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Matthias Deutschmann und Werner Schneyder in Buchholz

Werner Schneyder ist eine lebende Legende und Matthias Deutschmann (kleines Foto) ein Garant für hochintelligentes Polit-Theater. Fotos Limbrunner/Mangione

Werner Schneyder ist eine lebende Legende und Matthias Deutschmann (kleines Foto) ein Garant für hochintelligentes Polit-Theater. Fotos Limbrunner/Mangione

Mit Matthias Deutschmann und Werner Schneyder hat die Empore nach Henning Venske zwei weitere Kabarettisten der Extraklasse unter Vertrag genommen, die im Buchholzer Kulturzentrum Programm machen.

Donnerstag, 19.01.2017, 19:30 Uhr

„Wie sagen wir’s dem Volk?“, heißt es am Sonntag, 22. Januar, um 19 Uhr, wenn Matthias Deutschmann die Bühne erobert. Der Freiburger Kabarettist mit dem Cello ist wieder da und geht mit seinem bereits 13. Programm wieder auf Tour. „Brillant formuliert und süffisant demaskierend wird Lächerliches an den Pranger gezerrt,“ ist die Presse voll des Lobes. „Wie sagen wir’s dem Volk?“ ist Deutschmanns Solo über die öffentliche Meinung und ihre tägliche Herstellung. Das Publikum erlebt einen Abend über Desinformation, Geheimdienste, Staatskabarett, Verschwörungstheorien und eine Kanzlerin, die alles verwaltet und nichts entfaltet. „Wie immer hochintelligentes Polit-Theater: bitterböse und auch gerne mal hart am Rande der Erträglichkeit, vorgetragen stets mit süffisant sonorer Stimme und messerscharf gesetzten Pausen. Einer der auf seine Art schon einzigartig ist“, schreibt die Nürnberger Zeitung.

Mit „Das war’s von mir“ macht ein Urgestein der Kabarettszene am Mittwoch, 8. Februar, um 20 Uhr Station in der Empore. Der Abend könnte die letzte Gelegenheit sein, eine „Legende“ noch einmal live zu erleben: Im Jahr seines 80. Geburtstags kehrt Werner Schneyder, begleitet von Christoph Pauli am Flügel, mit einem Programm zurück, das im ersten Teil aus einem Kabarett-Solo und im zweiten Teil aus einem Chansonabend besteht.

Im Extrakt seines finalen Kabarettabends „Ich bin konservativ“ zeigt sich der Österreicher Werner Schneyder zunächst zwischen Wutrede und Kabarett in seinem – nach eigener Definition – eigentlichen Beruf: als Meinungsträger. Er sagt seine Meinungen. Dabei analysiert er entlarvend die globale Ökonomie, das Bankenwesen, den Arbeitsmarkt. Er begründet das Irrige am immerwährenden Wachstum, identifiziert die Manager als unfreiwillige Förderer der drohenden neuen Rechten, verspottet Parteiprogramme und wehrt sich gegen den Rüstungsirrsinn. Der Münchner Merkur schrieb zur Premiere: „… ein schneidend scharfes, mitunter bitteres Meisterwerk des bei uns schmerzhaft selten gewordenen Linksintellektuellen Kabaretts“.

Nach der Pause geht es weiter mit einer Kurzfassung des lyrischen Chansonabends „Lieben, Wein und Leben.“ Auch hier ist Werner Schneyder ein absoluter Könner. So schrieb er für sich und seine Kollegen und Kolleginnen aus der Showbranche zahlreiche Chansons und Übersetzungen. Insbesondere seine Jacques-Brel-Nachdichtungen, wie Amsterdam, Joe, Das allerletzte Glas, gesungen von Michael Heltau, Hildegard Knef und anderen sind außerordentlich. Dass Werner Schneyder auch singen kann, weiß man von seinen Politliedern und Parodien aus dem Kabarett und konnte man auch bei seiner Premiere in Buchholz im Januar 2015 erleben. „Lieben, Wein und Leben“ war der angekündigte Chansonabend überschrieben. Der aber nicht so ergreifend, so musikalisch, so klug ausgefallen wäre, wenn nicht doch wieder alle seine Fähigkeiten eingeflossen wären.

Bekannt wurde Werner Schneyder als Fernsehunterhalter, Gastmoderator des ZDF-Sportstudios und Chansonsänger. Seit Anfang der 70er Jahre arbeitete er regelmäßig mit dem Kabarettisten Dieter Hildebrandt zusammen. Er kommentierte olympische Boxwettkämpfe und stand viele Jahre für RTL am Ring. Werner Schneyder arbeitet außerdem als Theater- und Operettenregisseur. (hag)

Karten gibt es unter Telefon 0 41 81 / 28 78 78.

www.empore-buchholz.de

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