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Kommunalwahl 2026

TZwischen Bratwurst und Gartenzwergen: So läuft der Wahlkampf-Endspurt in Stade

Beide im marineblauen Troyer: die Stader Bürgermeister-Kandidaten Arne Kramer (CDU) und Kai Koeser (SPD).

Beide im marineblauen Troyer: die Stader Bürgermeister-Kandidaten Arne Kramer (CDU) und Kai Koeser (SPD). Foto: Strüning/Montage: Vonderbank

Hier der kecke rote Gartenzwerg, dort die frisch gegrillte Bratwurst. Die beiden Bürgermeister-Kandidaten Kai Koeser und Arne Kramer fahren zum Endspurt noch mal groß auf.

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Von Lars Strüning
20.09.2026, 15:50 Uhr

Stade. Es geht um viel. Wer wird Chef im Stader Rathaus, von 1000 Mitarbeitern und gleichzeitig Stades oberster Repräsentant? Beide geben sich siegessicher, strahlen Zuversicht aus am Samstagmorgen in der Fußgängerzone. Die CDU hat sich direkt vorm historischen Rathaus platziert. In gebührendem Abstand in der Holzstraße hat sich die SPD aufgebaut.

Wahlkampf zwischen Hafenfest und Wochenmarkt

Die Innenstadt ist belebt. Der Wochenmarkt zieht wie immer Kundschaft in die City. Am Stadthafen wird Kohl aus Dithmarschen verkauft und es haben sich zum 100-jährigen Bestehen der DLRG in Stade diverse Rettungsorganisationen aufgebaut. THW, Feuerwehr, Polizei gesellen sich dazu, zeigen was sie haben und können. Am Kai haben mehrere Boote festgemacht.

Abgetaucht: Die Stader DLRG-Taucher zeigten zum 100-jährgen Bestehen am Stadthafen, was sie können.

Abgetaucht: Die Stader DLRG-Taucher zeigten zum 100-jährgen Bestehen am Stadthafen, was sie können. Foto: Strüning

Apropos Kai. Der SPD-Kandidat ist an der Holzstaße/Ecke Breite Straße ins Gespräch vertieft. Seine Mitstreiter auch. Koeser wird an diesem Vormittag unter anderem unterstützt von Tamer Yüksel, Elena Brückner und Sigrid Koppelmann, alle die also, die bei der Kommunalwahl gute Stimmenergebnisse eingefahren haben - und die sich in der Stadt und mit ihren Menschen gut auskennen.

Smalltalk in Dauerschleife - damit die Menschen zur Wahl gehen

„Muss ich dich noch überreden, Kai zu wählen?“, fragt Koppelmann eine Bekannte. Die winkt ab, lacht, geht weiter und sagt noch schnell: „Nein, das braucht ihr nicht.“ Viele sind in Eile, haben ihre Einkäufe und Verabredungen auf der Uhr.

Im Gespräch: SPD-Bürgermeister-Kandidat Kai Koeser machte auf sich und die Stichwahl aufmerksam.

Im Gespräch: SPD-Bürgermeister-Kandidat Kai Koeser machte auf sich und die Stichwahl aufmerksam. Foto: Strüning

Dennoch drücken ihnen die Genossen ein kleines süßes Geschenk in die Hand, selbstredend rot verpackt, oder geben noch einen Flyer mit den Kernaussagen ihres Bürgermeister-Kandidaten mit. Der ist im Zwiegespräch in Dauerschleife und wundert sich ein wenig.

Viele wüssten gar nicht, dass noch eine Stichwahl stattfindet, sagt Kai Koeser. Das habe ihn schon während der Haustürbesuche überrascht: „Vielen ist nicht bewusst, dass sie noch mal wählen müssen.“

Bei der ersten Abstimmung am 13. September gaben knapp 60 Prozent ihre Stimmen ab. Das wird am 27. September deutlich schwächer ausfallen. Als sich Sönke Hartlef (CDU) vor sieben Jahren gegen Silvia Nieber (SPD) in der Stichwahl durchsetzte, waren es nur noch 38 Prozent.

