TSammelkarten im Fokus: Familie Rodriguez eröffnet Geschäft in Buxtehude
Natanael Rodriguez und Anna Lena Rodriguez bringen eine neue Geschäftsidee nach Buxtehude. Foto: Wisser
Ein Geschäft mit Alleinstellungsmerkmal eröffnet in Buxtehude: Die Familie Rodriguez schafft einen Treffpunkt für Fans von Spielen wie „Pokémon“ und „Yu-Gi-Oh!“.
Buxtehude. Für die Buxtehuder Altstadt ist das eine gute Nachricht: In das freie Ladenlokal am Westfleth zieht kein Bäcker, kein Optiker und kein Friseur ein. In diesen Bereichen gibt es in der Fußgängerzone und den angrenzenden Straßen bereits ein breites Angebot. Diesmal kommt ein Geschäft mit einer Idee, die in Buxtehude und im Landkreis Stade ein Alleinstellungsmerkmal hat.
Derzeit wird am Geschäftshaus am Westfleth die Fassade saniert. Rechts zieht TCGBros ein. Foto: Wisser
Die Familie Rodriguez mietet das Geschäft in der Verlängerung von Breiter Straße und Bitterbrücke. Es geht um Trading Card Games. Viele kennen das Pokémon-Sammelkartenspiel. Es gibt aber weit mehr. „Das ist ein wachsender Markt“, sagt Natanael Rodriguez. Seine Frau Anna Lena unterstützt ihn beim Umbau des Ladens und bei der Organisation des Geschäftsstarts. Die offizielle Eröffnung ist am Sonnabend, 1. August, um 10 Uhr.
Sammelkartenspiele: Hobby von vielen Erwachsenen
Trading Card Games, kurz TCG, wie „Pokémon“, „Magic the Gathering“, „Yu-Gi-Oh!“ und „One Piece“ sind sehr beliebt. Viele Menschen sammeln die Karten als Hobby. Einzelne Sammelkarten können wertvoll sein. Verkaufszahlen zeigen, dass der Markt und die Sammelleidenschaft wachsen. Und es ist längst nicht mehr nur ein Kinderhobby. Im Gegenteil: Laut Marktforschung sollen mehr als zwei Drittel der Sammler Erwachsene sein.
„Ich habe mit sehr vielen Menschen aus der Szene gesprochen“, sagt Natanael Rodriguez (30). „Viele sagen, als Kind konnten sie sich das Hobby nicht wirklich leisten. Als Erwachsener haben sie ein volles Gehalt“, so Rodriguez. Er kennt das selbst. „Sobald ich als Kind fünf Euro von der Oma bekommen habe, bin ich zu Famila oder zum Lotto-Laden gelaufen und habe mir neue Karten gekauft“, erzählt Rodriguez. „Yu-Gi-Oh!“ war seine Leidenschaft.

Das Pokémon-Sammelkartenspiel gibt es seit fast 30 Jahren. Foto: Wisser
Die Karten werden meist in sogenannten Booster-Packs gehandelt. Mit etwas Glück finden Sammler darin seltene Varianten. Sammler handeln oder tauschen die Karten oft einzeln oder als Packs. Wertvolle Exemplare versteigern sie manchmal.
Buxtehude soll Treffpunkt der Sammelcommunity werden
Drei Faktoren bestimmen in der Regel den Wert einzelner Sammelkarten: Alter, Zustand und Seltenheit. Weitere Faktoren wie Nostalgie in der Sammelcommunity und gutes Timing können den Wert zusätzlich beeinflussen. Rodriguez will in Buxtehude einen Standort für diese Community aufbauen. In Großstädten wie Hamburg und Berlin gibt es solche Standorte schon. TCG Bros. ist dafür eine Partnerschaft mit einem deutschlandweit tätigen Bewertungsunternehmen eingegangen, um die Bewertungen zu organisieren.
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„Es gibt hier viele Sammler und Spieler, aber sie haben kein Zuhause“, sagt er. „Unser Slogan bei TCG Bros. ist: Willkommen zu Hause.“ Später wolle man dort Turniere organisieren, sagt Anna Lena Rodriguez.
Der Weg zur Geschäftsidee begann mit einem Livestream im sozialen Netzwerk TikTok. In den Ferien und bei einer großen Grillparty startete Rodriguez einen Livestream. „Plötzlich haben uns viele angeschrieben, ob sie auch Karten kaufen könnten“, erzählt Rodriguez.
Den erfolgreichen Onlineshop gibt es seit einem Jahr
Um zu testen, wie real das Interesse ist, besorgte er sich für 1000 Euro einen Karton und bot die Karten per Livestream an. „Ich war schnell ausverkauft“, beschreibt er die Nachfrage. Nach diesem Test richtete Rodriguez einen Onlineshop ein. Nach eigenen Angaben funktioniert der nach wie vor gut.
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Jetzt folgt der Schritt in die reale Welt. „Buxtehude war von Anfang an unser Favorit“, sagt Rodriguez. Die junge Familie ist gerade von Beckdorf nach Nottensdorf umgezogen. „Es war aber gar nicht so einfach, ein freies und bezahlbares Geschäft zu finden“, so Rodriguez.
Geschäftsgründung: Mut, an die eigene Idee zu glauben
Helfen konnte André Grote. Der Immobilienfachwirt begrüßt die Vermietung an TCG. „Das ist eine nette junge Familie mit dem Mut, mal ein völlig neues Konzept in der Innenstadt zu fahren. Das wird die Innenstadt neu beleben.“ Genau so etwas brauche Buxtehude, um zukunftsfähig und attraktiv zu bleiben.
„Klar habe ich auch Angst vor dem Schritt zu einem eigenen Geschäft“, antwortet Natanael Rodriguez auf eine TAGEBLATT-Frage, ob der neue berufliche Abschnitt auch Sorgen bereitet. „Aber wenn ich nicht selbst an meine Idee glaube, dann tut es niemand.“
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