TSo hat D/A aus Neuzugang Dahaba einen soliden Stammspieler gemacht
Muhammad Dahaba schießt gegen den Eimsbütteler TV sein erstes Tor für D/A. Foto: Jörg Struwe (nomo)
Bei jedem Pass spielte die Angst mit. Die Verunsicherung. Diese Tage sind bei D/A-Neuzugang Muhammad Dahaba vorbei. Wie hat sich der 21-Jährige in die Startelf gekickt?
Drochtersen. Muhammad Dahaba wähnte sich zunächst wahrscheinlich im falschen Film. Am 13. August verpflichtete der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel den Innenverteidiger, der zuvor beim FC St. Pauli keinen Vertrag mehr unterschrieb. D/A musste auf die Ausfälle von Liam Giwah und Tjorve Mohr reagieren. Der 21-jährige Dahaba erlebte zunächst aber schwierige Zeiten.
T Sanne-Show in Drochtersen: Stürmer schießt D/A mit Hattrick zum Sieg
Drei Tage nach seiner Verpflichtung spielt Dahaba 16 Minuten gegen den HSV II. D/A führt bereits mit 4:1. Auf der für ihn ungewohnten Sechserposition bekommt Dahaba keine Bindung zum Spiel. Er ist ein Fremdkörper. Hat kaum Ballkontakte. Ein durchwachsener Auftakt. Doch es kommt noch schlimmer.
Tiefschlag nach wenigen Sekunden gegen Kickers Emden
D/A-Coach Oliver Ioannou wechselt Dahaba im Pokalspiel gegen Kickers Emden in der 61. Minute ein. Der Innenverteidiger ist gerade mal ein paar Sekunden auf dem Platz, da passiert ihm ein folgenschwerer Fehler, der zum 2:4-Endstand führt. Dahaba wirkt verunsichert. Bei jedem Pass spielt die Angst mit. „Der Tiefschlag saß ein paar Tage lang im Kopf“, sagt Dahaba heute.
T 3:3 nach 3:0: Warum sich D/A in Schöningen „um den Lohn“ bringt
Der 21-Jährige fragt in sich hinein. „Wurde ich abgeschrieben?“ Er findet sich nach dem Pokal-Aus zwei Mal ohne Einsatz auf der Bank wieder. Trifft danach bei einem Kurzeinsatz beim 7:1 gegen Eimsbüttel, leitet ein Tor ein und bereitet ein weiteres direkt vor. Er spielt nur wenig. „Das hat mich gepusht, noch mehr Gas im Training zu geben“, sagt er. Dahaba feiert seinen Durchbruch beim 1:0-Sieg gegen den FC St. Pauli II.
T 1,94-Meter-Hüne für die Defensive: D/A verkündet Neuzugang
Ausgerechnet gegen die ehemaligen Kollegen steht Dahaba in der Startelf. Der 21-Jährige grätscht und köpft in der Defensive alles weg. Er zelebriert einen gewonnenen Zweikampf an der Außenlinie wie einen großen Sieg. Er holt sich Selbstvertrauen. Der 1,94 Meter große Defensivmann besticht plötzlich nicht nur wegen seiner Größe mit Ausstrahlung. Mit jeder Faser drückt er aus, dass sein Gegenspieler an ihm hier und an diesem Tag nicht vorbeikommt.
So gehen D/A und Dahaba das Training an
„Jetzt ist Muhammad mental und körperlich vorbereitet“, sagt Trainer Oliver Ioannou. Ioannou sieht die „Leistungssteigerung in den letzten Wochen“. Der Trainer arbeitet mit dem Neuzugang, die Mitspieler unterstützen ihn in der Kabine. Oberste Regel: „Stark machen, nicht verunsichern.“ So arbeitet D/A im Training ganz gezielt.

Muhammad Dahaba hat sich zuletzt in einen Flow gespielt. Er macht kaum noch Fehler. Foto: Jörg Struwe (nomo)
Im Training soll Muhammad Dahaba „erstmal die einfachen Dinge richtig machen“, erzählt Ioannou über seinen Ansatz. Die einfachen Pässe präzise und mit Tempo spielen. Die Zweikämpfe wuchtig angehen und im besten Fall gewinnen. Keine großen Experimente, kein Risiko. Das Kreative und der Freiraum kommen später, wenn die Automatismen sitzen.
Gegen St. Pauli II (1:0), den FSV Schöningen (3:3) und den SSV Jeddeloh (7:2) spielt Dahaba drei Spiele in Serie von Anfang an und durch. In Schöningen rutscht er vor einem Gegentor unglücklich weg. Aber er macht keine Fehler. Dahaba agiert grundsolide, spielt seine Physis aus und hat Tempo. Spieleröffnungen oder offensive Beteiligungen lässt er bewusst noch weg. So will der Trainer das sehen.
Dahaba hat wieder Spaß am Fußballspielen
Drei Tage nach dem 7:2 am vergangenen Spieltag gegen den SSV Jeddeloh kommt Dahaba am Abend vom Training nach Hause nach Grünendeich. Er gibt sich entspannt. Auf dem Herd kochen Kartoffeln im Topf und der Lachs brutzelt in der Pfanne. „Ich bin immer besser in den Flow gekommen“, sagt er. Er habe seine Chance bekommen und sie genutzt. Er habe den Spaß am Fußball wiedergefunden.
Dieses Gefühl, dass es jetzt fast automatisch läuft, habe sich D/A hart erarbeitet. Auch das Spielglück. Er habe hart gearbeitet und hört nicht auf. Selbst nach dem Sieg gegen Jeddeloh fanden Spieler und Trainerteam in der Videoanalyse Fehler. Sie lassen für ihr Ziel Drittligaaufstieg nicht locker.
D/A-Verteidiger im neuen Podcast: Bierchen ist keine gute Idee
Steht Muhammad Dahaba am Sonntag, 11. Oktober, ab 15 Uhr in der Startelf beim Auswärtsspiel beim Tabellenletzten Bremer SV? Natürlich hätte er das gern. Viele Gründe, ihn auszutauschen gibt es nicht. Ihn, der sich von einem unglücklich agierenden und verunsicherten Neuzugang zu einem grundsolide und fast fehlerfrei spielenden Innenverteidiger mauserte.
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