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TWürdevoll sterben: DRK baut stationäres Hospiz mitten in Stade

Den Startschuss für den Hospizbau in Stade verkündeten Michael Roesberg, Beke Cordes, Uwe Lütjen und Kai Schulz vom DRK-Kreisverband (von links).

Den Startschuss für den Hospizbau in Stade verkündeten Michael Roesberg, Beke Cordes, Uwe Lütjen und Kai Schulz vom DRK-Kreisverband (von links). Foto: Stehr

Im Landkreis Stade gibt es kein Hospiz. Der DRK-Kreisverband will das ändern - und einen Ort für Menschen schaffen, die kurz vor dem Tod stehen.

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Von Lena Stehr
Freitag, 24.04.2026, 13:00 Uhr

Stade. Wer am Ende seines Lebens steht, sollte gut versorgt und begleitet werden und sich vor allem auch gut aufgehoben fühlen. Genau dieses Angebot machen Hospize. Im Landkreis Stade fehlt eine solche Einrichtung aber bisher. Das nächstgelegene Hospiz befindet sich in Bremervörde.

Acht Plätze für sterbenskranke Menschen

Jetzt steht fest: Der Stader Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wird in Kürze mit dem Bau eines stationären Hospizes mit acht Plätzen in Stade beginnen. Das entspreche in etwa dem Bedarf, sagt DRK-Kreisverbandspräsident Michael Roesberg.

Wo genau das Gebäude stehen wird, wollte er vorerst noch nicht verraten. Es fehlen noch letzte Beschlüsse aus dem Stader Rathaus. Es handele sich nämlich um ein städtisches Grundstück, das fußläufig gut zu erreichen sei, so Roesberg. Alternative Standorte in Buxtehude und Harsefeld seien weniger optimal gewesen.

In die Planungen seien im Vorfeld alle Akteure einbezogen worden, die sich um das Leben kurz vor dem Tod kümmern: Kirchen, die Elbe Kliniken, die Klinik Dr. Hancken, Ärztinnen und Ärzte aus der Region und natürlich die drei aktiven Hospizvereine aus Stade, Buxtehude und Harsefeld. Alle stünden hinter der Idee.

Damit es losgehen kann, wurde bereits eine unabhängige Stiftung gegründet. Zum Vorstand gehört neben dem DRK-Vorstandsvorsitzenden Uwe Lütjen auch Beke Cordes. Die DRK-Bereichsleiterin der ambulanten Pflege ist künftig die erste Ansprechpartnerin rund ums Hospiz (Kontakt am Textende).

Bau wird mindestens fünf Millionen Euro kosten

Die Gründung einer Hospiz-Stiftung dient der langfristigen Absicherung der Hospizarbeit. Stationäre Hospize sind nämlich gesetzlich verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Betriebskosten durch Spenden zu decken. Die Stiftung wird das Gebäude bauen und es anschließend an eine Betriebs GmbH übergeben.

Die geschätzten Baukosten für das neue Hospiz belaufen sich laut Roesberg auf mindestens fünf Millionen Euro. Das Hospiz zu betreiben werde pro Jahr voraussichtlich 100.000 Euro kosten. 90 Prozent davon übernehmen die Krankenkassen, zehn Prozent muss das DRK als Betreiber selbst aufbringen.

Das Hospiz kostet für Gäste nichts

Ganz wichtig: Für Gäste, die einen Platz im Hospiz haben, fallen überhaupt keine Kosten an. „Das Hospiz ist für alle da“, betont Roesberg. Es soll ein offenes Haus für Sterbende und deren Angehörige sowie ein Treffpunkt für alle werden, die sich mit den Themen Lebensende und Tod beschäftigen.

Der Fokus liegt auf unheilbar erkrankten Palliativpatienten. Bei ihnen stehen die Linderung von Symptomen und der Erhalt der Lebensqualität im Vordergrund, nicht die Heilung.

Hospiz-Pläne gibt es bereits seit Jahren

Das Hospiz soll bestenfalls schon Ende 2028 in Betrieb gehen. Bis dahin müssen noch 20 bis 25 Angestellte akquiriert werden, allen voran eine Hausleitung. Im Hospiz arbeiten ausschließlich Fachkräfte mit palliativpflegerischen Zusatzausbildungen. Dazu kommen Reinigungs- und Hauswirtschaftskräfte.

„Wir sind überzeugt, dass wir etwas Wichtiges und Richtiges tun und hoffen nun auf die Unterstützung aus der Bevölkerung“, sagt Roesberg.

Wie berichtet, arbeitet die Hospiz-Gruppe Stade seit Jahren auf ein Hospiz in Stade hin. Bislang fand sich aber kein Träger für die Einrichtung. Auch das frühere Johannisheim in Stade plante vor seiner Insolvenz ein Wohnhaus für Palliativpatienten.

Aktuell werden sterbenskranke Menschen in Pflegeheimen, im Elbe Klinikum Stade und in der Klinik Dr. Hancken in Stade versorgt. Außerdem hat das Pflegeheim der Doreafamilie Buxtehude eine eigene Palliativstation mit vier Plätzen.

Hospiz auf Spenden angewiesen

Wer den Bau und den Betrieb des Stader Hospizes unterstützen möchte, kann Geld an den DRK-Kreisverband Stade gGmbH überweisen. IBAN: DE12 2415 1116 0000 1131 18, Verwendungszweck Hospiz.

DRK-Bereichsleiterin Beke Cordes ist künftig unter 04141/8033313 oder per Mail zu erreichen: b.cordes@kv-stade.drk.de.

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