Zähl Pixel
Kommunalwahlkampf

TPolit-Prominenz: Bundesinnenminister Dobrindt stärkt CDU in Stade den Rücken

Landrat Kai Seefried, die Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel, Innenminister Alexander Dobrindt und Bürgermeisterkandidat Arne Kramer beim Abschlussfoto (von links).

Landrat Kai Seefried, die Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel, Innenminister Alexander Dobrindt und Bürgermeisterkandidat Arne Kramer beim Abschlussfoto (von links). Foto: Wisser

Der CSU-Bundesinnenminister sammelt Sympathiepunkte in Stade: Alexander Dobrindt begeistert mit klarem Rechtsstaatskurs und Selbstironie.

author
Von Karsten Wisser
22.08.2026, 20:15 Uhr

Stade. Vor der Seminarturnhalle begrüßte die CDU-Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel aus Bremervörde den Innenminister. Danach folgten CDU-Landrat Kai Seefried und Arne Kramer, Bürgermeisterkandidat der Christdemokraten in Stade. Nach wenigen Sekunden waren die drei per Du.

„Ich bin der Alexander“, stellte sich der 56-Jährige vor. „Kai“ und „Arne“ nahmen das Angebot gerne an. Bevor es in die bis auf den letzten Platz gefüllte Seminarturnhalle ging, wechselte Dobrindt noch schnell die Straßenseite. Dort begrüßte er fünf Polizisten aus Stade, die zu seinem Sicherheitsaufgebot gehörten, mit Handschlag. Die Geste machte sichtlich Eindruck.

So verhalten sich Dobrindts Personenschützer

Während Dobrindt mit der lokalen CDU-Prominenz in die ehemalige Turnhalle ging, blieben seine Personenschützer dezent im Hintergrund. Der Innenminister ist nach dem Bundeskanzler diejenige Person, die die zweithöchste Sicherheitsstufe hat. Dies fiel in Stade aber kaum auf. Die knapp 180 Gäste waren überwiegend CDU-Mitglieder.

Starke Geste: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt begrüßt die Stader Polizei.

Starke Geste: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt begrüßt die Stader Polizei. Foto: Wisser

Die Veranstaltung wirkte wie ein großes Familientreffen. CDU-Landtagsabgeordnete Melanie Reinecke, ihre Kollegen Birgit Butter aus Buxtehude und Marco Mohrmann, CDU-Generalsekretär aus Rotenburg, sowie Hermann Krusemark, Ehrenvorsitzender der Landkreis-CDU, waren ebenfalls anwesend. Viele der Gäste kandidieren am 13. September.

Kommunalpolitik als Wiege der Politik

Vanessa Zobel eröffnete die Wahlkampfveranstaltung. Sie hatte Dobrindt in einer Fraktionssitzung gefragt, ob er die Stader CDU unterstützen wolle. Landrat Seefried und Bürgermeisterkandidat Kramer treten unter unterschiedlichen Voraussetzungen an. Seefried bewirbt sich um eine zweite Amtszeit und hat mit AfD-Kandidat Werner Jacobs einen weitgehend unbekannten Gegner. Kramer versucht sich erstmals als Bürgermeister und konkurriert mit fünf Bewerbern.

Selbstironie und klare Kante: Alexander Dobrindt in der Seminarturnhalle in Stade.

Selbstironie und klare Kante: Alexander Dobrindt in der Seminarturnhalle in Stade. Foto: Wisser

„Die Wiege der Politik ist die Kommunalpolitik. Ich bin dankbar für jeden, der mit kommunaler Erfahrung in den Bundestag oder Landtag kommt“, sagte Dobrindt in seinem Impulsreferat. Er lobte Zobel als „herausragende Politikerin“ und präsentierte selbstbewusst seine Erfolge als Innenminister.

Die illegale Migration sei in seiner Amtszeit um 75 Prozent gesunken. Dobrindt ist derzeit auf Wahlkampftour: Am Freitag war er in Buchholz, von Stade ging es weiter nach Sachsen-Anhalt, nach Tangermünde, der Heimat des möglichen ersten AfD-Ministerpräsidenten Ulrich Siegmund.

„Jeder Extremismus ist Mist“

In Stade punktete Dobrindt mit seinem klaren Rechtsstaatskurs und dem Versprechen, auch gegen linksextremen Terror wie den Anschlag auf die Berliner Stromversorgung im Winter vorzugehen. „Jeder Extremismus ist Mist“, betonte er. Er wies Vorwürfe zurück, Grenzkontrollen verstießen gegen EU-Recht oder seien inhuman.

„Humanität und Ordnung sind Grundprinzipien der Union. Wir müssen beides wieder zusammenbringen“, sagte er. Nicht die Humanität sei infrage gestellt gewesen, sondern die Ordnung. „Wir mussten die Ordnung wiederherstellen.“ Neben klaren Botschaften überzeugte Dobrindt mit Selbstironie: Seine Mutter habe drei Kinder, zwei hätten etwas aus ihrem Leben gemacht – ein Lehrer und ein Arzt. „Ich bin keins von beiden“, scherzte er.

Dobrindts zentrale Botschaft: Optimismus im Umgang mit Krisen. „Es gab immer Krisen, aber der Umgang damit war früher ein anderer.“ Seine Überzeugung: Deutschland habe auch heute die Kraft, Herausforderungen zu meistern.

Stade und den Landkreis nicht schlecht reden

Als Vanessa Zobel eine Diskussion zum Thema Sicherheit eröffnete, kamen Seefried und Kramer dazu. Dabei erinnerte Seefried an den Sechsfachmord in einer Stader Jugendeinrichtung am 29. Juni.

„Der 29. Juni war der schlimmste Tag meines Lebens“, sagte er. Viele Beschäftigte der Kreisverwaltung hätten seitdem Angst. Er nannte Sicherheitsmaßnahmen, betonte aber, dass Stade und der Landkreis nicht schlechtgeredet werden dürften. „Die Tat hatte nichts mit Stade zu tun. Wir dürfen uns nicht verbarrikadieren und müssen für die Bürger erreichbar bleiben.“

Die Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel, Innenminister Alexander Dobrindt, Landrat Kai Seefried und Bürgermeisterkandidat Arne Kramer bei der Diskussion zum Thema Sicherheit (von links).

Die Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel, Innenminister Alexander Dobrindt, Landrat Kai Seefried und Bürgermeisterkandidat Arne Kramer bei der Diskussion zum Thema Sicherheit (von links). Foto: Wisser

Kramer warb für die Einführung eines kommunalen Ordnungsdienstes in Stade. Schon die sichtbare Kontrolle des öffentlichen Raums schaffe ein anderes Sicherheitsgefühl, erklärte er und verwies auf seine Erfahrungen als Bundeswehr-Feldjäger in Afghanistan. Die Veranstaltung endete mit der Nationalhymne und stehendem Applaus.

Doch Dobrindt machte sich nicht sofort auf den Weg nach Sachsen-Anhalt. Geduldig posierte er für Selfies und sprach mit den Gästen. Bei der Stader CDU dürfte er mit diesem Auftritt viele Sympathien gewonnen haben.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel