TZwei Punkte, starke Nerven: Die Lichtblicke und Baustellen des neuen BSV
BSV-Torhüterin Nikki van der Vorst wurde vor Kurzem für die niederländische Nationalmannschaft nominiert. Foto: Jan Iso Jürgens
Nikki van der Vorst liefert erneut ab, Ruslana Litvinov zeigt sich selbstbewusst, Carina Senel beweist Mentalität. Und doch zeigt sich: Beim BSV ist noch einiges zu tun.
Buxtehude. Wenige Minuten nach dem Spiel drängen sich zahlreiche Kinder an der Wechselbank und bitten um Autogramme. Nikki van der Vorst unterschreibt eine Autogrammkarte nach der anderen. „Für Emmilie“ schreibt die 20-jährige Niederländerin auf eine Karte. Rund 50 Stück dürften es schon gewesen sein, schätzt sie und lächelt. „Fast alle weg.“
T Erster Sieg: BSV bezwingt Aufsteiger HC Leipzig - „Nicht alles perfekt“
Für van der Vorst und ihre Mannschaft war es ein besonderer Nachmittag. Der BSV hat sein erstes Heimspiel unter dem neuen Trainer Jonas Schlender gewonnen - 26:23 gegen den Aufsteiger HC Leipzig. Dass der Sieg nicht glanzvoll war, daraus macht keiner ein Geheimnis. „Es war ein Spiel mit Höhen und Tiefen“, sagt Schlender. „Ich bin aber stolz auf die Mannschaft, dass wir zwei Punkte geholt haben.“
Das ist die Handschrift des neuen Trainers
Dabei zeigt der BSV vor über 1200 Zuschauern zuerst genau das, was der Trainer sehen will. Die Abwehr ist beweglich, nimmt Leipzig früh an. Bälle werden erobert. Im Angriff wird variabel gespielt. „Die ersten Minuten waren super“, sagt Schlender. Seine Handschrift ist zu erkennen.

BSV-Trainer Jonas Schlender. Foto: Jan Iso Jürgens
„Wir spielen eine für die Bundesliga eher untypische, offene Deckung“, erklärt Neuzugang Ruslana Litvinov. Und im Angriff gebe es zwar die gängigen Spielzüge, aber in unterschiedlichen Varianten. „Dadurch haben wir mehr Möglichkeiten und sind wir vorne sehr flexibel“, sagt sie.
Schlender: „So etwas darf nicht passieren“
Doch der BSV verliert zwischenzeitlich den Faden, bleibt rund 15 Minuten ohne Tor. Hinzu kommen zahlreiche technische Fehler. Leipzig nutzt die Schwächephase, kann sich aber wegen der weiterhin stabilen BSV-Abwehr nicht absetzen. Dennoch ist für Schlender klar: „So etwas darf nicht passieren.“

Der BSV zeigte vor über 1200 Zuschauern ein Spiel mit Höhen und Tiefen. Foto: Jan Iso Jürgens
Er erinnert daran, dass seine junge Mannschaft noch Zeit brauche und Fehler erlaubt seien. Er betont aber auch, dass es einen Unterschied ausmache, ob man mutig spiele oder man aus Angst vor einem Fehler nur mit 90 Prozent in eine Aktion gehe.
U20-Weltmeisterin zeigt unnachahmlichen Einsatz
Dass die Mannschaft in der Schlussphase den Sieg klarmacht, ist für den BSV ein wichtiges Zeichen. „Die starken Nerven haben uns heute ausgemacht“, sagt Litvinov. Die Rückraumspielerin gab gegen Leipzig ihr Bundesliga-Debüt im BSV-Trikot.

Ruslana Litvinov (links) gab ihr Bundesliga-Debüt für den BSV. Foto: Jan Iso Jürgens
Vor wenigen Wochen war sie mit der deutschen U20 in China Weltmeisterin geworden und als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnet worden. Gegen Leipzig stand sie in der Startsieben und zeigte auf Halbrechts einen selbstbewussten Auftritt. „Ihr Drang zum Tor, und wie sie sich reinwirft, ist unnachahmlich“, sagt Schlender. Von Fehlern, sagt sie selbst, habe sie sich nicht herunterziehen lassen und behielt in der Crunchtime einen klaren Kopf.
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Neue Torhüterin überzeugt wieder mit Top-Quote
Auch van der Vorst lieferte erneut ab. Schon zum Saisonstart beim Thüringer HC hatte sie 13 Bälle gehalten (36 Prozent), gegen Leipzig waren es 14 Paraden und eine Top-Quote von 48 Prozent. „Darauf bin ich sehr stolz“, sagt van der Vorst, die vor Kurzem erneut für die niederländische Nationalmannschaft nominiert wurde. Sie betont, dass so eine Quote nur dank ihrer Vorderleute möglich gewesen sei.

Nikki van der Vorst wehrte gegen Leipzig 14 Bälle ab. Foto: Jan Iso Jürgens
Das hebt auch Schlender hervor: „Nikki hat einen tollen Job gemacht, vor allem auch, weil sie verstanden hat, wie wir Abwehr spielen wollen.“ Was er meint: Das Zusammenspiel zwischen Torhüterin und Deckung funktioniert. „Dadurch bekommen wir die Würfe, die wir brauchen.“
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Noch mehr Lichtblicke beim BSV
Dass Zusammenspiel und Einsatz stimmen, zeigt sich gegen Leipzig auch auf anderen Positionen: Johanna Andresen blockt Würfe und erobert Bälle, das 19-jährige Eigengewächs Paula Mews nutzt ihre Chance auf Linksaußen mit drei Treffern und Carina Senel beweist nach einer kurzen Pause wegen Umknickens Mentalität und setzt in der Schlussphase wichtige Akzente. „Diese Mentalität brauchen wir. Das ist Carina-Style“, sagt Schlender.

Starker Einsatz in der Abwehr: Johanna Andresen. Foto: Jan Iso Jürgens

Carina Senel humpelte im zweiten Durchgang vom Feld, kam dann aber wieder zurück. Foto: Jan Iso Jürgens
Und wer lenkte das Spiel? Anika Hampel spielte zu Beginn in der Mitte und bekam damit den Vorzug vor Kapitänin Nele Franz. Eine feste Rangordnung, so Schlender, gebe es nicht. Welche Spielmacherin beginnt, werde von Spiel zu Spiel entschieden.

Spielmacherin Anika Hampel war mit sechs Toren und vier Vorlagen die beste Scorerin des BSV. Foto: Jan Iso Jürgens
Und diesmal passte es offenbar: Hampel übernahm Verantwortung in kritischen Phasen und glänzte als beste Scorerin.
Das nimmt der BSV aus dem ersten Heimspiel mit
Jonas Schlender weiß aber auch, dass „nicht alles perfekt“ gewesen sei. Aus seinem ersten Heimspiel nimmt er dennoch mit, dass sein Team kämpfen könne und sich nicht aufgebe.
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Litvinov sagt, dass der Sieg der Mannschaft „Sicherheit und Selbstvertrauen“ gebe. Und sie hat auch schon eine Idee, wie es weitergehen soll: „Wenn wir nächste Woche fünf Prozent mehr geben, sind wir schnell bei 100 Prozent.“
BSV - HC Leipzig
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