Ein Gespräch mit Mathieu Carrière
Bevor sich am Mittwochabend auf der Halepaghen-Bühne der Vorhang für „Unsere Frauen“ hebt, trifft das TAGEBLATT den Schauspieler Mathieu Carrière in seiner Künstlergarderobe und trifft auf einen Zeitgenossen, der aus dem Rahmen fällt.
Der 65-jährige Mathieu Carrière gibt im Gespräch den Rhythmus vor, beantwortet Fragen auch gerne mal mit Gegenfragen, steht zu seinen Fehlern, tritt, wie er sagt, gerne ins Fettnäpfchen und vermittelt den Eindruck, einer zu sein, der eckige Runden dreht und sich nicht verbiegen lässt.
Der Schauspieler, der praktisch vor der Kamera aufwuchs, der bereits in den 1980er Jahren regelmäßig in französischen Spielfilmen und amerikanischen Serien zu sehen war und über Jahrzehnte vor allem in Literaturverfilmungen durch seine vielschichtigen Charakterzeichnungen von teilweise zwielichtigen Figuren von sich reden machte und als Karl Siebrecht in Hans Falladas „Ein Mann will nach oben“ an der Seite von Rainer Hunold und Ursula Monn via Bildschirm in deutsche Wohnstuben kam, steht an diesem Abend zum ersten Mal in einer Komödie auf der Theaterbühne.
„Es ist an der Zeit, die Leute zum Lachen zu bringen“, sagt der streitbare Mime, der nicht zuletzt als prominentester Kritiker des deutschen Scheidungs- und Sorgerechts von sich reden machte. Zwischen Höhen und Tiefen ist die Bandbreite seines Schaffens groß, ebenso wie die Neugier auf alles: „Ich habe immer mehr Spaß am Leben und an meiner Arbeit“.