TPokal-Durststrecke beendet: Anika Hampel führt BSV ins Viertelfinale
BSV-Handballerin Anika Hampel erzielte kurz nach der Pause bereits ihr zehntes Tor. Foto: Jan Iso Jürgens
Anika Hampel wirbelt, Isa Ternede trifft sehenswert, die Abwehr steht: Der BSV erreicht das Viertelfinale im DHB-Pokal und feiert anschließend eine Handball-Party.
Buxtehude. „Pokal heißt: Siegen oder fliegen“ - so stand es in großen Buchstaben im Hallenheft des BSV. Wer kommt weiter und darf vom Final Four in Stuttgart träumen?
Nach 60 Spielminuten war klar: Der BSV steht erstmals seit fünf Jahren wieder im Viertelfinale des DHB-Pokals. Am Samstag setzte sich die Mannschaft von Trainer Jonas Schlender mit 33:26 (16:13) gegen die Sport-Union Neckarsulm durch.
Wieso hat es diesmal geklappt? Wer hat überzeugt? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Spiel:
Wer hat die größere Vergangenheit im Pokal?
Eindeutig der BSV. Historisch betrachtet ist der BSV eine Pokalmannschaft: Zwölfmal in seiner Vereinsgeschichte stand der Club im Final Four, 2015 und 2017 konnte sogar der Titel gefeiert werden. Doch die glanzvollen Zeiten liegen schon länger zurück. Zuletzt war bereits viermal im Achtelfinale Schluss. Das in der Bundesliga noch punktlose Neckarsulm wird nach dem Aus noch weiter auf den großen Erfolg warten müssen.
Wie kam der BSV ins Spiel?
Genau wie bei Neckarsulm lief auch beim BSV nicht gleich alles rund. Die Gastgeberinnen ließen einige Chancen liegen und liefen immer wieder in Konter. Doch Torhüterin Nikki van der Vorst entschärfte innerhalb weniger Minuten gleich drei Gegenstöße und legte damit die Basis für die Buxtehuder Führung.
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Der BSV stabilisierte sich vorne wie hinten. Die Abwehr um Lin Lück blockte den ein oder anderen Wurf, vorne ging der BSV clever in die Zweikämpfe und provozierte Siebenmeter und Zeitstrafen. Nach einer Viertelstunde lagen die Buxtehuderinnen mit 9:4 vorne. Neckarsulm biss sich die Zähne an der BSV-Deckung aus. Trainer Thomas Zeitz tobte an der Seitenlinie.
BSV erreicht das Pokal-Viertelfinale
Der BSV hielt den Vorsprung lange bei drei bis vier Toren. Kurz vor der Pause jedoch geriet der BSV in Unterzahl, Neckarsulm verkürzte auf 13:15 (29.). Am Ende war es Kapitänin Nele Franz, die für den Pausenstand von 16:13 sorgte.
Was hat sich Coach Schlender diesmal überlegt?
Mit verschränkten Armen und Kaugummi kauend beobachtete Jonas Schlender das Geschehen auf dem Feld. Der 31-Jährige wirkte zufrieden. Wie vor drei Wochen beim Auswärtssieg in der Bundesliga bei der Sport-Union Neckarsulm gelang seiner Mannschaft vieles.

BSV-Trainer Jonas Schlender. Foto: Jan Iso Jürgens
Schlender rotierte wie gewohnt und konnte sich auf seine Kräfte, die von der Bank kamen, verlassen. „Ein entscheidender Punkt war, dass wir variabel auf alles reagieren konnten und die richtigen Lösungen parat hatten“, sagt Schlender. Vor allem die Spielmacherinnen Nele Franz und Anika Hampel harmonieren immer besser.
Anders als in den letzten Partien leistete sich der BSV kaum eine Schwächephase. Scheinbar eine Frage der Zeit: „Unsere Entwicklung im System funktioniert immer besser und damit werden wir unangenehmer zu bespielen“, sagt Hampel.
Wer konnte beim BSV überhaupt auflaufen?
Der BSV hatte unter der Woche mit einer Erkältungswelle zu kämpfen. Daher war lange unklar, wer dabei sein könnte. Letztlich mussten aber nur Paula Mews und Enna Oberländer „aus taktischen Gründen“ (Schlender) aussetzen. Rückraumspielerin Fleur Schouten stand nach Knieproblemen wieder im Kader, kam allerdings nicht zum Einsatz.
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Wer hat die zweite Halbzeit dominiert?
Der BSV ließ nicht nach. Hampel und Franz trafen weiterhin viele richtige Entscheidungen, selbst ein Gesichtstreffer brachte Kapitänin Franz nicht aus der Ruhe. Angefeuert von lautstarken „Buxte“-Rufen lagen die Gastgeberinnen in der 40. Minute mit 22:18 vorne. Wie lange könnte der BSV das noch durchhalten?

