TSo fuhr es sich im ersten motorisierten Linienbus vor 100 Jahren
In den ersten Jahren der Cuxhavener Omnibus-Gesellschaft übernahmen noch Schaffner den Verkauf und die Kontrolle von Fahrkarten. Foto: Archiv
Vor 100 Jahren startete der Landkreis Cuxhaven in das moderne Bus-Zeitalter: Mit Gründung der Omnibus-Gesellschaft (COG) am 16. Januar 1925 bekam Cuxhaven einen festen Liniendienst.
Cxuhaven. „Der neue Wagen macht schon äußerlich einen tadellosen und schnittigen Eindruck. Ein großer Vorteil ist, dass er Luftbereifung hat und dadurch nur wenig Geräusche und Erschütterungen hervorruft, was die Anlieger der Straßen, die der Wagen auf seiner täglichen Route durchfährt, besonders angenehm berühren wird.“
So beschreibt die „Cuxhavener Zeitung“ im Januar 1925 den ersten motorisierten Omnibus, der im Liniendienst vom Bahnhof nach Duhnen, Groden und Altenwalde rollt. „Duhnen wurde in 17 Minuten erreicht“, schreibt die Tageszeitung „Alte Liebe“ zur Probefahrt. Und: „Im normalen Fahrbetrieb wird der Wagen unter Halten auf sämtlichen Stationen die Strecke in 25 Minuten zurücklegen.“
Erste Busse waren „elegant, praktisch und bequem“
Betrieben wurde dieser erste Bus von der am 16. Januar 1925 neu gegründeten Cuxhavener Omnibus Gesellschaft (COG). Inhaber war der Spediteur Walter Reineke, gemeinsam mit den Teilhabern Bastein und Jakobi. Die Karosserie des Personentransporters, der mit 25 Ledersitzen ausgestattet war, kam von der Berliner Fahrzeug- und Karosseriefabrik Lange & Gutzeit, der Motor von der Fabrik Büssing in Braunschweig.

Der "Nordsee-Express" der Cuxhavener Omnibus-Gesellschaft hält vor dem Cuxhavener Bahnhofsgebäude. Das Foto wurde im Jahr 1957 aufgenommen. Foto: Archiv
„Der Wagen ist mit allen Sicherheitseinrichtungen, so zum Beispiel mit einer Bergstütze für Versagen der Bremse bei Steigungen, versehen“, berichtete die „Alte Liebe“. Die „Cuxhavener Zeitung“ beschrieb das Innere des Fahrzeugs als „elegant, praktisch und bequem und mit allen zweckmäßigen und hygienischen Neuerungen eingerichtet“.
Personenförderung zum Wohle der Bevölkerung
Anlässlich der Eröffnungsfahrt baten die Vertreter der COG um rege Annahme der neuen Einrichtung. Nur so könne ein Wachstum der Personenförderung zum Wohle der Bevölkerung erreicht werden. Der Appell wurde erhört: Bereits zu Pfingsten 1925 fuhren drei Busse und im Jahr 1937 wurde schon der zehnte Bus geordert.
Schon vor der Gründung der Cuxhavener Omnibus Gesellschaft hatte es erste Versuche gegeben, feste Busverbindungen in Cuxhaven und Umgebung zu etablieren. Der Unternehmer August Uhe hatte im Mai 1904 eine Verbindung mit Pferde-Omnibussen nach Duhnen eröffnet, ein Jahr später startete eine Verbindung nach Brockeswalde. Eine Autobuslinie der Kraftverkehrsgesellschaft Nordmark für Badegäste musste nach Bürgerprotesten wieder geschlossen werden, da der Bus „mit der wahnsinnigen Geschwindigkeit von 35 bis 40 km/h die Häuser und deren Inventar erschütterte und zu viel Staub aufwirbelte“.
Das wurde aus der Cuxhavener Omnibus Gesellschaft
Mit diesen Problemen hatte die COG offenbar nicht zu kämpfen. Die geladenen Gäste der Bus-Eröffnungsfahrt, Vertreter der Behörden und der Presse, zeigten sich „überrascht von dem ruhigen Lauf des Wagens“ und bemerkten „kein Stoßen und Rütteln, sondern nur ein sanftes Schaukeln“, so die „Alte Liebe“. Ein Jahr nach ihrer Gründung eröffnete die COG eine weitere Buslinie, die nach Altenwalde, Oxstedt, Berensch und Nordholz führte.
Die Geschäftsräume der COG befanden sich an der Deichstraße 9. Die Werkstatt war zunächst am Schwarzen Weg zwischen Deichstraße und Mühlenweg untergebracht, später dann in der Meyerstraße.
Im Jahr 1928 startete die zweite große Cuxhavener Busgesellschaft, die Firma Maass Reisen, ihren Betrieb. Die Cuxhavener Omnibus Gesellschaft wurde 1974 von der Kraftverkehrsgesellschaft (KVG) Stade übernommen.