los. „Wir sind froh, dass es passieren soll und die Stadt hinter uns steht“, sagt Hartmut Meyer.
Die Sanierung ist ein Millionenprojekt
Das wird einiges kosten: Schon die Kosten für Planung und Genehmigung seien mit 1,4 Millionen Euro veranschlagt - „und dann ist noch nichts gebaut“, sagt Meyer. Letzten Endes sollen fast 8 Millionen Euro investiert werden.
Dabei schlägt vor allem die Technik zu Buche: Bei einem Blick in den Keller unter dem Gebäude beeindrucken unzählige Rohre, riesige Kessel und Filter.
Neue Mess- und Regeltechnik, eine energetische Optimierung und eine Photovoltaikanlage sollen die Anlage auf den neuesten Stand bringen.
Bei den Schwimmbecken musste der Verein Kompromisse machen. Die Wassermassen, die beheizt und gefiltert werden müssen, sind ein großer Kostenfaktor. „Das Sprungbecken konnten wir halten, den Einschwimmkanal leider nicht“, erklärt Hartmut Meyer.
Wellnessbereich mit Sprudelbecken geplant
Auch aus technischen Gründen wird der Raum, den der beliebte Einschwimmkanal bisher einnimmt, anderweitig benötigt. Für einen überdachten Zugang zum Schwimmbecken soll trotzdem gesorgt werden. Das Nichtschwimmerbecken wird in Zukunft etwas kleiner, dafür wird ein neuer Wellnessbereich mit Sprudelbecken eingebaut.

Das Einschwimmbecken ist beliebt, wird bei der Sanierung aber weichen müssen. Foto: Strüning
An Top-Tagen nutzen bis zu 1500 Menschen pro Tag das Freibad. In den Sommerferien ist es meist gut besucht, besonders von Familien, weiß Meyer. Danach werde es oft weniger, obwohl noch warmes Sommerwetter ist. „Jeder Besuch wird subventioniert. Je mehr Menschen das Bad nutzen, desto eher ist das zu rechtfertigen“, sagt Meyer. Er hofft auf viele Besucher.

Das Bützflether Freibad bietet viele verschiedene Wasserbecken - vom Planschbecken bis hin zum Fünfmetersprungturm. Foto: Strüning
Ihnen wird einiges geboten: Schwimmkurse für Groß und Klein - einer sogar nur für Frauen -, Wassergymnastik, Wohlfühlabende bis 21 Uhr und ein 24-Stunden-Schwimmen mit Musik und Fackeln. Am 13. Juni gibt es einen Wettkampf mit dem Schwimmverein Kehdingen.
Das Bützflether Freibad öffnet vom 11. Mai bis 13. September montags von 14 bis 21 Uhr, dienstags bis freitags von 6 bis 10 und von 13 bis 19 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 8 bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen 5,50 Euro, Kinder und Jugendliche 3 Euro. Bis 4 Jahre ist der Eintritt kostenlos. www.buetzfletherfreibad.de
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