„Stade stark machen“ oder „Ganz klar Stade“

Es gibt es viele solidarische Grußadressen, gute Wünsche, Daumen hoch. Inhalte spielen nicht so die Rolle beim schnellen Smalltalk. Augenzwinkernd haben die Sozialdemokraten Gartenzwerge aufgebaut, direkt am Denkmal „Die Wachenden“. „Stade stark machen“ steht auf einigen Schildern, ein Slogan, der Koeser durch seinen Wahlkampf begleitet.

Kleine Geschenke, Infos und ein SPD-Gartenzwerg.

Kleine Geschenke, Infos und ein SPD-Gartenzwerg. Foto: Strüning

Wie auch Gudrun Grams. Sie ist vor neun Jahren von Köln nach Stade gezogen. Sie sagt mit einem fröhlichen Lachen: „Wollen wir doch mal sehen, dass wir in Stade ein rotes Rathaus kriegen.“

Bratwurst und Wahlmampf bei der CDU vorm Rathaus

Ganz klar Stade, heißt es bei Arne Kramer. An seinem Stand geht es um die Wurst - auch im übertragenen Sinne. Zur Wahl standen sechs Kandidaten, er und Kai Koeser schafften es in die Stichwahl. Kramer lag knapp hinter Koeser, es wird also spannend am Sonntag.

Kramer weiß, wie sein Kontrahent, worauf es ankommt: Die eigenen Leute mobilisieren und die für sich gewinnen, die bei der ersten Wahl für Kandidaten anderer Gruppierungen gestimmt haben. Auch deswegen steht er heute hier.

CDU-Bürgermeister-Kandidat Arne Kramer im Gespräch mit Passanten.

CDU-Bürgermeister-Kandidat Arne Kramer im Gespräch mit Passanten. Foto: Strüning

Klönschnack und aufmunternde Worte bestimmen die Szenerie. Ein Mann in zehn Metern Entfernung spielt auf der Mundharmonika in der Hoffnung auf ein bisschen Kleingeld.

Werbematerial am CDU-Stand zur Bürgermeister-Stichwahl in Stade.

Werbematerial am CDU-Stand zur Bürgermeister-Stichwahl in Stade. Foto: Strüning

Kramer verteilt Bierdeckel, Kulis, Parkscheiben. „Die Stimmung ist gut, ich erhalte viel Zuspruch“, sagt er. Wenn er seine Wahlplakate aufstellt, winkten ihm Menschen zu oder hupten.

Geburtstag am Grill: Ohne Helfer geht es nicht

Ein älterer Herr tauscht die Bratwurst gegen alte Postkarten mit einem Sonderstempel: 800 Jahre Stadtrechte Stade. 300 Bratwürste hat die CDU bei Schlachter Bömmelburg bestellt. Thorsten Thode und Thomas Paur drehen sie auf dem heißen Grill.

Auch Melanie Reinecke und Elif Aydin, seine Kolleginnen aus dem Rat, unterstützen Kramer am Samstagmorgen. Reinecke besorgt noch schnell ein kleines Geschenk für Thomas Paur. Der steht in der Bratwurstbude, obwohl er heute Geburtstag hat.

Bei der CDU vorm Rathaus ging es um die Wurst: Thorsten Thode (links) und Thomas Paur waren am Samstag im Einsatz am Grill.

Bei der CDU vorm Rathaus ging es um die Wurst: Thorsten Thode (links) und Thomas Paur waren am Samstag im Einsatz am Grill. Foto: Strüning

Es gibt aber auch Wahlmampf: Kleine Buchstaben in der Tüte, ausschließlich C, D und U zum Knuspern. Für eine Politik mit Biss. Wenn es hilft...

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