TTops und Flops: Der Buxtehuder SV im Check
BSV-Neuzugang Ruslana Litvinov wirft sich in die kleinsten Lücken. Foto: Jan Iso Jürgens
Was läuft beim Buxtehuder SV spielerisch? Was bisher nicht? Die TAGEBLATT-Redaktion zieht eine Zwischenbilanz. Einen Punkt kontert Trainer Jonas Schlender mit Zahlen.
Top: Nikki van der Vorst - die Zukunft ist jetzt
Die 20-jährige Torhüterin kam als Versprechen für die Zukunft. Den Sprung aus der niederländischen Liga hat sie ohne Anlaufzeit geschafft: Sie hat die zweitmeisten Paraden der Liga, im Schnitt 11,4 pro Spiel. Gegen den HC Leipzig hielt sie überragende 50 Prozent der Würfe. „Nikki ist gut eingeschlagen bei uns“, sagt Trainer Jonas Schlender.
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Van der Vorst steht für das große Entwicklungspotenzial im mutig aufspielenden BSV-Kader. Elf der 19 Spielerinnen sind 22 Jahre oder jünger. „Wir haben bisher nicht die Möglichkeit, die Superstars der Liga nach Buxtehude zu holen. Aber vielleicht können wir Superstars entwickeln“, so Schlender.

BSV-Torhüterin Nikki van der Vorst ist jetzt schon ein wichtiger Rückhalt. Foto: Jan Iso Jürgens
Top: Ruslana Litvinov - der Unruheherd
Die U20-Weltmeisterin ist die Jüngste (19) im Kader. In Buxtehude mausert sie sich zum Publikumsliebling. Die scheinbar zierliche Rückraumspielerin wirft sich vorne in die kleinste Lücke und ist hinten eine flinke Balldiebin.
Litvinov ist eine Instinkthandballerin. Der BSV hat Systeme, in denen er ihre Qualitäten bewusst einsetzt. „Und in diesem Rahmen kann und soll sich Ruslana frei bewegen“, sagt der Trainer.

BSV-Handballerin Ruslana Litvinov geht dahin, wo es wehtut. Foto: Jan Iso Jürgens
Top: Carina Senel - die heimliche Spielmacherin
Senel fängt den Abgang von Jolina Huhnstock, einer der besten Kreisläuferinnen der Liga, bestmöglich auf. „Carina macht es sehr gut“, so Schlender. Senel kennt sein System aus der gemeinsamen Zeit in Solingen.
Gemeinsam mit Lin Lück bildet sie das Abwehrzentrum. Beide haben erheblichen Anteil daran, dass der BSV im Schnitt die drittwenigsten Gegentore kassiert.
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Am Kreis müsse man Senel besser in Szene setzen, sagt Schlender. Abseits des Balles bindet sie Gegenspielerinnen, sodass der Rückraum mehr Platz hat. Dazu liest sie die gegnerische Abwehr und sagt Spielzüge an. „Defensiv und offensiv arbeitet sie unfassbar viel“, sagt er.

Carina Senel ist derzeit in starker Form. Foto: Jan Iso Jürgens
Flop: Technische Fehler - hausgemachte Schwäche
Falsche Laufwege, Probleme bei Kreuzungen, Fehlpässe in der Kooperation mit dem Kreis. Hinzu kommen Ungeduld im Abschluss sowie falsche Abstände und Techniken in offensiven Zweikämpfen. Der BSV leistete sich in den ersten fünf Bundesliga-Spielen mehr als 80 technische Fehler und verlor dadurch immer wieder das Momentum.
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Die Fehler sind bei einem neuen System und vielen neuen, jungen Spielerinnen erklärbar. Seit Trainingsstart setzt Schlender auf lange Pass- und Kreuzübungen, um Automatismen zu schaffen. Das braucht Zeit. Dazu kommen Angriffskonzepte mit wenigen, aber klaren Optionen. Im Pokal gegen Neckarsulm spielte der BSV fehlerärmer.
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Flop: Zweikampfverhalten - mehr Mut
Als Verbund funktioniert die Abwehr. Schwächen liegen im Individuellen. Das findet auch der Trainer: „Ich finde unser Zweikampfverhalten tatsächlich teilweise noch ausbaufähig.“ Auf den Außenpositionen fehle der Mut, Laufwege zu antizipieren und Stürmerfouls anzunehmen.
Flop: Umschaltspiel - der fehlende Lohn
Wer gut verteidigt, will sich mit leichten Toren belohnen. Das gelingt dem BSV bislang zu selten. „Das ist eine Sache, an der wir auf jeden Fall arbeiten müssen“, sagt Schlender. Die Schwierigkeit: Unter Geschwindigkeit steigt der Handlungsdruck enorm. Dazu fordern Außen und Kreisläuferinnen den Ball zu früh. Für Schlender ist auch die dritte Welle wichtig, wenn die Abwehr hinten schon steht, aber noch ungeordnet ist.
Überzahlspiel: Statistik schlägt Gefühl
In Überzahl wirkt das Spiel des BSV mitunter unrund. Auch Schlender findet, dass Räume besser angelaufen werden könnten. Dann klappt er den Laptop auf und ruft die Statistik ab: 18 von 22 Überzahlangriffen endeten mit einem Tor, gut 80 Prozent. „Da sind wir also nicht so schlecht“, sagt er.
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