TRita Körner geht in Rente: Wer ihr Buxtehuder Geschäft übernimmt
Veränderung im Buxtehuder Einzelhandel: Rita Körner hat Tanja Drecke für ihre Buchhandlung „Literatur im Zimmer“ gewonnen. Foto: Weselmann
Rita Körner verabschiedet sich von ihrem Buchladen in der Buxtehuder Altstadt. Der Grund ist verständlich. Die „Literatur im Zimmer“ läuft weiter dank glücklicher Fügung.
Buxtehude. In der Buchstadt Buxtehude stehen die Zeichen auf Veränderung: Bei Rita Körner und ihrer Buchhandlung „Literatur im Zimmer“ bricht eine neue Zeit an. Die Buchhändlerin lässt das Arbeitsleben hinter sich. Für ihr Geschäft hat sie eine Lösung gefunden, die für Lesefreunde besser nicht sein könnte.
Tanja Drecke übernimmt das Buxtehuder Geschäft
Einfach alles zusammenpacken und den Laden schließen - der Gedanke war schwer. Dann kommt der Glücksfall. Aus dem Bauch heraus geht Rita Körner in die Buchhandlung Schwarz auf Weiß und trifft bei Inhaberin Tanja Drecke sofort auf offene Ohren.
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Sie übernimmt den Laden in der Breiten Straße - zusätzlich zu ihrer Buchhandlung Schwarz auf Weiß. „Für mich wächst zusammen, was zusammengehört“, sagt Drecke. „Wir bekommen ein neues Zimmer und das ist total schön.“ Als Nachfolgerin schlägt sie hier nun ein ganz neues Kapitel auf.
Ausschlag gibt die Arbeit bei Winfried Ziemann
Den dortigen Buchladen betreibt Rita Körner seit 2013. Früher hat sie als Juristin im Sozialrecht gearbeitet. 1992 zieht es die Familie dann nach Buxtehude. Dort startet ihr Mann Dr. Hans-Wolfram Körner seine Arztkarriere an den Elbe Kliniken, während sie den Familienalltag mit vier Kindern am Laufen hält.
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Nach all den Jahren Familienhöhle bahnt Rita Körner 2001 den Weg in einen beruflichen Neuanfang. Drei Wochen taucht die Lesebegeisterte als Praktikantin in Winfried Ziemanns Buchladen ein. Umgeben von seiner berühmten Literaturhölle wird klar, dass der Handel mit Büchern tatsächlich genau ihr Ding ist.
Buchladen öffnet inmitten einer großen Baustelle
Bis zur eigenen Literatur im Zimmer dauert es. Erst als Rita Körner mit dem kleinen Raum in der Breiten Straße auf das passende Ladengeschäft stößt, ergreift sie die Chance. Da ist das neue Rathausquartier noch eine große Baustelle - und sie mittendrin.
Für die Einrichtung engagiert sie eine Tischlerin und schafft einen bibliophilen Raum mit dunklen Holzregalen und Kronleuchtern. Leicht ist der Start nicht. Aber Rita Körner bleibt gelassen und sagt sich: „Wenn es nicht gelingt, ist das wie ein Blechschaden beim Autounfall.“ Sie baut darauf, dass die Leute ihr Geschäft erst entdecken müssen, und liegt richtig.
Rita Körners Ort der Begegnung bleibt erhalten
Heute ist der Laden ein von Buchfreunden geschätztes Kleinod. Das gilt nicht nur mit Blick auf die ausgewählte Literatur. Im Rahmen von Lesungen waren schon schriftstellerische Hochkaräter wie Ursula Krechel zu Gast. Mit diesen Veranstaltungen habe sie auch sich selbst beschenkt, sagt Körner. „Mit dem Buchladen habe ich mir einen langgehegten Traum erfüllt und ich möchte nicht einen Moment dieser wunderbaren Zeit missen.“

Mit ihrer Buchhandlung „ Literatur im Zimmer“ hat Rita Körner einen persönlichen Traum verwirklicht, der nach ihrem Abschied aus dem Geschäftsleben auf andere Weise weiterlebt. Foto: Weselmann
Für Rita Körner und Tanja Drecke sind Buchläden viel mehr als nur ein Geschäft. „Es sind Orte der Begegnung und des Austausches“, betont Drecke. „Oft mit berührenden, bereichernden und manchmal ganz persönlichen Gesprächen“, ergänzt Körner. In Zeiten von sozialer Kälte und Vereinsamung seien Orte des Miteinander umso wichtiger. Deshalb sind beide gleichermaßen glücklich, das Literaturzimmer zu erhalten.
Ehepaar Körner kann gemeinsam die Zeit gestalten
Dass die Buchhändlerin ihren Laden abgibt, hat einen guten Grund. „Wie ein altes Sprichwort sagt, kann man nur mit leeren Händen nach etwas Neuem greifen“, erklärt die 65-Jährige. Und jetzt gibt es die Gelegenheit dazu.
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Im Januar ist ihr Mann in Rente gegangen. Körners kennen sich seit dem Jugendalter, und zum ersten Mal seit dem Studium können sie nun ohne Arbeit und Verantwortung für vier Kinder im Rücken wieder etwas gemeinsam gestalten. „Das würde uns sonst wegrennen“, ist Rita Körner sicher.
Ab 2027 zieht ein überraschendes Konzept ein
So wird sie am 31. Juli zum letzten Mal ihre Ladentüren öffnen. Ab dem 1. August übernimmt dann Tanja Drecke die Regie. Die Buchhandlung in der Breiten Straße bleibt nur kurz geschlossen - bis zur großen Neueröffnung am 15. August.

Im nächsten Jahr überrascht der Buchladen in der Breiten Straße mit einem völlig neuen Konzept. Foto: Weselmann
Für den Rest des Jahres geht es wie gewohnt weiter - mit mehr Schmuckbänden und Prachtausgaben sowie verlängerten Öffnungszeiten. Bis zum 31. Dezember 2026 können auch noch für Literatur im Zimmer ausgestellte Gutscheine eingelöst werden.
Ab 2027 zieht dann eine neue Idee ein. Im Hintergrund arbeiten Tanja Drecke und ihr Team an einem Konzept, das es so in Buxtehude noch nicht gegeben hat. Ihr Gedanke ist von Virginia Woolfs „Ein Zimmer für sich allein“ inspiriert. Mehr verrät die Buchhändlerin noch nicht.
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