TProzess: Onkel und Neffe planen Terroranschlag in Bremerhavener Klinik
Am Montag beginnt der Prozess gegen zwei Männer, denen eine Verabredung zum Terroranschlag in einer Bremerhavener Klinik vorgeworfen wird. Foto: Alicia Windzio/dpa
Zwei religiöse Fanatiker wollten sich in einer Bremerhavener Klinik in die Luft sprengen und viele Menschen töten. Ihnen wird Verabredung zum Mord vorgeworfen. Jetzt beginnt der Prozess.
Bremerhaven. Am Montag beginnt der Prozess vor dem Landgericht Bremen gegen zwei Angeklagte. Sie sind verwandt, der Neffe ist 19 Jahre alt und der Onkel 35 Jahre alt. Es sollen religiöse Fanatiker sein, Dschihadisten werden sie in der Anklageschrift genannt. Jedenfalls soll es sich um Leute handeln, die über Leichen gehen.
Die sich selbst umbringen mit einem Sprengsatz und die dabei möglichst viele Menschen töten, verletzen und verstümmeln wollen. Dass sie sich laut Anklage ein Krankenhaus für das Attentat ausgesucht hatten, zeigt, dass sie offenbar den Schock für die Gesellschaft noch vergrößern wollten.
19-Jähriger sollte Sprengstoffweste tragen
Angeklagt sind sie wegen einer Verabredung zum Mord. Welches Krankenhaus sie sich für ihren Anschlag ausgesucht haben, ist unbekannt. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten vor, sich im Sommer vergangenen Jahres zu der Tat verabredet zu haben. Onkel und Neffe hatten laut Anklage die Absicht, eine möglichst große Anzahl von arglosen Personen zu töten, und sie sollen dabei den eigenen Tod in Kauf genommen haben.
Um das Ziel zu erreichen, sollte der 19-jährige Angeklagte eine selbst gebaute Sprengstoffweste tragen. Laut Staatsanwaltschaft sollten die Sprengsätze in der Wohnung der Mutter des 35-jährigen Angeklagten zusammengebaut werden. Sie wurde beauftragt, die Stoffe zu bestellen, die sie für den Bau der Sprengsätze benötigten. Der Plan scheiterte .
Ermittler verhindern Ankauf der Stoffe
Es fehlte das Geld für die Beschaffung. Und weil die Ermittler rechtzeitig eingeschritten seien, soll nur ein Teil der Stoffe bestellt worden sein. Laut Anklage geht es um drei Stoffe. Weitere benötigte Stoffe konnten nicht mehr erworben werden. Zudem sollen die von den Ermittlern aufgefundenen Gegenstände für den Bau einer Spreng- und Brandvorrichtung noch nicht ausgereicht haben.
Die Polizei hatte die beiden Angeklagten im August vergangenen Jahres festgenommen. Nach Angaben der Ermittler ging aus Chats hervor, dass sie Menschen töten wollten. Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten Einsatzkräfte mehrere Wohnungen in Bremerhaven und im Umland. Dabei wurden Chemikalien gefunden, mit denen ein Sprengsatz gebaut werden kann. Die Anklage wurde Ende November erhoben.
Auf www.nordsee-zeitung.de finden Sie zum Prozessauftakt am Montag, 23. Februar, 9.30 Uhr, auch einen Live-Ticker direkt aus dem Gerichtssaal.
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