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TSeine Spur führt vom Kreis Cuxhaven nach Frankreich: Die Maskenmann-Chronik

Jahrelang suchte die Polizei mit einer Phantomzeichnung den Maskenmann.

Jahrelang suchte die Polizei mit einer Phantomzeichnung den Maskenmann. Foto: picture alliance / dpa

Als „Maskenmann“ hat Martin N. 2001 den neunjährigen Dennis entführt und getötet. Für diesen und weitere Morde wurde er in Stade verurteilt. Jetzt bekam er auch in Frankreich lebenslänglich.

Von Tobias Fischer Freitag, 05.06.2026, 17:00 Uhr

Cuxhaven. 31. März 1992: Stefan J. (13) verschwindet aus einem Internat in Scheeßel im Kreis Rotenburg. Fünf Wochen später entdecken Spaziergängerinnen die gefesselte Leiche des Jungen bei Verden.

24. Juli 1995: Dennis R. (8) wird aus einem Zeltlager am Selker Noor (Schleswig-Holstein) entführt. Knapp drei Wochen später findet ein Jogger seine Leiche in den Dünen nahe der dänischen Stadt Holstebro.

Neunjähriger Junge verschwindet aus Schullandheim

5. September 2001: Der neunjährige Dennis K. verschwindet in der Nacht aus dem Schullandheim in Wulsbüttel im Kreis Cuxhaven.

Seine Spur führt vom Kreis Cuxhaven nach Frankreich: Die Maskenmann-Chronik

11. September: Die Soko „Dennis“ wird eingerichtet.

20. September: Pilzsammler finden die Leiche eines Kindes 40 Kilometer von Wulsbüttel entfernt.

22. September 2001: Die DNA-Analyse gibt traurige Gewissheit. Es handelt sich um Dennis. Er wurde erstickt.

22. Dezember 2001: Die Polizei geht jetzt davon, dass Dennis K. und die anderen beiden Jungen einem Serientäter zum Opfer gefallen sind.

21. Mai 2004: Die Soko Dennis sieht Parallelen beim Verschwinden von Jonathan. Der Junge wird an der französischen Atlantikküste in der Nähe von St. Nazaire tot aufgefunden. Auch er war aus einem Schullandheim entführt worden.

Neue Hinweise und Zeugen nach fast sieben Jahren

10. Februar 2011: Es gibt neue Hinweise und Zeugenaussagen zu den drei Morden. Ein Missbrauchsopfer erinnerte sich, dass er seinem damaligen Betreuer auf einer Jugendfreizeit eine Skizze des elterlichen Hauses zeichnete, mit den Angaben, wer wo schläft. Dies schildert er der Polizei.

13. April 2011: Die Polizei nimmt in Hamburg einen Verdächtigen fest.

14. April 2011: Der aus Bremen stammende Pädagoge Martin N. gesteht die drei Morde und weitere sexuelle Missbrauchsfälle.

27. Februar 2012: Martin N. wird wegen dreifachen Mordes und mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Das Landgericht Stade verurteilte den 41-Jährigen zu lebenslanger Haft. Zudem stellte es die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete die Sicherungsverwahrung an.

10. Januar 2013: Der Bundesgerichtshof gab der Revision der Verteidigung statt und hob die verhängte Sicherungsverwahrung für Martin N. auf. Seine Chancen auf eine vorzeitige Haftentlassung steigen damit aber nicht.

8. Mai 2017: Speichermedien aus der Wohnung von Martin N. hatten jahrelang Anlass zu Spekulationen über weitere Verbrechen gegeben. Deren Passwörter konnten aber nicht entschlüsselt werden. Mehr als fünf Jahre nach seiner Verurteilung hat der Maskenmann einige Passwörter zu seinen bisher verschlüsselten Datenträgern verraten.

Neuer Prozess gegen Martin N.

Januar 2021: Martin N. wird zeitweise nach Frankreich ausgeliefert. Dort wird gegen ihn wegen des Verschwindens und Todes des zehnjährigen Jonathan aus dem Jahr 2004 ermittelt. Er soll das Kind aus einem Schullandheim entführt und getötet haben.

September 2021: Mangels ausreichender Beweise kehrt N. zunächst in die Haftanstalt in Deutschland zurück.

19. Mai 2026: In Nantes in Frankreich startet ein neuer Prozess gegen Martin N. Ihm wird nun der Mord an Jonathan vorgeworfen. Martin N. bestreitet die Tat.

4. Juni 2026: In Nantes in Frankreich wird Martin N. zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien erstmals am 22. Mai 2026 und wurde um aktuelle Informationen ergänzt.

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