TSchon Alfred Hitchcock wusste um die Intelligenz der Rabenkrähe
Rabenkrähen sind Spitzenreiter auf der Intelligenzskala. Foto: Paulin
Bei Alfred Hitchcocks Film „Die Vögel“ spielten die Rabenkrähen eine Hauptrolle. Sie waren besonders gut zu dressieren. Ihre Intelligenz beweisen sie in vielen skurrilen Situationen.
Landkreis. Eine Reihe von Spezialeffekten war nötig, um den Angriff der Vögel in Hitchcocks Klassiker so authentisch wie möglich erscheinen zu lassen. Die Akteure damals: Krähen, Möwen und Sperlinge. Hoch intelligente Rabenvögel waren besonders gut als Darsteller geeignet, weil sie gut zu dressieren waren.
Den Autos cool ausweichen
Rabenkrähen lieben die Stadt. Sie kennen die Gefahren und können cool den Autos ausweichen. Sie beachten deren Geschwindigkeiten und Fahrweisen. Nur selten gehen die Ausweichmanöver schief. Überfahrene Krähen neben der Straße sind selten.
Sie nutzen auch Schnellstraßen und Ampelkreuzungen: Die Rabenkrähen werfen Nüsse auf die Fahrbahn, die entweder auf dem Asphalt zerplatzen, oder Autos fahren über sie hinweg. Abstände und Pausen innerhalb der Ampelphasen kennen die Krähen haargenau, in denen sie schnell den feinen Inhalt der Nuss aufsammeln und fressen können.
Krähen und Seeadler helfen sich
Krähen lernen ausgezeichnet. Eine Beobachtung im Elbwatt: Ein Seeadler hat ein Stück Aas entdeckt und frisst davon. Eine Rabenkrähe sitzt geduldig daneben. Sie weiß, dass bei der Mahlzeit für sie immer ein Stückchen Fleisch abfällt. Denn Warten lohnt sich, das wissen alle Rabenkrähen. Beobachtungen zeigen, dass es auch andersherum gehen kann, wenn Rabenkrähen dem Adler den Weg zum Aas zeigen. Man hilft sich.
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Jetzt im Winter sind Rabenkrähen auf den abgeernteten Feldern gut zu beobachten. Oft sitzen sie paarweise zusammen. Das sind meistens die seit einigen Jahren miteinander verbundenen Paare. Manchmal kommen einige Rabenkrähen hinzu. Es können die Jungen der letzten Brut oder vertraute Kumpels sein. Denn Krähen lieben das Leben in der Gemeinschaft, das ihnen viel Gutes bringen kann.
Forscher sind sich sicher: Rabenkrähen kennen sich untereinander sehr genau. Sie wissen, was Freundin und Freund denken und können dementsprechend ihr eigenes Verhalten anpassen. Krähen können auch fies und berechnend sein.
Eine Rabenkrähe lässt sich nicht lange ärgern
Dazu diese Begebenheit, die sich zwischen einer Rabenkrähe und einem Mann abspielte: Er nahm einer neugierigen und hungrigen Krähe immer dann den Leckerbissen weg, wenn sie kurz vor dem Zufassen war. Der Krähe wurde das schlichtweg zu blöd. Sie packte den umherliegenden Schlüssel des Mannes, flog davon und legte den Schlüssel hoch oben in der Dachrinne ab. Das Motto der Krähe: Wenn du mir blöd kommst, kann ich das schon lange.
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Rabenkrähen können ihre Kumpels täuschen und Gutes tun - wenn es sich lohnt. Ihr Verhalten gleicht häufig dem der Menschen. Auch Gefühle können sie zeigen. Sie trauern beim Verlust der Partnerin. Dass sie ebenso am Leben Spaß haben können, zeigen sie oft: Zum Beispiel wenn es stürmisch ist und ihnen das Auf- und Abwärtsfliegen bei Windstärke acht offensichtlich Freude bereitet.
Wir wissen noch längst nicht alles über Rabenkrähen. Wenn sie sich früh morgens treffen, laut rufen und krächzen. Was haben sie dann zu bereden? Planen sie ihren Tag? Teilen sie sich mit, ob alle gesund sind? Nach allem was wir wissen, sind Mitteilungen unter Krähen viel inhaltsreicher als wir denken.
Serie und Buch
Was kreucht und fleucht in der Region? Wolfgang Kurtze, Vorsitzender der Lions-Naturschutz-Stiftung, schreibt über Phänomene und Kuriositäten in der Natur. Das TAGEBLATT veröffentlicht die Artikel des promovierten Biologen in loser Reihenfolge. Die erfolgreiche TAGEBLATT-Serie „Phänomene der Natur“ rückt kurzweilig Wissenswertes aus der Natur in den Mittelpunkt. Der zweite, reich illustrierte Band von Wolfgang Kurtze ist für 19,90 Euro im Buchhandel erhältlich. Herausgeber ist die Lions Stiftung Stade zur Förderung des Natur- und Umweltschutzes.
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