T„Wie ein Vater“: Erfolgreiches Trainer-Duo führt D/A II an die Spitze
Die Trainer Milan Schweiger (links) und Benjamin Zielke: Die Mannschaft ist der Star. Foto: Berlin
D/A II rockt die Fußball-Landesliga und feiert vorzeitig Meisterschaft und Aufstieg. Das Erfolgsrezept klingt simpel. Aber im Projekt Oberliga steckt viel Arbeit.
Drochtersen. Die SV Drochtersen/Assel II hat von bislang 26 Spielen in der Fußball-Landesliga 23 Spiele gewonnen, zwei verloren und sich einmal unentschieden getrennt. Bei 16 Gegentoren stellt die Mannschaft die mit Abstand beste Defensive. Die vorzeitige Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga brachte D/A II am vergangenen Spieltag mit dem 3:0-Sieg gegen Schneverdingen unter Dach und Fach.
Das Trainer-Duo Benjamin Zielke und Milan Schweiger spricht in Folge 25 des Podcasts „D/A sind wir zuhaus“ über den Erfolg und die Zukunft.

TAGEBLATT-Sportchef Daniel Berlin spricht mit dem Trainer-Duo Milan Schweiger (rechts) und Benjamin Zielke (links) über den Oberliga-Aufstieg von D/A II, die Rollenverteilung an der Seitenlinie und darüber, warum Demut im Fußball so wichtig ist. Foto: Rambow (nomo)
Warum verlief die Meisterschaft so deutlich?
„Wir haben von Spiel zu Spiel gedacht“, sagt Schweiger. Die Spieler haben demnach verinnerlicht, dass sie in jeder Partie 100 Prozent geben müssen. „Wir sind auch nicht leichtsinnig geworden, obwohl der Vorsprung zuletzt komfortabel war“, sagt Zielke.
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Welches sind die Erfolgsfaktoren?
„Das war ganz klar die geschlossene Mannschaftsleistung“, betont Zielke. Außerdem habe D/A gewusst, dass es jeden Gegner schlagen könne. Damit begonnen, dieses Selbstverständnis zu entwickeln, haben die Spieler bereits in der Vorsaison. „Die Jungs bringen Leistung im Training und nehmen den Mut mit ins Spiel.“

Nach dem Schneverdingen-Spiel duscht Kevin Ingreso seinen Coach Milan Schweiger. Foto: Berlin
Wer sind die Aufstiegshelden?
„Alle. Wir haben immer gewusst, dass jeder Spieler im Laufe der Saison seine Momente haben wird“, sagt Zielke.
Wie viel Trainerarbeit steckt in dem Aufstieg?
Milan Schweiger ist an fünf bis sechs Wochentagen mit Fußball beschäftigt. Mit Analysen, Spielergesprächen, Trainingsvorbereitung und -nachbereitung. Nach eigenen Angaben kommt er auf 25 bis 30 Stunden pro Woche.
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Wie gestaltet sich die Rollenverteilung im Trainer-Duo?
Schweiger ist für das Training und das Coaching während der Spiele zuständig. „Ben ist wie ein Vater, der von oben drauf schaut“, sagt Schweiger. Zielke kümmert sich um Organisatorisches und die Kommunikation mit der Vereinsspitze. Außerdem legt er sein Veto ein, wenn er meint, dass gerade etwas schiefläuft.

Benjamin Zielke (links) und Milan Schweiger bilden auch in der Oberligasaison das Trainer-Duo bei D/A II. Foto: Berlin
Bleibt das Trainer-Duo auch in der Oberliga erhalten und welche Ziele hat sich D/A gesteckt?
Schweiger und Zielke werden auch in der kommenden Saison die Verantwortung für D/A II haben. Der Klassenerhalt in der Oberliga steht an erster Stelle. „Außerdem wollen wir Spieler für oben weiterentwickeln“, sagt Schweiger - für die erste Mannschaft in der Regionalliga.
Sind die Planungen für die Oberliga schon angelaufen?
Laut Zielke haben „die Gespräche“ schon begonnen. Der Verein bekomme viele Anfragen von Spielern, die Probetrainings absolvieren wollen. „Wir gehen in die Sichtung und die Auswahl“, sagt Zielke. Die Verantwortlichen „bauen eine Mannschaft, die noch besser wird“. Dabei stehe jetzt schon das Gerüst des Kaders. Zielke betont, dass D/A den Spielern, die aufgestiegen sind, die Oberliga ermöglichen werde. „Die zählten schließlich zum besten Kader, den wir je hatten“, sagt er. Das Team werde konkurrenzfähig sein, sagt Schweiger.
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Welche Spieler aus der heutigen zweiten Mannschaft haben das Potenzial, in der ersten in der Regionalliga zu spielen?
„Alle haben das Potenzial, oben anzugreifen“, sagt Schweiger. In der Vergangenheit hat die Zweite Spieler wie Maurits Nagel und Philipp Aue hervorgebracht, die sich in der Regionalliga etabliert haben. Auch Luca Daginnus und Niklas Ellerwald gaben in Liga vier ihr Debüt. Weitere sollen folgen.
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Aber die Landesligasaison ist noch nicht vorbei. Warum hat es das Restprogramm in sich?
D/A II trifft am Sonntag, 10. Mai, ab 15 Uhr auswärts auf den Tabellenzweiten SV BW Bornreihe. In der Liga bekommt es D/A zudem noch mit dem Dritten aus Celle, Etelsen aus dem Mittelfeld und dem Vierten aus Rotenburg zu tun. Da könnte man meinen, D/A ist froh, dass die Meisterschaft schon entschieden ist.
„Wir haben keine Angst. Wir gehen mit Vorfreude in die Spiele gegen diese Gegner“, sagt Schweiger. Der Trainer sagt aber auch, dass D/A einen Vorteil habe, weil der Druck abgefallen ist. Gewinnen wolle das Team die Spiele aber selbstredend.
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Welchen Stellenwert hat das Bezirkspokalfinale?
Am Mittwoch, 13. Mai, spielt D/A II beim Bezirksligisten TSV Bardowick um den Titel. Der TSV ist als Landesligaabsteiger derzeit Zweiter seiner Staffel. Drochtersen geht auf dem Papier als Favorit ins Rennen. „Aber wir müssen 100 Prozent unserer Qualität abrufen“, sagt Zielke.
Milan Schweiger geht das Saisonhighlight mit Demut an: „Wir werden dort nicht mit Bezirkspokalsieger-T-Shirts tanzen. Das wäre auch respektlos dem Gegner gegenüber.“ Bardowick habe sich die Finalteilnahme genauso erarbeitet.
Das Endspiel in Bardowick wird für lange Zeit das letzte Pokalspiel von D/A II sein. Als Oberligist und zweite Mannschaft darf D/A nicht am Landespokalwettbewerb oder am Bezirkspokalwettbewerb der kommenden Saison teilnehmen.
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