Immer mehr verlassen die Kirche
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Die Kirchen haben ein Problem: Seit den 1970er Jahren sinken die Mitgliederzahlen der evangelischen und katholischen Glaubensrichtung im Gleichschritt. Der Landkreis Stade steckt mittendrin im Abwärtsstrudel.
80 Millionen Menschen leben in Deutschland. Sechs von zehn Bundesbürgern gehören einer der beiden großen Kirchen an: 22 Millionen Protestanten stehen 24 Millionen Katholiken gegenüber. Im Landkreis Stade steht das Verhältnis kopf: Jeder Zweite ist ein Protestant, lediglich jeder Zehnte ein Katholik. Im vorigen Jahr gab es bundesweit in beiden Konfessionen ein Drittel mehr Kirchenaustritte. 650 000 Deutsche haben nach neueren Zahlen ihre Mitgliedschaft quittiert.
Die Kirchenoberen sprechen im TAGEBLATT über das wachsende Problem der Überalterung, die Rolle der Kirchen bei der Flüchtlingskrise und räumen Fehler und Versäumnisse in der Vergangenheit ein. Das ganze Gespräch gibt es heute Abend im Abobereich auf tageblatt.de und morgen im TAGEBLATT - einen Auszug bereits jetzt.
TAGEBLATT: Dr. Thomas Kück, in Zeitungen liest man immer wieder die Schlagzeile: Der Kirche laufen die Mitglieder davon. Müsste es angesichts der altersstrukturellen Entwicklungen – hohe Sterberate und wenige Geburten – nicht richtiger heißen: Der Kirche sterben die Mitglieder weg?
Dr. Thomas Kück, Superintendent Stade: In der Tat ist die demografische Entwicklung unser Hauptthema. Die Unterschiede in den Städten und auf dem Land sind aber groß. Und in einem Punkt widerspreche ich Ihnen voll: Uns sterben nicht die Mitglieder weg, es wachsen zu wenig Junge nach. Das Problem gilt übrigens für alle Verbände und Vereine gleichermaßen.