TWenige Fans, viel Drama: BSV verliert Play-off-Auftakt gegen Metzingen
Enttäuschung nach Spielende: Der BSV um Anika Hampel musste sich am Samstag knapp geschlagen geben. Foto: Jan Iso Jürgens
Erstmals in dieser Saison kamen weniger als 1000 Zuschauer in die Halle Nord. Doch die wenigen Fans sahen erneut eine dramatische Partie zwischen dem BSV und Metzingen.
Buxtehude. Erst vor zwei Monaten standen sich der BSV und Metzingen in der Halle Nord gegenüber. Nach einer dramatischen Schlussphase setzte sich der BSV damals mit 32:31 gegen Metzingen durch. Und nun zeichnet sich eine ähnlich spannende Crunchtime ab.
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Fünf Minuten vor dem Ende: Teresa von Prittwitz stürmt zum Ausgleich und reißt die Zuschauer von den Sitzen. Hinten ist Torhüterin Annie Linder mit einer Parade zur Stelle. Johanna Andresen wirft den Ball zur Führung ins leere Metzinger Tor. Die Fans erheben sich.
28:28. Noch eine Minute auf der Uhr. Doch dann scheitert Maj Nielsen an der Gäste-Keeperin. Auszeit. Noch 20 Sekunden. Die Metzingerinnen nutzen ihre letzte Chance. Der BSV verliert am Samstag das erste Play-off-Spiel mit 28:29 (14:14). Nielsen sinkt enttäuscht in die Knie. Wieder einmal Drama in der Halle Nord.
BSV will den Gang in die Relegation vermeiden
Während die Top 4 der Hauptrunde in einer eigenen Runde um die Meisterschaft spielen, treten die Teams der Plätze fünf bis elf in einer separaten Play-off-Runde gegeneinander an. Das Besondere: Je nach Platzierung aus der Hauptrunde starten die Teams mit unterschiedlich vielen Punkten. Als Tabellenzehnter ist der BSV mit zwei Pluspunkten in die Runde gegangen, Metzingen startete als Siebter mit fünf Zählern.
Für den BSV geht es nun vor allem darum, den letzten Platz und damit den Gang in die Relegation zu vermeiden. Einfach wird das jedoch nicht. Andersson erwartet „sechs Kampfspiele“ und warnte er ausdrücklich vor Auftaktgegner Metzingen - für ihn „die beste Mannschaft der Play-off-Runde“.
Viele leere Plätze, aber gute Stimmung
Dennoch blieben viele Plätze am Samstagnachmittag leer. Nur 836 Zuschauer verfolgten die Partie - erstmals in dieser Saison kamen weniger als 1000 Zuschauer in die Halle Nord. Und trotzdem sorgten die wenigen Fans für gute Stimmung.
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Trainer Andersson hatte gehofft, dass seine Mannschaft weniger nervös ins Spiel geht wie in den vergangenen Spielen. Doch in den Anfangsminuten zeigte sich genau das: viel Tempo, aber auch viele Fehler auf beiden Seiten. Anspielfehler, Stürmerfouls, Missverständnisse im Zusammenspiel, ungenaue Abschlüsse.
Der BSV hatte Mühe, gute Wurfchancen zu kreieren. Metzingen hingegen agierte präziser und fand immer wieder Lücken in der offensiven Buxtehuder Deckung. Nach knapp einer Viertelstunde lagen die Gäste erstmals mit drei Toren in Führung (8:5).
Top-Scorerin tut sich schwer gegen Metzingen
Im BSV-Tor konnte sich Annie Linder mit sechs Paraden in der ersten Halbzeit auszeichnen und ihr Team im Spiel halten. Die Schwedin versuchte, ihre Vorderleute mit langen Konterpässen zu bedienen. Doch das gelang nicht immer.
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Auch die Buxtehuder Top-Scorerin Anika Hampel blieb diesmal blass. Die Metzinger Deckung nahm sie geschickt aus dem Spiel. In der ersten Halbzeit verbuchte die Spielmacherin nur zwei Würfe auf das gegnerische Tor - ein Treffer.
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Die Gäste hatten jedoch auch Probleme. Während die Metzingerinnen hinten viele Bälle eroberten und immer wieder Torhüterin Marie Weiß im Weg stand, häuften sich im Angriff die Fehler. Das machte Trainerin Miriam Hirsch ihrer Mannschaft kurz vor der Pause in einer Auszeit deutlich: „Wir brauchen mehr Ruhe und Geduld.“
BSV verliert Play-off-Auftakt gegen Metzingen
BSV wirkt unsortiert und unkonzentriert
Auch BSV-Coach Nicolaj Andersson gab seinen Spielerinnen noch einige taktische Anweisungen mit aufs Feld. Mit einem 3:0-Lauf drehten die Buxtehuderinnen dann auch das Spiel kurz vor der Pause, kassierten aber postwendend den Ausgleich. Mit 14:14 ging es in die Kabine.
In der zweiten Halbzeit verlor der BSV früh den Faden. Die Buxtehuderinnen wirkten unsortiert und unkonzentriert, verloren einige Bälle, ließen Chancen liegen. Metzingen bestrafte die Fehler mit schnellen Gegenangriffen und holte sich die Führung zurück.
Andersson reagierte mit einer ersten Auszeit. Nachdem sich nichts gebessert hatte, folgte prompt das nächste Time-out. „Was habe ich vor zwei Minuten gesagt?“, raunte der Däne in der 41. Minute beim Stand von 17:21. Er versuchte, seine Mannschaft wachzurütteln. Mit Erfolg?
Abwehrspezialistin glänzt im Angriff
Wenige Minuten später kam der BSV bis auf einen Treffer heran. Vor allem Abwehrspezialistin Lin Lück tauchte immer wieder vorne auf, dreimal traf sie mit Wucht aus dem Rückraum, einmal flog der Ball weit über das gegnerische Tor. Zehn Minuten vor Schluss lag der BSV mit nur noch einem Treffer zurück (23:24). Ein Auf und Ab auf beiden Seiten.
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Wie im Duell vor zwei Monaten wurde es in der Schlussphase spannend. Anderthalb Minuten vor dem Ende stand es 28:28. Dann schlug die Metzingerin Gabriela Bitolo im letzten Angriff mit dem Siegtreffer zu. Die besten Buxtehuder Werferinnen waren Teresa von Prittwitz, Isabelle Dölle und Maj Nielsen mit jeweils fünf Treffern.
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Durch die Niederlage steht der BSV vorerst mit zwei Pluspunkten auf dem vorletzten Tabellenplatz der Play-off-Runde. Kommende Woche (25. April) geht es für Buxtehude zur Sport-Union Neckarsulm. Das nächste Heimspiel steht am 2. Mai gegen den VfL Oldenburg an.
BSV-Tore: Kaminska (0 Paraden), Linder (11 Paraden); Nielsen 5, Frey, Stolle, von Prittwitz 5, Senel, Huhnstock 2, Hampel 4/2, Dölle 5, Oberländer, Andresen 3, Ternede 1, Lück 2
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