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ÖPNV

Streik im Hamburger Nahverkehr soll ausgeweitet werden

„Kein U-Bahn-Betrieb.“: Das soll auch am Sonnabend so sein.

„Kein U-Bahn-Betrieb.“: Das soll auch am Sonnabend so sein. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg-Pendler aus dem Landkreis Stade müssen sich womöglich Alternativen überlegen: In der Hansestadt stehen U-Bahnen still, Busverbindungen fallen aus - und am Wochenende soll erneut gestreikt werden.

Von Redaktion Donnerstag, 19.03.2026, 12:30 Uhr

Hamburg. Die Gewerkschaft Verdi hat während eines laufenden Warnstreiks im Hamburger Nahverkehr gleich zu einem nächsten Ausstand aufgerufen. Sowohl Beschäftigte der Hochbahn als auch der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) sollen demnach am Samstag die Arbeit niederlegen. Der Warnstreik beginne um 3 Uhr nachts und dauere 24 Stunden, teilte Verdi mit.

Busse und U-Bahnen stehen still

Am Donnerstag fuhren in Hamburg bereits keine U-Bahnen und kaum Busse. Ein Warnstreik bei der Hochbahn hatte den öffentlichen Nahverkehr weitgehend lahmgelegt - und Zehntausende Pendler und Jugendliche gezwungen, sich Alternativen für ihren Weg zur Arbeit oder zur Schule zu suchen. Der Ausstand sollte am Freitagmorgen um 3 Uhr enden, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte.

„Ein U-Bahn-Betrieb ist leider nicht möglich“, hieß es am Donnerstagmorgen. Mit dem Streikende wird der Busbetrieb am Freitagmorgen wieder regulär aufgenommen. Bei der U-Bahn ist jedoch vermutlich noch bis in die frühen Morgenstunden mit Verzögerungen zu rechnen.

Einen Notfallfahrplan auf einigen Buslinien gibt es. Demnach fahren folgende Linien in folgendem Takt:

  • Linie 4 - alle 30 Minuten
  • 5 - alle 15 Minuten
  • 7 - alle 10 Minuten
  • 23 - alle 30 Minuten
  • 24 - alle 20 Minuten
  • 25 - alle 40 Minuten
  • 26 - alle 20 Minuten
  • 43 - planmäßig
  • 150 - alle 60 Minuten
  • 250 - alle 60 Minuten

  • Die Linien 16 und 114 fahren unregelmäßig.
  • Die Linien 180, 161 sowie 561 fahren gemäß Fahrplan.
  • Darüber hinaus findet der Arenen-Shuttle-Verkehr statt. In der Barclays Arena findet am Abend ein Clueso-Konzert statt.

Schulbusse fahren

Auch wenn gestreikt wird - die Hamburger Schulbusse werden laut Hochbahn fahren.

Vom Warnstreik nicht betroffen waren am Donnerstag die VHH-Busse, die vor allem im Westen der Stadt und im Umland verkehren. Bei den VHH stand ein Warnstreik ebenfalls zur Debatte. Bei den am Mittwoch erneut ohne Ergebnis vertagten Verhandlungen zum Manteltarifvertrag sei jedoch verabredet worden, am Donnerstag auf Arbeitsniederlegungen zu verzichten, teilten die VHH mit.

S-Bahn und Fähren der HADAG nicht betroffen

Fahrgäste sollten nach Möglichkeit auf S-Bahnen ausweichen, da diese – ebenso wie die Fähren der HADAG – nicht vom Streik betroffen sind Die hvv-App, hvv-switch-App und hvv.de informieren darüber, welche Linien fahren.

KVG-Busse fahren

Auch bei der KVG im Landkreis Stade wird nicht gestreikt.

Fahrplan prüfen

Die Hamburger Hochbahn bittet Fahrgäste, ihre Fahrt vor Fahrtantritt in der Fahrplanauskunft in den hvv-Apps oder auf hvv.de zu prüfen und gegebenenfalls auf andere Verkehrsangebote auszuweichen. „Fahrten, die trotz des Streiks geleistet werden können, werden dort angezeigt und sind auch per Echtzeit abrufbar“, teilt der HVV mit.

Was die Streikenden fordern

Verdi fordert in den laufenden Tarifverhandlungen bei der Hochbahn unter anderem 7,5 Prozent mehr Lohn mit einer sozialen Komponente für die unteren Entgeltgruppen sowie einen 200-Euro-Mietkostenzuschuss für Auszubildende.

„Die Tarifverhandlungen im ÖPNV sind festgefahren wie nie“, begründete Verdi-Vertreterin Irene Hatzidimou den Streikaufruf. Das liege auch am Sparkurs des rot-grünen Senats. Sowohl die Hochbahn als auch die VHH befänden sich mehrheitlich oder vollständig im Besitz der Stadt. Deshalb müsse sie jetzt von der Bremse gehen und den Weg für eine Einigung freimachen. „Ansonsten ist es völlig sinnlos, sich weiter an Verhandlungstischen zu verausgaben.“

Die Hochbahn-Personalchefin Saskia Heidenberger kritisierte die Warnstreikankündigung als absolut unnötig und destruktiv. „Lösungen werden nur am Verhandlungstisch erzielt und nicht auf der Straße.“ Die Gewerkschaft trage die Verantwortung dafür, „dass Hamburg mittlerweile zum achten Mal nahezu still steht.“ Nach ihren Angaben hat Verdi im Februar sechsmal und im März jetzt zum zweiten Mal zu einem Warnstreik aufgerufen. (set/dpa)

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