Bewertung

TWasserqualität: So schneiden die beiden Badestellen im Kreis Stade ab

Das Naturfreibad Krummendeich heißt bei den Einhemischen schlicht Kuhle. Sie entstand bei einer schweren Sturmflut in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar 1825.

Das Naturfreibad Krummendeich heißt bei den Einhemischen schlicht Kuhle. Sie entstand bei einer schweren Sturmflut in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar 1825. Foto: Woitscheck

Bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad in dieser Woche lautet die Devise für viele Menschen: abkühlen. Ist das an den Badestellen im Kreis Stade bedenkenlos möglich?

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Von Birger Hamann
23.06.2026, 11:00 Uhr

Landkreis. Die hochsommerlichen Temperaturen in dieser Woche werden viele Menschen im Kreis Stade nicht nur in die Freibäder treiben, auch an den Badegewässern dürfte es voll werden. Und die Wasserqualität ist nach Angaben der Behörden an den meisten überwachten Badeseen in Niedersachsen und Bremen ausgezeichnet.

„Wir sind mit den niedersächsischen Badegewässern sehr zufrieden. Die meisten sind als „ausgezeichnet“ oder „gut“ eingestuft“, sagt Katrin Luden, die am Standort des Landesgesundheitsamts in Aurich die Abteilung Wasserhygiene leitet.

Im Kreis Stade gibt es zwei solcher sogenannten Badegewässer: das Naturfreibad in Krummendeich und der Fredenbecker Badesee. Beide werden als ausgezeichnet eingestuft.

Das ist die Bewertung für Krummendeich

Für Krummendeich heißt es beim Badegewässer-Atlas: „Nährstoffeintrag in das Gewässer erfolgt durch vereinzelt vorhandene Wasservögel oder durch die Badegäste. Andere Quellen für Nährstoffeinträge sind zurzeit nicht bekannt.“ Nährstoffe wie zum Beispiel Stickstoff und Phosphor führen in hoher Konzentration zu übermäßigem Pflanzenwachstum und Algenblüte. In Krummendeich wurden „in den letzten Jahren ... in dem Gewässer gelegentlich Blaualgenblüten festgestellt.“

Das ist die Bewertung für Fredenbeck

Nahezu wortgleich fällt die Bewertung des Fredenbecker Badesees aus: „Nährstoffeintrag in das Gewässer erfolgt durch vereinzelt vorhandene Wasservögel oder durch die Badegäste. Andere Quellen für Nährstoffeinträge sind nicht bekannt.“

Weitere Badegewässer in der Region sind Heidestrandbad in Hemmoor und der Ostesee, die beide ebenfalls als „ausgezeichnet“ gelten.

Blaualgen kommen vermehrt vor

Es gibt allerdings auch einige Seen in Niedersachsen, in denen vermehrt Blaualgen vorkommen. Warnungen gibt es unter anderem für das Ricklinger Bad in Hannover, mehrere Stellen des Zwischenahner Meeres und dem Inselsee bei Lüneburg. Auch im Badesee Vechelde – Freibad Bettmar – im Landkreis Peine ist ein erhöhtes Aufkommen von Blaualgen festgestellt worden. Deswegen hat der Betreiber das Bad geschlossen. Derzeit gebe es nur ein Badeverbot: Im Uphuser Meer bei Emden sind demnach erhöhte Werte von Kolibakterien festgestellt worden.

Im Stadtwaldsee in Bremen – auch Unisee genannt – gibt es laut Behörde ebenfalls ein massives Blaualgenvorkommen. Die Blaualgen seien in diesem Fall schwer zu erkennen und gleichmäßig im Wasser verteilt. Es wird demnach empfohlen, in diesem See nicht zu baden.

Blaualgen, die auch Cyanobakterien genannt werden, können Giftstoffe bilden, die durch Wasserkontakt die Gesundheit schädigen können. Beim Verschlucken von Wasser können Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Benommenheit auftreten.

Badegäste selbst gefordert

„Wenn es sehr warm ist und die Sonneneinstrahlung stark wird, ist jeder Badegast selbst gefordert“, betont Katrin Luden. Denn Blaualgen entwickelten sich sehr schnell. Wenn man als Erwachsener knietief im Wasser steht und seine Füße durch die so entstandene Trübung nicht mehr sehen könne, sollte man auf das Baden verzichten.

Am Steinhuder Meer sollten sich Badegäste übrigens vor dem hochgiftigen weißen Phosphor in Acht nehmen. Vor allem am Badestrand Weiße Düne in Mardorf und auf der Badeinsel im Steinhuder Meer kommen diese gefährlichen Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg vor. Weißer Phosphor sieht aus wie Bernstein und kann zu schweren Verbrennungen führen.

Wer in der Natur schwimmen gehen möchte, kann sich im Internet beim Badegewässer-Atlas Niedersachsen über die aktuelle Qualität des jeweiligen Gewässers erkundigen. Einen solchen Badegewässer-Atlas gibt es auch für das Land Bremen. (mit dpa)

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