Die Buxtehuder Abwehr um Lin Lück. Foto: Jan Iso Jürgens
Neckarsulm wählte die Brechstange, erhöhte die körperliche Gegenwehr und zog immer wieder aus dem Rückraum ab. Die Gäste verkürzten Mitte der zweiten Halbzeit auf zwei Tore. Hallensprecher Jörg Neumann erinnerte die Zuschauer daran, dass die Partie im Fall eines Unentschiedens zunächst um zwei Mal fünf Minuten verlängert würde.
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Neckarsulm war drauf und dran, den Anschlusstreffer zu erzielen. Doch Oliwia Kaminska, die in der zweiten Halbzeit zwischen den Pfosten stand, entschärfte einen Konter. Riesenjubel in der Halle Nord. Der BSV führte wenige Minuten vor Schluss mit 26:24. Franz erhöhte mit einem Schlagwurf-Hammer. Party-Musik wummerte aus den Boxen.
Neckarsulm ließ eine Chance nach der nächsten liegen. Wenig später stand es schon 30:25. Trainer Schlender klatschte mit Anika Hampel ab. Mit einem sehenswerten Kempatreffer setzte Isa Ternede den Schlusspunkt.
Wer hat überzeugt?
Anika Hampel! Die 1,68 Meter große Spielmacherin wirbelte die Neckarsulmer Deckung ordentlich durcheinander. Bereits in der 36. Minute hatte sie den zehnten ihrer insgesamt 13 Treffer erzielt und zeigte sich nicht nur treffsicher von der Siebenmeterlinie, sondern auch stark im Eins-gegen-Eins.

BSV-Handballerin Anika Hampel ging clever in die Zweikämpfe. Foto: Jan Iso Jürgens
War die Halle voll?
Nein. Die Ränge waren mit 829 Zuschauern nur spärlich gefüllt, auf beiden Tribünen klafften große Lücken. Schon bei den ersten beiden Heimspielen in der Bundesliga blieben zahlreiche Plätze leer. Damit wartet der BSV in dieser Saison weiter auf ein ausverkauftes Haus. „Wir haben auf über 1000 Zuschauer gehofft“, sagt BSV-Geschäftsführer Timm Hubert. Immerhin: „Die 829 Zuschauer haben Stimmung wie über 1000 gemacht.“
Wie groß ist die Freude?
Trainer Schlender hatte schon vor der Partie betont, dass das Final Four „natürlich ein Traum“ wäre. Jetzt ist seine Mannschaft nur noch ein Spiel von Stuttgart entfernt.
Auch wenn es nochmal eng geworden sei, „bin ich sehr stolz, dass wir immer weiter gefightet haben“, sagte Schlender nach dem Spiel. „Das ist etwas, was wir über die ganze Saison brauchen. Ich freue mich ungemein.“
Wer sind mögliche Gegner im Viertelfinale?
Neben dem BSV haben der Thüringer HC, Borussia Dortmund, Bensheim/Auerbach, Frisch Auf Göppingen sowie die Zweitligisten Solingen (34:32 gegen Erstligist Metzingen) und Füchse Berlin das Ticket für die nächste Runde gelöst. Der VfL Oldenburg ist inklusive Heimrecht für das Viertelfinale am 14./15. November gesetzt.
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Die Partien werden am kommenden Mittwoch beim Bundesliga-Auswärtsspiel des BSV in Dortmund ausgelost. Hampel ist gespannt: „Da gibt es auf jeden Fall Möglichkeiten, den letzten Schritt nach Stuttgart zu gehen.“
Update (4. Oktober, 19.20 Uhr): Das Teilnehmerfeld des Viertelfinals ist komplett. Bensheim wurde ergänzt.
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