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TTipps einer Trainerin: So vermeiden Sie Silvesterstress bei Ihrem Hund

Ina Niemann ist seit über zehn Jahren Hundetrainerin und arbeitet viel mit ängstlichen Tieren. Hier ist sie beim Training mit ihrer 14 Jahre alten Hündin Enny zu sehen.

Ina Niemann ist seit über zehn Jahren Hundetrainerin und arbeitet viel mit ängstlichen Tieren. Hier ist sie beim Training mit ihrer 14 Jahre alten Hündin Enny zu sehen. Foto: Ina Niemann

Knallen, Pfeifen und fremde Gerüche bedeuten an Silvester Stress pur für manche Hunde. Wie sie Panik bei Ihrem Vierbeiner vermeiden können, erklärt eine Hundetrainerin.

Von Bengta Brettschneider Montag, 30.12.2024, 13:25 Uhr

Landkreis. Für die meisten Menschen ist das Silvesterfeuerwerk das Highlight des Jahres, und auch hier im Cuxland finden viele Open-Air-Partys statt. Für Vierbeiner kann die Knallerei zum Jahresende jedoch puren Stress bedeuten.

Seit mehr als zehn Jahren ist Ina Niemann Hundetrainerin in und um Cuxhaven. Anstoß war damals ihre Pudelhündin Enny, die sie im Alter von zweieinhalb Jahren aus schlechter Haltung übernahm. Die Hündin hatte Angst und war sehr unsicher.

Damit sie ihr helfen konnte, musste Ina Niemann sie richtig verstehen und herausfinden, wie Hunde am besten lernen. Das Eintauchen in die Hundepsychologie machte sie so neugierig, dass sie nicht aufhören konnte, sich weiterzubilden. Nun hilft sie seit über zehn Jahren anderen Menschen, ihre Hunde besser zu verstehen und sie selbstbewusst anzuleiten.

Hundetrainerin Ina Niemann arbeitet mit ängstlichen Tieren

Das Silvester-Fest ist eine Situation, in der einige Hunde ganz besonders einen souveränen Hundehalter an ihrer Seite brauchen, erläutert Ina Niemann. Denn ein souveräner Halter weiß, was er tut und kann die Situation gut einschätzen. Dies schaffe Vertrauen beim Hund und er fühlt sich bei seinem Menschen geborgen.

Laut Niemann gebe es glücklicherweise viele entspannte Hunde, die die laute Silvesterknallerei gelassen hinnehmen. Doch auch ängstliche Hunde, die bei jedem Knall zusammenzucken, sind keine Seltenheit. Niemann empfiehlt, Hunde zur Silvesterzeit und Wochen danach gut gesichert an der Leine zu führen - mit einer Leine am Halsband und einer weiteren am Brustgeschirr. Ganz im Sinne: „Doppelt hält besser“. Spaziergänge in ruhigen Wald- und Feldwegen sind ideal.

Ablenkung mit Lieblingsspielzeug und Leckerli-Wurf

„Nähert sich nun der nächtliche Knallspaß für die Menschen, hilft es vielen Hunden, wenn Fenster abgedunkelt werden und der Fernseher etwas lauter gestellt wird. Die etwas mutigeren Vierbeiner lassen sich mit dem Lieblingsspielzeug ablenken oder mit einem tollen Leckerli-Wurf-und-Such-Spiel“, rät Ina Neumann.

Ist die Angst nicht zu überwinden, bietet ein Platz neben dem Lieblingsmenschen, vielleicht sogar unter einer Decke verkrochen, etwas Sicherheit. Der Mensch sollte zur Unterstützung seines Hundes Ruhe und Coolness ausstrahlen. Trösten und Streicheln würde die Angst nur verstärken.

Bei ängstlichen Tieren rechtzeitig vorsorgen

Einige Hunde beruhigt es, wenn sie Druck auf ihrem Körper spüren, wie durch eine feste Umarmung oder einen eng sitzenden Hundepullover. Andere Hunde könnten sich durch eine wohltuende Nackenmassage entspannen.

Sollte der Hund aber vor lauter Panik sehr stark hecheln oder anfangen zu spucken, sollte man rechtzeitig vorsorgen. „Hat man seinen Hund an Silvester schon so einige Male erlebt, sollte man sich bereits Wochen vorher Beratung beim Tierheilpraktiker oder Tierarzt einholen, um das beste Beruhigungsmittel für seinen Liebling zu finden“, fügt die Hundetrainerin hinzu.

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