Falsche Rechnungen im Umlauf
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Polizei und Verbraucherschutz warnen vor betrügerischen Mails.
Als Elke Hartje in ihrem Emailpostfach eine Rechnung über 147,20 Euro sah, war sie furchtbar erschrocken. Denn als Absender war der Kundenservice der Telekom angeben. Das Schreiben wirkte auf den ersten Blick auch seriös und echt. So echt, dass die Buxtehuderin sich nicht traute, ihrem Mann davon zu erzähle und sie sich den Kopf darüber zerbrach, ob sie vielleicht zu viel telefoniert hatte. Am nächsten Tag „beichtete“ sie dann doch und ihr Mann Hans vermutete sofort, das da etwas nicht stimmen konnte. Er ging mit dem Ausdruck zur Telekom in Buxtehude, wo die Sache schnell aufgeklärt wurde. Diese Rechnung stammte eindeutig nicht von der Telefongesellschaft, sondern war ein Betrugsversuch.
Das Ehepaar habe sich auf alle Fälle richtig verhalten, meint Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Sein Rat: Fragwürdige Mails ignorieren, nie anklicken oder gar den Anhang oder Link öffnen, die einen Virus oder Trojaner enthalten könnten. „Am besten sofort löschen“, sagt Bohmbach, der selbst täglich derartige Mails erhält. Neu sei das Problem nicht, es habe aber im Landkreis auch nicht zugenommen, sondern sei wohl ein permanentes Dauerthema, dem schwer entgegenzuwirken sei.
Bereits im vergangenen Jahr veröffentlichte die Deutsche Telekom im Internet eine Warnung über gefälschte Telekom-Rechnungen. Zu erkennen seien die per E-Mail verschickten Fälschungen zum Beispiel daran, dass die so genannte Buchungskontonummer in der Betreffzeile und die persönliche Anrede mit dem Nachnamen des Kunden fehlen. Wer sich unsicher ist, ob er es mit einer falschen Rechnung zu tun hat, kann seine richtige aktuelle Rechnung zum Vergleich über das Online-Kundencenter der Telekom aufrufen.
Das so genannte Phishing ist eine der gebräuchlichsten Betrugsmethoden. Eine gefälschte E-Mail wird an potentielle Betrugsopfer geschickt mit dem Inhalt, die Hausbank dieser Person hätte ein Computerproblem, verbunden mit der Bitte, die vertraulichen Daten (PIN, TAN ) an die Bank zu übermitteln. Dabei werden die E-Mail und die Internetpräsenz der Bank völlig authentisch nachgebildet. Werden die Daten an die gefälschte Website übertragen, haben die Betrüger nun die Möglichkeit, die Daten des Opfers missbräuchlich zu nutzen.
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Hans Hartje warnt vor Betrugsmails . Foto: Felsch