TRechtsbruch? Neukloster wehrt sich gegen die Schließung der Grundschule
Die Grundschule Neukloster wurde 1959 zwischen Bahnlinie und Bundesstraße eröffnet. Foto: Wisser
Neukloster kämpft um den Erhalt der Schule: Trotz Schließungsplänen im Masterplan pocht der Ortsrat auf den Eingemeindungsvertrag von 1972 und fordert Mitsprache.
Buxtehude. Die Grundschule in Neukloster soll bleiben – so lange, wie es das geltende Recht erlaubt, das sagt der Eingemeindungsvertrag von 1972. Die Stadt Buxtehude plant jetzt, die Schule im Rahmen des Masterplans Grundschulen zu schließen. Der Eingemeindungsvertrag soll für den Ortsrat Neukloster zentraler Hebel sein, um die Schließung der Schule zu verhindern. „Das ist eine echte Bestandsgarantie für den Grundschulstandort“, betont Ortsbürgermeisterin Anja Heckert (SPD). Sie fordert zudem, dass der Ortsrat bei Entscheidungen zur Schule mitreden darf – auch das sei im Vertrag von 1972 festgelegt.
32 Millionen für Hedendorf, null für Neukloster
Im Masterplan Grundschulen der Stadt Buxtehude, der über zwei Jahre erarbeitet wurde, spielt Neukloster als eigenständiger Standort keine Rolle mehr. Stattdessen sollen die Schüler künftig in Hedendorf unterrichtet werden. Dort sind Investitionen von 32 Millionen Euro geplant, während Neukloster leer ausgeht. Aus Sicht der Planer sprechen die fehlende Sporthalle und die begrenzten Entwicklungsmöglichkeiten gegen den Standort Neukloster. Die Grundschule liegt direkt am Naturschutzgebiet Neukloster Forst mit seinem Wald. Allerdings hat Neukloster ein Alleinstellungsmerkmal: das einzige Schul-Lehrschwimmbecken in Buxtehude.

Das ist der unscheinbare Eingangsbereich zum Lehrschwimmbecken in der Grundschule Neukloster. Foto: Wisser
Die Sorge, dass Stadtverwaltung und Rat die Schule schließen wollen, besteht seit vergangenem Jahr. Seitdem regt sich Widerstand: Plakate hängen im Ort, Protest wird öffentlich angekündigt.
Kurzfristig soll die Schule jedoch nicht schließen. Der Masterplan ist auf mindestens zehn Jahre angelegt. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) hat versprochen, dass alle Kinder, die derzeit die Schule besuchen oder im Sommer eingeschult werden, bis zur vierten Klasse in Neukloster bleiben können.
Ortsrat tagt am Mittwoch in der Pfarrscheune
Trotzdem sieht der Ortsrat seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt, seit der Masterplan vor knapp zwei Wochen vorgestellt wurde. Wie berichtet, spielte der Standort Neukloster keine Rolle. Mit einem Eilantrag will die Politik in der Ortschaft nun gegensteuern. Dieser soll am Mittwoch, 29. April, in einer Sitzung um 20 Uhr in der Pfarrscheune an der B73 beschlossen werden. Ortsbürgermeisterin Heckert hat die Unterstützung von SPD und CDU – andere Parteien gibt es dort nicht.
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In dem Eilantrag argumentiert der Ortsrat, dass der Eingemeindungsvertrag für die Schule eine Bestandsgarantie abgibt. „Die Ortschaft Neukloster bleibt Standort einer Grundschule, soweit und solange geltendes Recht dem nicht entgegensteht“, heißt es in dem Vertrag. Eine bloße Zweckmäßigkeitsabwägung der Stadt reiche nicht aus, um die Schule zu schließen, so der Ortsrat. Das geltende Schulrecht stehe der Fortführung der Schule nicht im Weg.
Forderung: Die Bezeichnung soll verschwinden
Niedersachsen schreibt für Grundschulen eine Mindestzügigkeit von einem und eine Höchstzügigkeit von vier Zügen vor. Mit derzeit 92 Schülern erfüllt Neukloster diese Vorgaben und wird laut Prognosen bis 2032 stabil bleiben. In ganz Buxtehude gibt es rund 1670 Grundschüler.

Neukloster kämpft um die Grundschule: Wilhelm, Matti und Lisa Lühmann sowie Marcus Schulz und Britta Jahnke stehen dafür ein. Foto: Wisser
Der Ortsrat fordert die Stadtverwaltung auf, die Grundschule Neukloster in allen künftigen Fassungen des Masterplans als eigenständige Schule mit eigenem Standort, eigenen Räumen und eigener Kostenbetrachtung darzustellen. Außerdem soll die Bezeichnung „Hedendorf/Neukloster“ aus den Übersichtsfolien gestrichen werden. Stattdessen verlangt der Ortsrat eine eigenständige Volumen- und Kostenstudie, die den Fortbestand der Schule am jetzigen Standort absichert.
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„Die Grundschule Neukloster kann durch eine Kooperation mit den Niedersächsischen Landesforsten ein waldpädagogisches Schulprofil entwickeln und dies zu einem Alleinstellungsmerkmal im Buxtehuder Bildungsraum ausbauen“, schlägt der Ortsrat vor.
*In der ersten Version war die Sitzung in einer Zwischenzeile für Donnerstag angekündigt worden. Sie findet aber am Mittwoch, 29. April, statt. Wir haben den Fehler korrigiert.
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