TRudelsingen und Co.: Was Leute aus dem Kreis Stade an den Events begeistert
Das Rudelsingen im Stadeum ist wie eine riesengroße Party mit Karaoke für alle. Foto: Weselmann
Gemeinsam singen liegt im Trend. Neben dem klassischen Chor gibt es inzwischen eine Palette offener Formate. Was begeistert die Leute daran? In Stade gibt es Antworten.
Landkreis. Das After-Work-Singen in der Seminarturnhalle ist ein Besuchermagnet. Gleiches gilt für das Rudelsingen im Stadeum. Dabei könnten diese Veranstaltungen von der Atmosphäre kaum unterschiedlicher sein.
Sie genießen den gemeinsamen Glücksmoment
Hannelore Reh singt im Chor. Trotzdem kommt sie oft zum offenen Singen von Annegret Schönbeck. Wie viele andere hier ist sie begeistert von der Leiterin: „Sie gestaltet es so nett.“ Anders als bei Chorproben und -auftritten komme es hier nicht auf jeden Ton an.

Hannelore Reh (rechts) hat Marion Schramm-Döllermann zum After-Work-Singen mitgebracht, weil sie so angetan von dem Angebot ist. Foto: Weselmann
Ihre Freundin Marion Schramm-Döllermann ist zum ersten Mal dabei. Sie blickt dem Abend voller Vorfreude entgegen: „Es wird bestimmt ein fröhliches Singen wird. Das ist für die Seele immer erbaulich.“
Hannelore Wiedenbrück vom Seminarturnhallen-Team stimmt ebenfalls gern mit ein: „Singen in großer Gemeinschaft macht einfach Spaß, und man geht gut gelaunt nach Hause.“
Klangerlebnis: Die Geübten ziehen die anderen mit
Gaby Schüttler liebt das Singen, hat das Mitwirken im Chor aber für ihre zweite Leidenschaft - das Saxophonspielen bei „4Beat“ - erst einmal aufgegeben. Das lose Format ist die Alternative: „Singen macht glücklich und frei. Die Erschöpfung fällt einfach ab.“ Dabei findet sie erstaunlich, welche schönen gesanglichen Momente hier entstehen.

Rolf Hartmann und Werner Schäfer genießen die entspannte Atmosphäre beim offenen Singen in der Seminarturnhalle. Foto: Weselmann
Die Freunde Werner Schäfer und Rolf Hartmann genießen die entspannte Atmosphäre mit Gleichgesinnten. Schäfer sagt: „Singen hält geistig fit. Das ist wie Sport im Alter und wichtig, um gut drauf zu sein.“ Hartmann ist begeistert vom Klangerlebnis: „Die Geübten ziehen die anderen einfach mit.“
Leonard Cohen sorgt für Gänsehaut
Ohne Eintritt und Gesangserfahrung können alle teilnehmen und eine gute Zeit haben. Diesmal ist der Abend Teil des landeskirchenweiten Mitsingfestivals „Wer singt, blüht auf!“. Die Liedauswahl reicht von „Grüß Gott, Du schöner Maien“ bis zu Leonard Cohens „Hallelujah“, das für Gänsehaut sorgt. „Seid mutig. Es klingt wundervoll“, animiert Annegret Schönbeck vom Klavier aus.

Annegret Schönbecks offenes Singen ist ein voller Erfolg. Foto: Christoph Schönbeck
Sie leitet auch unterschiedliche Chöre und startete schon vor mehr als zehn Jahren das offene Singen. Mit großem Erfolg: Rund 100 Leute sind es immer, in der Weihnachtszeit ist die Location sogar ausverkauft. Was es dafür braucht?
„Auf jeden Fall bekannte Lieder und eine durchdachte Klavierbegleitung“, so die Musikerin, die rund zehn Stunden Vorbereitung investiert und gerne Herausforderndes mit Aha-Effekt einbaut. Sie ist überzeugt: „Zusammen singen ist eine unglaublich verbindende und gemeinschaftsstiftende Sache, da entstehen so feine zwischenmenschliche Schwingungen im Raum“.
Im Stadeum wird das gemeinsame Singen zur Party
Dagegen ist das Rudelsingen wie eine rauschende Party mit Karaoke für die Menge. Der Stadeum-Saal ist hier nur teilbestuhlt. So entsteht vor der Bühne eine richtige Konzertatmosphäre.

Singen im Rudel mit Freundinnen: Die Staderin Henrike Sandtner (rechts) hat Jasmin Reckers, Celilia Röhrig und Sabine Heins aus Hesedorf, Bremervörde und Himmelpforten im Schlepptau. Foto: Weselmann
Henrike Sandtner hat einen Rudel von Freundinnen an ihrer Seite. Weil die Staderin das Event nach ihrem ersten Besuch zum „schönsten Tag im ganzen Jahr“ erklärte, lassen die sich gerne mitreißen. „Hier ist es locker. Es geht nur um den gemeinsamen Spaß“, sagt sie und lobt die generationenübergreifende Songmischung.
Für Celilia Röhrig liegt der Erfolg auch an der Animation der beiden Musiker: „Die machen Stimmung für eine ganze Band.“ Gefeiert wie Rockstars, heizen Simon Bröker und Maximilian Saul dem Publikum stimmlich, instrumental und tänzerisch ordentlich ein.
Die Stimmung im Saal ist „der Burner“
Stephanie und Nik Junge aus Hammah haben schon Spaß beim Karaoke an der Konsole. Zusammen mit Ralf Dethlefsen wollten sie was Neues ausprobieren. Alle drei sind hin und weg: „Die Stimmung ist der Burner. So habe ich mir das erhofft“, sagt Dethlefsen.
Steffen Neumann und Silke Schrader nutzen den Abend für ein Familienevent. Das ist ganz nach Geschmack der neunjährigen Tochter Talea, die Mark Forsters „Chöre“ super fand. Ihrem Bruder Niklas - als ambitioniertem U13-Fußballspieler - gefiel natürlich der zur Torhymne erkorene „Major Tom“.
Das Karaoke-Kollektiv schunkelt, tanzt und brüllt
Der 15-jährige Tammo aus Ahrenswohlde wurde von seiner Tante eingeladen. Mit Cousin Lennox Löhn hat er viel Spaß: „Ich finde es richtig gut, und es ist lustig, wie die Älteren hier abgehen und tanzen.“

Tammo und Lennox haben ihren Spaß beim Rudelsingen: „Ich finde es tatsächlich richtig gut. Es ist lustig, wie die Älteren hier abgehen und tanzen“, sagt Tammo. Foto: Weselmann
Im Karaoke-Kollektiv wird geschunkelt zu „Tulpen aus Amsterdam“, mit den Weather Girls getanzt, einstimmig geschmalzt wie Celine Dion für „Titanic“ und bei den Ärzten aus voller Kehle „Arschloch“ gebrüllt.
Das Publikum ist viel bunter als in der Seminarturnhalle, die Wirkung aber ähnlich. Das Event bringt einen Moment des Wir-Gefühls - bis alle euphorisiert nach Hause gehen.
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