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Cyberkriminalität

TWebseiten offline: So wirkt sich die Gefahr im Landkreis Stade aus

Eine gravierende Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP versetzt die IT-Welt und Betreiber von Webseiten in Aufruhr.

Eine gravierende Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP versetzt die IT-Welt und Betreiber von Webseiten in Aufruhr. Foto: Jens Büttner/dpa

Die PHP-Sicherheitslücke sorgt für Aufregung. Auch der Landkreis Stade bleibt nicht verschont: Elbe Kliniken, Kreisverwaltung und einige Unternehmen sind betroffen.

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Von Thomas Sulzyc
22.10.2026, 19:25 Uhr

Landkreis. Eine ernsthafte Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP führte am Mittwochnachmittag weltweit zu Millionen Hackerangriffen. Auf der weitverbreiteten Programmiersprache PHP gründet ein Großteil des gesamten Internets: zum Beispiel Onlineshops oder Nachrichtenportale. Die Befürchtung: Angreifer könnten aus der Ferne Schadcodes auf betroffenen Servern ausführen und diese übernehmen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte: Sicherheitsupdates müssten ganz schnell installiert werden. Behörden, Kliniken und Unternehmen haben daraufhin Internetseiten vorübergehend abgeschaltet.

Für den privaten Nutzer beim Surfen auf dem Smartphone oder am PC habe kein Handlungsbedarf bestanden, hieß es in Medienberichten. Grund: Die Sicherheitslücken befänden sich nicht auf Endgeräten, sondern auf den Servern im Hintergrund.

Wie hat sich PHP-Bedrohung im Landkreis Stade ausgewirkt? Das TAGEBLATT fragte Unternehmen, Behörden und öffentliche Institutionen.

Elbe Kliniken: „Patienten nicht betroffen“

Auswirkungen für Patienten habe der IT-Sicherheitsvorfall nicht gehabt, sagt Sebastian Braeutigam, Leiter Unternehmenskommunikation und Marketing der Elbe Kliniken. Für Patienten wichtige Dienste seien nicht betroffen gewesen - einige interne Serverdienste allerdings schon. Zum Beispiel hätten die Elbe Kliniken vorübergehend das Bildungsmanagement-Portal abgeschaltet und das Sicherheitsupdate installiert.

Hackerangriffe auf die Elbe Kliniken im Zusammenhang mit der PHP-Sicherheitslücke habe es nicht gegeben: „Wäre ärgerlich gewesen, hätten Angreifer unsere Website entfernt“, sagte Sebastian Braeutigam.

Landkreis Stade: Online-Anträge mussten warten

Das System, mit dem Online-Anträge übermittelt werden, habe der Landkreis Stade am Mittwoch für wenige Stunden abgeschaltet. Dabei handele es sich um ein hintergeschaltetes System eines Dienstleisters, sagt Landkreis-Sprecher Daniel Beneke. Das Sicherheitsupdate sei installiert worden. Die Internetseite des Landkreises sei die ganze Zeit über online geblieben.

Ist die Bedrohung durch die IT-Sicherheitslücke vom vergangenen Mittwoch vorbei? „Wir gehen davon aus“, sagt Beneke.

Landkreis Harburg: Anträge auf Elterngeld betroffen

Der an Buxtehude angrenzende Landkreis Harburg nahm am Mittwoch vorsorglich einige kreiseigene Internetdienste vom Netz. Betroffen war das Antragssystem im Serviceportal.

Vereinzelt sei es am Donnerstag noch zu Einschränkungen bei Anträgen, die über externe Anbieter laufen, gekommen. Betroffen seien beispielsweise Anträge auf das Elterngeld.

Viebrockhaus: „Nutzen kein PHP“

Hätten Hacker das Sicherheitsrisiko bei PHP-Anwendungen ausnutzen wollen, hätten sie bei dem Bauunternehmen Viebrockhaus auf Granit gebissen. Grund: „Wir nutzen kein PHP“, sagt IT-Leiter Heiko Wachlin.

Einzig das von einem Dienstleister geschaltete interne Personalportal sei zeitweilig aus Sicherheitsgründen abgeschaltet worden. Inzwischen laufe es wieder, das Sicherheitsupdate sei installiert.

Hatecke: Homepage wenige Stunden offline

Beim weltweit tätigen Hersteller von Rettungsbooten auf Krautsand war die Internetseite am Mittwoch „wenige Stunden“ abgeschaltet - aus Sicherheitsgründen. In dieser Zeit installierte die Hatecke GmbH das Sicherheitsupdate. „Wir haben keine Angriffe von Hackern verzeichnen können“, sagt Geschäftsführer Dr. Hannes Hatecke.

Hochschule 21: kein Hackerangriff

Die Hochschule 21 schaltete ihre Homepage am Donnerstag für einige Stunden aus Sicherheitsgründen ab. Online war die Website wieder am Donnerstagnachmittag gegen 15.30 Uhr. Offenbar war die Nachfrage nach Sicherheitsupdates beim Entwickler von PHP riesig. „Man steht Schlange“, sagt Hochschulsprecherin Lisa Wolf. Hackerangriffe habe die Hochschule nicht verzeichnet.

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