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Städtische Betriebe

TWarum es mit dem Wasserpegel in Buxtehude gerade auf und ab geht

Mit Peter Wollstadt ist einer der erfahrensten Mitarbeiter der beauftragten Firma Lippold im Einsatz an der Marschtorschleuse.

Mit Peter Wollstadt ist einer der erfahrensten Mitarbeiter der beauftragten Firma Lippold im Einsatz an der Marschtorschleuse. Foto: Weselmann

Wo auf der Este normalerweise fröhlich gepaddelt wird, liegt der Wassersport gerade auf dem Trockenen. Daran ist eine Baumaßnahme schuld, die am Ende große Vorteile bringt.

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Von Fenna Weselmann
Montag, 13.04.2026, 13:05 Uhr

Buxtehude. Rund um die Buxtehuder Altstadt bietet der Estelauf gerade des Öfteren ein ungewohntes Bild. Am Marschtorzwinger rauscht das Wasser dieser Tage anders als sonst und die Wasserfläche am Stadtpark fällt immer wieder trocken. Das hat einen guten Grund.

Die Schleusenanlage am Marschtor wird erneuert

An der Marschtorschleuse laufen derzeit Bauarbeiten. In diesem Zuge müssen die Wehrschütze der Anlage ab und an bewegt werden. Das hat Auswirkungen auf die Pegelstände in der sogenannten Mitteleste zwischen dem Granini-Wehr an der Moisburger Straße und der Marschtorschleuse. Diese können stark variieren, weil das Wasser zeitweise nicht mehr wie üblich gestaut wird.

Projektleiterin Martina Deckwerth von den Städtischen Betrieben und der technische Geschäftsführer der beauftragten Firma, Thorsten Hube, bei den Bauarbeiten an der Marschtorschleuse.

Projektleiterin Martina Deckwerth von den Städtischen Betrieben und der technische Geschäftsführer der beauftragten Firma, Thorsten Hube, bei den Bauarbeiten an der Marschtorschleuse. Foto: Weselmann

Die Anlage am Marschtorzwinger besteht seit 1958. Sie verhindert den Tidenhub in der Mitteleste. Für den Hochwasserschutz ist sie aber vor allem in anderer Richtung relevant: Bei einem Binnenhochwasser lässt sich hierüber der Wasserablauf regeln.

Über die Zeit wurde die Anlage zwar regelmäßig gewartet und instand gesetzt, aber jetzt sorgen die Städtischen Betriebe Buxtehude hier für eine grundlegende Erneuerung. „Die Antriebstechnik wird komplett ausgetauscht“, erklärt Projektleiterin Martina Deckwerth von den Städtischen Betrieben. Das bringt einen entscheidenden Vorteil.

Estepegel können digital gesteuert werden

Bis jetzt waren die Wehrschütze manuell zu bedienen. „In Zukunft können wir die Schleuse digital steuern“, so die Technikerin. Das Granini-Wehr wurde bereits modernisiert. Bedeutet: Wenn die Arbeiten am Marschtor beendet sind, können die Anlagen dazu noch aufeinander abgestimmt werden. Auch die Sperrtafeln der neuen Fischumgehungsrinne sind über moderne Motoren gesteuert und können in das System integriert werden.

Die aktuelle Baumaßnahme kostet rund 300.000 Euro und wird von Fachkräften der Hamburger Firma Lippold ausgeführt. Neben der Synchronisierung der Anlagen macht die Digitalisierung noch mehr möglich. „Über die neue Technik können wir unter anderem erfassen, in welcher Stellung sich die Wehrschütze aktuell befinden“, sagt Thorsten Kube, technischer Geschäftsführer der Lippold GmbH. Zusätzlich lasse sich dann auch der Pegelstand der Este erfassen.

Am Granini-Wehr konnten die Mitarbeiter im Trockenen arbeiten. Bei der Anlage am Marschtor ist keine vollständige Abschottung möglich, obwohl bei dem niedrigen Wasserstand sogar mal das seitlich ausgemauerte Gewässerbett sichtbar wird. Deshalb geht es hier für die Montage der neuen elektrischen Antriebe mit Wathose und Sicherung ins Flusswasser.

An der Este sind weitere Projekte in Planung

Die von den Städtischen Betrieben beauftragten Arbeiten werden voraussichtlich bis zum 30. April andauern. Durch das starke Auf und Ab des Wasserstands ist das Befahren der Mitteleste mit Wassersportgeräten in den nächsten Wochen nicht möglich. Während der Baumaßnahmen ist die Fahrbahn am Westfleth auf der Wehrseite tagsüber halbseitig gesperrt.

Das nächste Projekt ist schon in Planung: Der Stadtparksee soll entsandet werden.

Das nächste Projekt ist schon in Planung: Der Stadtparksee soll entsandet werden. Foto: Weselmann

Die nächsten Projekte in Sachen Este haben die Städtischen Betriebe schon im Blick. „Wir wollen prüfen, wie sich die Fischaufstiegsmöglichkeiten an der Marschtorschleuse verbessern lassen“, erzählt Martina Deckwerth. Denn im Moment sei es sehr abhängig von der Tide, ob Fische hier weiter hochziehen könnten. Außerdem soll der Stadtparksee, wo die Kanupolo-Spieler trainieren, entsandet werden.

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