TSensation in Buxtehude: SPD-Chef wird zum Weitermachen überredet
Christian Krüger im Gespräch mit SPD-Legende Helmut Knoefel. Foto: Wisser
Spektakuläre Wende bei der SPD Buxtehude: Trotz schwerer Verluste bei der Kommunalwahl und ursprünglichen Amtsverzichts stellt sich Christian Krüger zur Wahl als Vorsitzender.
Buxtehude. Christian Krüger bleibt bereit, den Vorsitz der Sozialdemokraten weiterzuführen. Stadtratsfraktion, Vorstand, Distrikt Apensen und zahlreiche Mitglieder forderten ihn auf, sich im kommenden Jahr erneut zur Wahl zu stellen. „Ich bin gerührt und sprachlos. Das passiert mir selten“, sagte Krüger angesichts der breiten Unterstützung in der Partei. Die Buxtehuder SPD hatte sich getroffen, um die schwere Niederlage bei der Kommunalwahl am 13. September aufzuarbeiten. Krüger führt den Ortsverein Buxtehude/Apensen seit neun Jahren.
Noch in der Nacht von Sonntag auf Montag hatte Krüger spontan beschlossen, bei der nächsten Vorstandswahl nicht mehr anzutreten. Grund dafür waren die herben Verluste der SPD in Buxtehude. Die Partei fiel auf 20 Prozent zurück und verlor drei ihrer elf Sitze im Stadtrat. Um 3 Uhr morgens stand das Ergebnis endgültig fest. „Als Vorsitzender des Ortsverbands trage ich die Verantwortung für dieses Desaster“, erklärte Krüger, der derzeit Ratsvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister ist. Man könne die Verluste nicht allein auf den Gegenwind aus Berlin oder den Aufstieg der AfD schieben.
SPD Buxtehude schlechter als der Landestrend
Während viele Mitglieder Krüger im Amt halten wollten, ging die Fehleranalyse schonungslos vonstatten. Peter Jobmann untersuchte genau, wo die SPD Stimmen verloren hat. Die Verluste in Buxtehude lagen 1,4 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt – eine alarmierende Entwicklung für die Partei. Buxtehude galt lange als SPD-Hochburg und schnitt traditionell besser ab als die Landespartei.
„Birgit Butter hat den Absturz der CDU verhindert“, erklärte Jobmann und verwies auf die vielen persönlichen Stimmen für die Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landrätin sowie Ortsbürgermeisterin von Hedendorf. Butter erhielt 2231 persönliche Stimmen.
Fehlender Bürgermeisterkandidat schwächt SPD
Die Analyse zeigte auch, dass der Verzicht auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten der SPD geschadet hat. Die Partei unterstützte den parteilosen Wahlsieger Ralf Dessel. Seine stärkste Konkurrentin, Katharina Mewes von der Buxtehuder Bürgergemeinschaft/Freien Wählergemeinschaft, erhielt 1455 Stimmen bei der Ratswahl – die zweithöchste Zahl nach Butter. Der erfolgreichste SPD-Kandidat war Fraktionschef Nick Freudenthal mit 699 Stimmen.
T Buxtehuder Bürgermeisterwahl wird in Stichwahl entschieden
„Wir müssen Themen setzen und diese mit Gesichtern verbinden“, forderte Jobmann. Er riet der Partei, frühzeitig Kandidaten für die nächste Kommunalwahl aufzubauen. Zudem sollten mehr Bewerber aus den Ortschaften auf die Stadtratsliste.
Plakate ohne Köpfe und später Wahlkampfstart
Weitere Gründe für den Absturz der SPD wurden ebenfalls diskutiert. Die Partei verzichtete auf ihren Plakaten auf Fotos der Kandidaten und setzte stattdessen auf inhaltliche Botschaften. Ob das bei einer Kommunalwahl, die stark von Persönlichkeiten geprägt ist, sinnvoll war, wird inzwischen bezweifelt. Kritik gab es auch am späten Start des Wahlkampfs. „Wir waren zu spät auf den Marktplätzen präsent“, sagte Stefan Bußmann, der sich derzeit um die Landtagskandidatur im Wahlkreis Buxtehude bewirbt. Die nächste Landtagswahl in Niedersachsen findet im September 2027 statt.
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