Zähl Pixel
Schulen

TStade reagiert auf Vandalismus: Kontrollen für Schultoiletten?

Diese Schultoilette im Kreis Stade steht exemplarisch für viele andere Toiletten, die regelmäßig zum Vandalismus-Schauplatz werden.

Diese Schultoilette im Kreis Stade steht exemplarisch für viele andere Toiletten, die regelmäßig zum Vandalismus-Schauplatz werden. Foto: Wisser

Kaputt, schmutzig, eklig - das trifft auf viele Schultoiletten zu. In Stade könnte sich das bald ändern. Welche Ideen es gibt und wo es besonders schlimm ist.

author
Von Lena Stehr
Dienstag, 03.03.2026, 07:13 Uhr

Stade. Mit Handtuchpapier und Klorollen verstopfte Toiletten, zerstörte Toilettenbrillen, Schmierereien an den Wänden oder verschobene Deckenplatten. Die Liste der Vandalismusvorfälle auf Stader Schultoiletten ist lang.

Im Januar musste sogar die Stader Feuerwehr mit 25 Einsatzkräften ausrücken, weil auf einer der Schultoiletten der IGS ein Papiereimer brannte. Das Gebäude mit 1000 Schülerinnen und Schülern sowie 80 Lehrkräften wurde evakuiert.

Stadtrat Brokelmann: „Wir sind fassungslos“

„Wir sind fassungslos, was alles auf Schultoiletten passiert“, sagt Stadtrat Carsten Brokelmann. Die Stadt will das Problem nun angehen und gemeinsam mit den Schulleitungen der weiterführenden Schulen nach Lösungen suchen. Das teilte Annette Müller-Borghardt, Leiterin des Fachbereichs Bildung und Soziales bei der Stadt Stade, kürzlich im Schulausschuss mit.

Wegen eines Brandes auf dem Schulklo der Stader IGS musste die Stader Feuerwehr im Januar mit 25 Einsatzkräften ausrücken.

Wegen eines Brandes auf dem Schulklo der Stader IGS musste die Stader Feuerwehr im Januar mit 25 Einsatzkräften ausrücken. Foto: Feuerwehr Stade

Das Thema war bereits im November 2025 aufgeploppt. Damals hatte die SPD-Fraktion in einer Anfrage darauf hingewiesen, dass es vermehrt Hinweise von Eltern, Lehrkräften sowie von Schülerinnen und Schülern auf erhebliche Schäden und Verschmutzungen in Schultoiletten gegeben habe.

Eltern seien zunehmend besorgt wegen der hygienischen Zustände und weil sanitäre Anlagen zeitweise ganz geschlossen werden müssten, hieß es in der Anfrage.

Dies beeinträchtige die Lern- und Aufenthaltsqualität an den betroffenen Schulen erheblich. Durch Vandalismus entstünden zudem hohe Instandhaltungs- und Reinigungskosten.

Stadt gab 17.000 Euro für Vandalismusschäden aus

Insgesamt 17.000 Euro gab die Stadt 2025 für die Beseitigung verschiedener Schäden auf Schultoiletten aus. Unter anderem für die Reinigung verstopfter und extrem verschmutzter Toiletten und den Austausch von Trennwänden in drei Jungen-WCs mit Einbau von Stangen zur Verstärkung. Teilweise wurden auch schon Edelstahlgitter in Urinalen eingesetzt. Diese sollen Verstopfungen verhindern.

Illegale Schmierereien sind auf vielen Schultoiletten im Kreis Stade zu finden.

Illegale Schmierereien sind auf vielen Schultoiletten im Kreis Stade zu finden. Foto: Wisser

In drei Vandalismus-Fällen konnten Verursacher gefunden und zur Kasse gebeten werden. Dazu zählen ein Fensterglasschaden in Höhe von 800 Euro, eine Türbeschädigung in Höhe von 1.200 Euro sowie zerstörte Deckenplatten in Höhe von 500 Euro.

Vermehrt betroffen seien die IGS, die Realschule, die Oberschule und Hauptschule in Riensförde sowie die Grundschulen Bockhorster Weg, Bützfleth, Hahle und Pestalozzi. Insgesamt gebe es aber deutlich mehr Vorfälle an weiterführenden Schulen, so Annette Müller-Borghardt.

Kunst-Klos oder Zugangskontrollen?

Deswegen solle nun zunächst besprochen und geprüft werden, welche Maßnahmen an weiterführenden Schulen Vandalismus vorbeugen könnten. Einige Ideen gibt es bereits.

Zum Beispiel die Einrichtung von Kunst-Klos nach dem Vorbild der IGS Buxtehude. Dort wurde nicht nur das Schulklo mit Urban Art gestaltet, sondern auch ein Schüler-Toilettendienst eingerichtet. Der kassiert die Schülerausweise von allen ein, die mal müssen.

Ein Simpson schaut zu: So schön erledigen Jungen auf dem Schulklo der IGS Buxtehude ihr Geschäft.

Ein Simpson schaut zu: So schön erledigen Jungen auf dem Schulklo der IGS Buxtehude ihr Geschäft. Foto: Sulzyc

Solche Zugangskontrollen könnte es auch bald an Stader Schultoiletten geben. Denkbar wäre zum Beispiel die Einführung eines Transpondersystems. Das nutzen bundesweit mehrere Schulen, eine von ihnen ist die Geestlandschule in Fredenbeck.

„Die Schule hat damit gute Erfahrungen gemacht“, sagt Annette Müller-Borghardt. Die Kosten für die technische Ausstattung - ohne Lohn- und Personalkosten - würden sich auf 20.000 bis 27.000 Euro pro Schule belaufen.

Schlüssel oder Transponder könnten für jeden Toilettengang durch das Sekretariat oder dauerhaft gegen eine Pfandgebühr an Schülerinnen und Schüler ausgegeben werden. „Derzeit prüfen wir noch die datenschutzrechtlichen Konsequenzen“, sagt Müller-Borghardt.

Die Stadt ist offenbar gut beraten, das zu tun. Sonst geht es ihr womöglich wie einer Schule in Freiburg am Neckar. Dort musste ein bereits installiertes Chipsystem aus Datenschutzgründen wieder abmontiert werden, berichten die Stuttgarter Nachrichten.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel