Zähl Pixel
Umweltfrevel

TWeiße Wandfarbe verunreinigt seit Wochen Buxtehuder Gewässer

Seit Wochen sieht der Ilsebach immer wieder milchigtrüb aus. Vermutlich wurde hier Binderfarbe entsorgt.

Seit Wochen sieht der Ilsebach immer wieder milchigtrüb aus. Vermutlich wurde hier Binderfarbe entsorgt. Foto: Felsch

Seit Wochen immer wieder dasselbe Bild: milchiges Wasser im Ilsebach. Die Ursache konnte bisher nicht festgestellt werden, aber es gibt einen Verdacht.

Von Franziska Felsch Sonntag, 27.10.2024, 18:55 Uhr

Buxtehude. Der Stadtentwässerung der Hansestadt Buxtehude ist der Vorfall bekannt. Die Mitarbeiter sind dem Hinweis, wie es üblich ist bei Tipps aus der Bevölkerung, vor Ort nachgegangen und haben Verunreinigungsspuren im Ilsebach feststellen können.

In den vergangenen Wochen sei dies mindestens zweimal der Fall gewesen. Auch davor sei das Problem immer mal wieder aufgetreten. Proben konnten bisher aber nicht genommen werden, so der Leiter der Buxtehuder Stadtentwässerung, Oliver Rathmann.

Die Analytik über ein Labor wäre möglich, sei aber sehr teuer. „Das Problem ist auch, dass sich die Verschmutzung möglicherweise schon aufgelöst hat, bis ein Mitarbeiter eintrifft“, gibt Rathmann zu bedenken.

Keine Spur vom Verursacher

„Beim letzten Vorfall war bereits im nächstgelegenen Schacht nur noch eine geringe Verschmutzung feststellbar. Drei Schächte weiter war nichts mehr zu erkennen. Die Farbe wird wahrscheinlich über einen privaten Regenwassereinlauf entsorgt, gelangt so in unser Netz und dort verliert sich die Spur“, vermutet Rathmann.

Die Nachverfolgung zum Verursacher sei aus mehreren Gründen schwierig: Die Verschmutzung im Ilsebach tritt aus dem Kanal aus. Das Kanalnetz ist groß und weit verzweigt, an den Haltungen zwischen zwei Schächten sitzen zusätzlich die Hausanschlüsse mit Hausanschlussschacht, an denen die privaten Entwässerungsleitungen sitzen.

Überwachung mit Kameras ist keine Option

Eine Installation von Kameras sei zeit- und kostenaufwendig, denn ein Standort würde nicht ausreichen. „Da stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit, zumal die privaten Entwässerungsleitungen sowie der Hausanschlussschacht nicht mehr Bestandteil unseres Netzes sind und eine rechtliche Handhabe hierfür fehlt“, erklärt Rathmann. Hinzu kommen datenschutzrechtliche Fragen und im Anschluss die Auswertung des Materials, wofür wieder Personal gebraucht werde. Die Situation werde aber trotzdem weiterhin beobachtet.

Je nach Schwere des Vergehens - und dazu zählt die nicht ordnungsgemäße Entsorgung von Farbe - droht dem Verursacher ein Bußgeld, das bis zu mehreren Tausend Euro betragen kann. Dabei ist die fachgerechte Entsorgung gar kein Problem: Eimer mit eingetrockneter Farbe, die keine schädlichen Zusätze enthält und auf Wasserbasis lösemittelfrei hergestellt ist, können in den Hausmüll.

Große Gebinde mit flüssigen Farben sollten bei den Abfallwirtschaftszentren oder Wertstoffhöfen des Landkreises Stade entsorgt werden. Rathmann appelliert deshalb dringend an die Bevölkerung, ordnungsgemäß zu entsorgen und die Gewässer und Abwasser von Stoffen unbedingt freizuhalten.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel